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Die Umkehr der konventionellen Geschlechterkonzeption des 18. und 19. Jahrhunderts in Kleists Trauerspiel „Penthesilea“

Bürgerliches Frauenideal trifft auf matriarchale Frauenherrschaft

Titel: Die Umkehr der konventionellen Geschlechterkonzeption des 18. und 19. Jahrhunderts in Kleists Trauerspiel „Penthesilea“

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2020 , 27 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Bachelor of Education Sina Wilde (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit wird der Frage nachgehen, welche Weiblichkeits- bzw. Geschlechterkonzeption der bürgerlichen Gesellschaft des 18. und 19. Jahrhundert zugrunde lag und warum diese Rollenkonzeption mit Kleists Konzept eines autonomen Frauenstaates unweigerlich kollidieren muss.

Die im 19. Jahrhundert und weit bis ins 20. Jahrhundert herrschende Dichotomie der Geschlechter, hob Kleist immer wieder in seinen Stücken auf. Meist nur minimal, in seiner "Penthesilea" hingegen geradezu brachial. Kleists Königin der Amazonen entspricht ganz und gar nicht dem im 19. Jahrhundert gängigen Weiblichkeitsideal, welches das Glück der Frau in der privaten, häuslichen Sphäre verortet, wohingegen der Platz des Mannes die öffentliche Sphäre ist, in welcher er sein Glück in der Anerkennung für seine geleistete Arbeit finden sollte.

Mit seiner Protagonistin Penthesilea, welche in einem Staat geboren und sozialisiert wurde, in dem Männer nur Kriegsbeute sind und ausschließlich der Fortpflanzung dienen, verkehrt Kleist die gängigen Geschlechterrollen ins Gegenteil. Im Laufe der Tragödie gerät Penthesilea mit der ihr von der Amazonengesellschaft zugewiesenen Rolle und der von ihr, nach dem Entflammen ihrer Liebe zu Achill, ersehnten Rolle in einen Konflikt, dessen Ende aufgrund seiner bestialischen Grausamkeit für den bürgerlichen Rezipientenkreis des 19. Jahrhunderts derart erschreckend wirkte, dass man zunächst äußerst ablehnend auf sein Werk reagiert hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Weiblichkeitskonzeption in der bürgerlichen Gesellschaft des 18. und 19. Jahrhunderts - Die seichte Frau als neues Ideal

2.1. „Und bist Du nicht willig, so brauch ich Gewalt…“ - Transformation der Frauenrolle im 19. Jahrhundert

3. Der Amazonenstaat in Kleists Drama ‚Penthesilea‘

3.1. Kleists Amazonenstaat - Wahrheit oder Mythos?

3.2. Die Staatsgründung als Akt der weiblichen Emanzipation - Zur ‚Widernatürlichkeit‘ der Frauenherrschaft in Kleists Tragödie

3.3. Die Konstitution des Amazonenstaates als vermeintlich matriarchale Utopie - Die Freiheit der Amazonen wird Penthesilea zum Verhängnis

4. Penthesileas Konflikt - Kumulation der Affekte

4.1. Penthesileas falscher Sieg und Achills Verrat - „Da werden Weiber zu Hyänen (gemacht)…“

4.2. Penthesilea im berserk state - ‚Anmut’ trifft auf martialischen Zivilisationsbruch

4.3. Die Königin ist tot - Penthesileas Verzweiflungstat führt zur Auflösung des Amazonenstaats

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, wie Heinrich von Kleist in seinem Trauerspiel „Penthesilea“ die konventionellen Geschlechterkonzeptionen des 18. und 19. Jahrhunderts durch die Darstellung eines autonomen Amazonenstaates hinterfragt und brachial ins Gegenteil verkehrt.

