Wie wird Weiblichkeit in „Die rote Zora und ihre Bande“ aus dem Jahr 1941 dargestellt? Für diese Analyse wird im Voraus auf das Konstrukt Geschlecht eingegangen und darauf, welche kulturellen Stereotype dem weiblichen Geschlecht zugesprochen werden. Nach einem kurzen Einblick in die Handlung und zentralen Themen des Romans folgt die Analyse der Erzählweise. Generell folgt die Arbeit dem Konzept der Analysekriterien von Genderkonzepten von Hans Krah, sodass erst auf das Gender-Setting und dann in einer ausführlichen Analyse auf die Gender-Träger eingegangen wird. In dieser Analyse werden die Aktionen, Diskurse, Rhetorik und Zeichen von Gender mitberücksichtigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition: Geschlecht und Weiblichkeit
3. Analyse Die rote Zora und ihre Bande
3.1 Inhalt
3.2 Wie wird erzählt?
3.3 Gender-Setting
3.4 Gender-Träger
3.4.1 Figurengruppen und -konstellationen
3.4.2 Bande der roten Zora
3.4.3 Arbeiterschicht
3.4.4 Soziale Oberschicht
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung von Weiblichkeit in Kurt Helds Roman "Die rote Zora und ihre Bande" (1941) und prüft, inwiefern das Werk ein unkonventionelles Muster der Geschlechterrollenorientierung entwirft oder tradierten Stereotypen unterliegt.
- Konstruktion von Geschlecht und Gender in der Literatur
- Analyse des Gender-Settings in der Romanwelt
- Untersuchung der Gender-Träger in verschiedenen Figurengruppen
- Gegenüberstellung von Zoras Rolle als Anführerin und dem späteren Anpassungsdruck
- Rolle der sozialen Schichten in Bezug auf geschlechtsspezifische Zuschreibungen
Auszug aus dem Buch
3.4.2 Bande der roten Zora
Die Bande der roten Zora besteht aus Zora, Branko, Nicola, Pavle und Duro.
Zora wird klar als weiblich dargestellt. Es wird das Pronom sie für sie benutzt (vgl. Held 2015, 44), sie wird vom Erzähler mit „Mädchen“ (ebd., 46) benannt und sie selbst identifiziert sich mit „Ich bin auch ein Mädchen“ (ebd., 55) als eines.
Obwohl beim Erzählverhalten eine interne Fokalisierung auf Branko vorliegt und Zoras Gedanken nicht thematisiert werden, Gefühle lediglich von außen beschrieben und Motive nur durch direkte Figurenrede benannt werden, kann man die Figur Zora eindeutig als Protagonistin deuten. Begründen kann man dies mit der Erwähnung Zoras in dem Titel des Romanes, aber auch mit ihrer Darstellung auf dem Buchcover. Auf dem Cover der 6. Auflage sind alle fünf Bandenmitglieder in schwarz-weiß abgebildet, wohingegen sie als Einzige heraussticht. Grund sind ihre farbigen Haare und ihre Stellung ganz vorne. Zudem wird sie auf dem Buchcover der Sonderausgabe, welche am Februar 2021 zum 80. Jubiläum erschienen ist, ganz alleine und abstrakt von der Seite dargestellt (vgl. S. Fischer Verlage). Ein weiterer Anhaltspunkt ist die Erwähnung Lisa Tetzners, der Frau von Kurt Held, dass im „Mittelpunkt ein Mädchen“ (Tetzner 1940, in Gresele 2013) steht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hier wird die Forschungsfrage vorgestellt, ob der Roman von Kurt Held ein unkonventionelles Rollenbild von Mädchen vermittelt und wie Weiblichkeit in dem Werk von 1941 dargestellt wird.
2. Definition: Geschlecht und Weiblichkeit: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Sex, Gender und Sexuality theoretisch und beleuchtet kulturelle Stereotype, die historisch dem weiblichen Geschlecht zugeschrieben wurden.
3. Analyse Die rote Zora und ihre Bande: Der Hauptteil analysiert den Inhalt, die Erzählweise sowie die geschlechtsspezifischen Rollen und Verhaltensweisen der Romanfiguren unter Einbeziehung verschiedener sozialer Schichten.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Zora zwar anfangs eine unkonventionelle Anführerfigur ist, sich aber im Laufe der Geschichte und durch die gesellschaftliche Integration den traditionellen Rollenbildern einer Frau annähert.
5. Literaturverzeichnis: Hier werden die verwendeten Primärquellen des Romans und die sekundäre Fachliteratur zur Literaturdidaktik und Gender-Forschung aufgelistet.
Schlüsselwörter
Weiblichkeit, Geschlechterrollen, Kurt Held, Die rote Zora und ihre Bande, Gender Studies, Stereotype, Kinder- und Jugendliteratur, Zora, Branko, soziale Ordnung, Literaturanalyse, Geschlechterkonstruktion, Frauenbild, Machtstruktur, Emanzipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Weiblichkeitsdarstellungen im Kinderbuchklassiker "Die rote Zora und ihre Bande" und prüft, ob das Werk geschlechterrollenorientiert oder emanzipatorisch zu bewerten ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretische Definition von Geschlecht und Gender, die Analyse literarischer Gender-Träger und die Darstellung von Machtstrukturen im Roman.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, wie Weiblichkeit in dem 1941 veröffentlichten Roman dargestellt wird und ob die Figur Zora tatsächlich als emanzipatorisches Gegenmodell fungiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf literaturwissenschaftlichen Analysekriterien für Genderkonzepte, insbesondere angelehnt an die Ansätze von Hans Krah.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden das Gender-Setting des Handlungsortes Senj sowie die Rollenbilder innerhalb der Bande, der Arbeiterschicht und der sozialen Oberschicht detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Weiblichkeit, Gender, Geschlechterrollen, Literaturanalyse und emanzipatorische Rollenbilder charakterisiert.
Wie verändert sich die Figur der Zora im Verlauf des Romans?
Zora entwickelt sich von einer unabhängigen, androgynen Anführerin hin zu einer Figur, die sich bei ihrer Integration in die Gesellschaft zunehmend den traditionellen Werten und Normen einer Hausfrau anpasst.
Warum wird Zoras Barttragen bei der Figur Marija problematisiert?
Die Arbeit thematisiert dies, weil der Bart als männliches Gender-Zeichen bei einer weiblichen Figur als unpassend und konträr zur herrschenden Ordnung wahrgenommen wird.
- Arbeit zitieren
- Britta Wiese (Autor:in), 2020, Weiblichkeitsdarstellung im Buch "Die rote Zora und ihre Bande" von Kurt Held, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1196420