Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, was eine familiale Bearbeitung von kindlicher Delinquenz (nicht) leisten kann. Sie soll Chancen sowie Grenzen erörtern, die sich bei dem Versuch der betroffenen Familien, das delinquente Verhalten ihrer Kinder zu bearbeiten, ergeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Delinquenz im Kindesalter
2.1 Kindheit und Stellenwert der Familie
2.2 Die Bedeutung von Delinquenz in der Kindheit
3. Untersuchungen zu Möglichkeiten elterlicher Bearbeitung von kindlicher Delinquenz
4. Chancen und Grenzen familialer Bearbeitungsmöglichkeiten mit Hinblick auf Kinderdelinquenz
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen, die Familien bei der Bearbeitung von kindlicher Delinquenz haben, und analysiert, inwiefern eine produktive pädagogische Auseinandersetzung innerhalb des familialen Rahmens gelingen kann.
- Rolle der Familie als primäre Sozialisationsinstanz
- Theoretische Erklärungsmodelle für kindliches delinquentes Verhalten
- Familiale Bearbeitungsmuster im Umgang mit Delinquenz
- Einfluss von Erziehungsstilen auf delinquente Verläufe
- Schnittstelle zwischen privater Erziehung und staatlichen Hilfsangeboten
Auszug aus dem Buch
2. Delinquenz im Kindesalter
Im Jahr 2017 sind in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt 74.897 unter 14-jährige Mädchen und Jungen als Tatverdächtige registriert worden. Darunter wurden 60 Mädchen und Jungen als Mehrfachtatverdächtige mit über 20 Deliktbegehungen festgestellt. Mit 39.407 Tatverdächtigen bilden die zwölf- bis unter 14-Jährigen die Gruppe mit der höchsten Anzahl an tatverdächtigen Kindern (vgl. PKS 2018a: o.S.). Es wird auf einen Rückgang der Kinderdelinquenz hingedeutet, da ein Jahr zuvor die Zahl bei insgesamt 90.610 unter 14-jährigen Tatverdächtigen lag. Auch bei Betrachtung des angezeigten Anteils von Kinderdelinquenz an der Delinquenz bei Personen aller Altersklassen ist der Rückgang der Kinderdelinquenz zu konstatieren: So waren im Jahr 2016 3,8 % aller Tatverdächtigen Kinder, während im Jahr 2017 3,5 % der Tatverdächtigen Kinder ausmachten. Das Spektrum an Straftaten, das Bundeskriminalamt erfasst, reicht davon von Straftaten gegen das Leben über Diebstahl bis hin zu Cybercrime (vgl. PKS 2018b: o.S.). Bspw. sind im Jahr 2017 vier Kinder mit Totschlag verdächtigt worden (vgl. PKS 2018a: o.S.). In mehreren wissenschaftlichen Abhandlungen über Kinderdelinquenz erfolgt der Einbezug von Erklärungsmodellen, die aber nicht speziell auf Kinder bezogen sind, sondern auf „das Jugendalter oder auf Kriminalität allgemein“ (Hoops et al. 2000: 16).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Kinderdelinquenz ein und begründet die Relevanz der Untersuchung des familialen Umgangs mit diesem Phänomen.
2. Delinquenz im Kindesalter: Dieses Kapitel liefert statistische Daten zur Kinderdelinquenz und diskutiert theoretische Ansätze zur Entstehung abweichenden Verhaltens bei Kindern.
3. Untersuchungen zu Möglichkeiten elterlicher Bearbeitung von kindlicher Delinquenz: Das Kapitel identifiziert anhand von Studien zentrale Thesen zu Erziehungsstilen und deren Auswirkungen auf das Risiko weiterer Delinquenz.
4. Chancen und Grenzen familialer Bearbeitungsmöglichkeiten mit Hinblick auf Kinderdelinquenz: Hier werden die Möglichkeiten produktiver familialer Bewältigungsprozesse den Grenzen gegenübergestellt, die durch Überlastung oder institutionelle Faktoren entstehen.
5. Fazit: Das Fazit resümiert die wesentlichen Erkenntnisse und betont die Bedeutung einer dialogischen Erziehung innerhalb der Familie sowie bei Bedarf die Ergänzung durch professionelle Hilfen.
Schlüsselwörter
Kinderdelinquenz, Familie, Sozialisation, Erziehungsstile, Jugendhilfe, Delinquenzprävention, Interaktion, Erziehungsprozess, Strafmündigkeit, Familienleben, Verhaltensauffälligkeiten, Bewältigungsstrategien, Erziehungspartnerschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie Familien mit delinquenten Verhaltensweisen ihrer Kinder umgehen und welche Bedingungen eine erfolgreiche pädagogische Bearbeitung dieser Problematik begünstigen oder behindern.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Zentrale Themen sind die Rolle der Familie als primärer Sozialisationsort, verschiedene theoretische Erklärungsmodelle für abweichendes Verhalten bei Kindern sowie die Interaktion zwischen Eltern und Kind im Kontext delinquenter Handlungen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der zentralen Frage nach, was eine familiale Bearbeitung von kindlicher Delinquenz leisten kann und wo ihre Chancen sowie Grenzen liegen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Fachliteratur und Studien zur Kinderdelinquenz und familialen Erziehungsprozessen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zum Begriff der Kindheit und Delinquenz sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit elterlichen Bearbeitungsmustern und den Bedingungen, unter denen Delinquenz verfestigt oder erfolgreich bearbeitet werden kann.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kinderdelinquenz, Familie, Sozialisation, Erziehungsstile, Jugendhilfe und Delinquenzprävention.
Wie unterscheidet sich die "dialogische" von der "misslingenden" Bearbeitung?
In der dialogischen Bearbeitung wird das Verhalten offen besprochen und das Kind in die Lösungsfindung einbezogen, während bei der misslingenden Variante widersprüchliche Reaktionen oder reine Strafe ohne echte Verständigung überwiegen.
Warum spielt das Alter von 14 Jahren eine so große Rolle für die Argumentation?
Mit 14 Jahren beginnt die Strafmündigkeit in Deutschland, was die rechtliche und gesellschaftliche Perspektive auf delinquente Handlungen von Kindern maßgeblich verändert und die Notwendigkeit elterlicher oder pädagogischer Interventionen unterstreicht.
- Quote paper
- Özge Sakalar (Author), 2019, Familie als ein sozialer Kontext der Bearbeitung von Kinderdelinquenz. Chancen und Grenzen familialer Bearbeitungsmöglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1194618