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Zur Shop-Startseite › Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Schwerstarbeit im Klassenzimmer - Subjektive Wahrnehmungen des pädagogischen Auftrages

Eltern vs. Pädagogen/Innen, Erziehungsauftrag vs. Wissensvermittlung, Selbst- und Fremdzuschreibungen

Titel: Schwerstarbeit im Klassenzimmer - Subjektive Wahrnehmungen des pädagogischen Auftrages

Diplomarbeit , 2007 , 138 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Mag. Melanie Knoll (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Eltern und Lehrer/innen sind gemeinsam verantwortlich für die Erziehungsarbeit im Interesse der Schüler/innen und deren Bildung. Ist diese These in der modernen Gesellschaft noch vertretbar, oder gibt es eine Diskrepanz in der Aufgabenverteilung der Erziehung? Dieser Frage widmet sich diese Arbeit.
Gerade im Kontext der Frage nach Erziehung gab es schon früh die Erkenntnis, dass Gesellschaft und Kultur prägend auf das Individuum einwirken. „Von Plato über Rousseau und Jefferson bis zum frühen John Dewey hielt fast jeder, der über Erziehung schrieb, es, wie Lawrence A. Cremin in The Genius of American Education bemerkte, für selbstverständlich, dass Gesellschaft und Kultur – was die alten Griechen „paideia“ nannten – erziehen.“ (Silberman, E.: 1973, S 9)
Durch den stetigen sozialen und technologischen Wandel änderten sich auch die
Erziehungsformen. In dieser Arbeit werden die Forderungen und Ansprüche, welchen die Schule als öffentliche Institution und fester Bestandteil im Leben eines Kindes in der Erziehungsaufgabe, nach Ansicht der Eltern und Lehrer/innen Genüge tun muss, erhoben. Erziehung stellt ein viel diskutiertes und kontroverses Thema in unserer gegenwärtigen Gesellschaft dar. Aufgrund der verschiedensten Familienformen, Arbeitszeitmodelle und Schulmethodiken legt sich ein breit gefächertes Feld zum Thema Erziehung offen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Qualitative Forschung