  • Analyse des bürgerlichen Weiblichkeitsideals und der Geschlechterdichotomie jener Zeit
  • Historische und mythologische Grundlagen des Amazonenstaates bei Kleist
  • Der Konflikt zwischen staatlicher Pflicht und individueller Leidenschaft
  • Untersuchung der psychologischen Affektkumulation bei Penthesilea
  • Dekonstruktion der vermeintlich matriarchalen Utopie

Auszug aus dem Buch

3.1. Kleists Amazonenstaat - Wahrheit oder Mythos?

Schon einige Zeit vor der Entstehung seiner Penthesilea befasste sich Kleist mit der griechischen Antike. Im Zuge der Aufklärung begann der sogenannte Philhellenismus seinen Siegeszug durch die Kunst und Kulturszene des Deutschen Reiches. Deutsche Literaten wie Schlegel und Goethe verliehen ihrer Begeisterung für das antike Griechenland in zahlreichen ihrer Werke Ausdruck. Johann Joachim Winckelmann zufolge stehe „in der altgriechischen Kultur […] ein nicht erreichbares künstlerisches Vorbild, ein Muster für eine verbindliche klassizistische Ästhetik zur Verfügung“34. Kleist beschäftigte sich vornehmlich in den Jahren 1802 bis 1807 mit antiker Literatur35 und lies seine Beschäftigung mit antiken Stoffen immer wieder in seine Werke einfließen. Neben Homers Ilias, lässt sich die älteste Erwähnung einer Amazonen-Sage in der sogenannten Aithiopis finden, ein antiker aber leider verlorener Epos.36 In diesem Epos wurde ein Fragment des Troja Mythos behandelt, welches an den Schlusspunkt der noch erhaltenen Ilias anschließt.37 Die Aithiopis schildert die letzten Taten des Achill, wozu auch der Sieg über Penthesilea38 vor den Toren Trojas gehört.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Geschlechterrollen in Kleists „Penthesilea“ ein und skizziert die wissenschaftliche Zielsetzung der Arbeit.

2. Weiblichkeitskonzeption in der bürgerlichen Gesellschaft des 18. und 19. Jahrhunderts - Die seichte Frau als neues Ideal: Das Kapitel erläutert die Entstehung der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung und das daraus resultierende Ideal der „anmutigen“ Frau.

2.1. „Und bist Du nicht willig, so brauch ich Gewalt…“ - Transformation der Frauenrolle im 19. Jahrhundert: Hier wird der historische Wandel vom Ein-Geschlechter-Modell zum binären Zwei-Geschlechter-Modell im Zuge der Aufklärung analysiert.

3. Der Amazonenstaat in Kleists Drama ‚Penthesilea‘: Das Kapitel stellt Kleists Amazonenstaat als Gegenmodell zur bürgerlichen Gesellschaft und als Spiel mit den Geschlechterrollen vor.

3.1. Kleists Amazonenstaat - Wahrheit oder Mythos?: Die Untersuchung beleuchtet die antiken literarischen Quellen und mythologischen Vorbilder, auf denen Kleists Konzeption aufbaut.

3.2. Die Staatsgründung als Akt der weiblichen Emanzipation - Zur ‚Widernatürlichkeit‘ der Frauenherrschaft in Kleists Tragödie: Hier wird die Gründung des Amazonenstaates durch Tanaïs als gewaltsamer Akt der Selbstbehauptung und Emanzipation interpretiert.

3.3. Die Konstitution des Amazonenstaates als vermeintlich matriarchale Utopie - Die Freiheit der Amazonen wird Penthesilea zum Verhängnis: Das Kapitel zeigt die Grenzen und inneren Widersprüche des Amazonenstaates auf, die letztlich zum Untergang führen.

4. Penthesileas Konflikt - Kumulation der Affekte: Dieses Kapitel analysiert die psychische Zerrissenheit der Protagonistin, die zwischen ihren Gesetzen und ihrer Liebe zu Achill zerrieben wird.

4.1. Penthesileas falscher Sieg und Achills Verrat - „Da werden Weiber zu Hyänen (gemacht)…“: Die Analyse konzentriert sich auf die schicksalhafte Täuschung und das Missverständnis zwischen den Liebenden.

4.2. Penthesilea im berserk state - ‚Anmut’ trifft auf martialischen Zivilisationsbruch: Hier wird der gewaltsame Ausbruch Penthesileas als „berserk state“ im Kontext von Affekt und Gewalt diskutiert.

4.3. Die Königin ist tot - Penthesileas Verzweiflungstat führt zur Auflösung des Amazonenstaats: Das Kapitel beschreibt den finalen Akt der Selbsttötung als Konsequenz der unauflösbaren Identitätskrise.

5. Fazit: Die Zusammenfassung zieht den Schluss, dass beide Gesellschaftsformen – das Bürgertum wie der Amazonenstaat – gleichermaßen an ihrer starren Zweckrationalität und der Unterdrückung des Individuums scheitern.

Schlüsselwörter

Penthesilea, Heinrich von Kleist, Geschlechterrollen, Amazonenstaat, Bürgertum, Emanzipation, Zweigeschlechtlichkeit, Affekt, Tragödie, Matriarchat, Zweckrationalität, Mythos, Identität, Gewalt, Liebe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die radikale Umkehr der Geschlechterkonzeptionen des 18. und 19. Jahrhunderts in Heinrich von Kleists Trauerspiel „Penthesilea“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die bürgerlichen Ideale der Geschlechtertrennung, die Konstitution des Amazonenstaates und die psychologische Zerstörung der Protagonistin durch starre staatliche Rituale.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Es wird untersucht, warum die Rollenkonzeption der Amazonen zwangsläufig mit dem bürgerlichen Gesellschaftsmodell kollidiert und wie Kleist damit die Absurdität zeitgenössischer Geschlechternormen aufzeigt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, gestützt auf historische, philosophische und mythologische Quellen sowie geschlechtertheoretische Diskurse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der historischen Geschlechterdichotomie, die Herleitung des Amazonenmythos bei Kleist und die detaillierte Untersuchung von Penthesileas innerem Konflikt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Penthesilea, Geschlechterrollen, Emanzipation, Zweckrationalität, Affekt, Identität und der Vergleich zwischen bürgerlichem Patriarchat und dem Amazonenstaat.

Warum spielt der Begriff „berserk state“ bei der Analyse eine wichtige Rolle?

Er beschreibt Penthesileas Blutrausch und ihr Handeln, das von extremer Gewalt bei gleichzeitig tödlicher Präzision geprägt ist, was als Parallele zu Achills Verhalten in der Ilias gedeutet wird.

Welche Bedeutung kommt der „Mars-Hochzeit“ für den Amazonenstaat zu?

Sie dient als ritueller Gründungs- und Reproduktionsakt, der Männer zu reinen Objekten degradiert und die Amazonen in ein System aus Schuld und Selbstopfer zwingt.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Umkehr der konventionellen Geschlechterkonzeption des 18. und 19. Jahrhunderts in Kleists Trauerspiel „Penthesilea“
Untertitel
Bürgerliches Frauenideal trifft auf matriarchale Frauenherrschaft
Hochschule
Universität Potsdam  (Germanistisches Institut)
Veranstaltung
Jungfrau in Waffen - Schiller, Kleist, Hebbel
Note
2,0
Autor
Bachelor of Education Sina Wilde (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
27
Katalognummer
V1196247
ISBN (eBook)
9783346645289
ISBN (Buch)
9783346645296
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kleist Schiller Hebbel Penthesilea Jungfrau Waffen Frauenfigur Bürgerliches Ideal Deutsche Literatur Literatur Deutsch Germanistik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bachelor of Education Sina Wilde (Autor:in), 2020, Die Umkehr der konventionellen Geschlechterkonzeption des 18. und 19. Jahrhunderts in Kleists Trauerspiel „Penthesilea“, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1196247
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Leseprobe aus  27  Seiten
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