3. Grundlagen schulischer Sozialisation und Erziehungsarbeit

3.1 Grundlagen des Schulsystems

3.1.1 Kompetenzverteilung im Schulsystem

3.1.2 Volksschule

3.1.3 Hauptschule

3.1.4 Allgemein bildende höhere Schule / AHS-Unterstufe

3.2 Die Entwicklung der Schule

3.2.1 Geschichtliche Merkmale

3.2.2 Schulreform nach Maria Theresia 1774

3.2.3 Das Reichsvolksschulgesetz 1869

3.2.4 Die Novelle des Reichsvolksschulgesetzes 1883

3.2.5 Die Schulrechtsnovelle 1962

3.3 Sozialisation und Erziehung

3.3.1 Sozialisation als Übernahme kulturspezifischer Normen und Werte

3.3.2 Sozialisation als Erlernen von Rollen und Einnehmen von Positionen

3.3.3 Sozialisation als Lebenslanger Prozess

3.3.4 Sozialisation als Reproduktion des Bestehenden

3.3.5 Die Instanzen des Sozialisationsprozesses

3.4 Schule als Instanz sozialer Beeinflussung

3.5 Die Erziehung in der Schule

3.6 Zusammenwirken von Elternhaus und Schule

3.7 Schule im Spannungsfeld

3.8 Vorbildfunktion der Lehrer/innen

3.9 Unterricht und Erziehung

3.10 Schulversagen

3.10.1 Temporäre Leistungsschwäche

3.10.2 Schulwechsel

3.10.3 Drop-Out

3.10.4 Risikogruppen im österreichischen Bildungssystem

4. Auswertung exploratives Interview Landesschulratspräsident

4.1 Aktuelle Brennpunkte im Bildungswesen

4.2 „Negativ Werbung“ in den Medien

4.3 Erwartungen der Gesellschaft

4.4 Strafmaßnahmen

4.5 Beitrag der Eltern zum Bildungsweg der Kinder

4.6 Schulversagen

4.7 Kommunikation Elternhaus und Schule

4.8 Vorbereitung in der Ausbildung

4.9 Erzieherischer Anteil

4.10 Instanzenweg

4.11 Persönliche Anmerkungen

5. Auswertung der Experteninterviews - Pädagogen/innen

5.1 Ergebnisse in der Kategorie Stellenwert Wissensvermittlung & Vermittlung sozialer Kompetenzen

5.2 Ergebnisse in der Kategorie Erwartungen

5.3 Erziehungsauftrag der Schule

5.4 Ergebnisse in der Kategorie Kommunikation

5.5 Ergebnisse in der Kategorie Strafmaßnahmen

5.6 Ergebnisse in der Kategorie Schulversagen

5.7 Ergebnisse in der Kategorie Erziehungsauftrag der Eltern

5.8 Ergebnisse in der Kategorie Entwicklung

5.9 Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse

6. Auswertung der Experteninterviews – Eltern

6.1 Ergebnisse in der Kategorie Stellenwert Wissensvermittlung & Vermittlung sozialer Kompetenzen

6.2 Ergebnisse in der Kategorie Erwartungen

6.3 Ergebnisse in der Kategorie Erziehungsauftrag der Schule

6.4 Ergebnisse in der Kategorie Kommunikation

6.5 Ergebnisse in der Kategorie Strafmaßnahmen

6.6 Ergebnisse in der Kategorie Schulversagen

6.7 Ergebnisse in der Kategorie Erziehungsauftrag der Eltern

6.8 Ergebnisse in der Kategorie Entwicklung

6.9 Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse

7. Schlussbetrachtung

8. Kritische Würdigung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die subjektiven Wahrnehmungen von Eltern und Pädagogen hinsichtlich des pädagogischen Erziehungsauftrags der Schule. Ziel ist es, Diskrepanzen in der Aufgabenverteilung zwischen Elternhaus und Schule zu identifizieren sowie Argumente für die Rechtfertigung bzw. Ablehnung erzieherischer Tätigkeiten in der Institution Schule zu analysieren.

  • Bedeutung von Wissensvermittlung vs. Erziehungsarbeit
  • Wechselseitige Erwartungshaltungen zwischen Lehrkräften und Eltern
  • Umgang mit Schulversagen und Sanktionen
  • Kommunikationsprozesse und Kooperation zwischen Elternhaus und Schule
  • Entwicklung des Berufsbildes des Lehrers im gesellschaftlichen Wandel

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Schulreform nach Maria Theresia 1774

Ausgehend vom Mittelalter unterlag das Schulwesen in seinen Anfängen der kirchlichen Herrschaft, die im Laufe der Zeit in die staatliche Hand überging. Ausschlaggebend für diese Änderung war vor allem die absolutistische Regierungspolitik M. Theresias im 18. Jahrhundert.

Im Jahre 1774 wurde das österreichische Schulrecht durch die „Allgemeine Schulordnung für die deutschen Normal-, Haupt- und Trivialschulen in sämtlichen Kays. Königl. Erblanden“ umstrukturiert. Diese Gesetzesvorschrift bildete die Grundlage für neue Strukturen, die zum Teil bis in die Gegenwart Gültigkeit haben. Auf die Reform Maria Theresias gründet sich auch die Schulpflicht, die damals für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren zum Tragen kam. Die Reform gliederte den Unterricht im Wesentlichen in fünf Teilbereiche:

Häuslicher Unterricht: Dieser Unterricht wurde durch einen eigenen Privatlehrer abgehalten und ging mit einem großen finanziellen Aufwand einher. Aus diesem Grund war der häusliche Unterricht den Kindern aus gut betuchtem Elternhaus vorbehalten.

Trivialschule: Die Trivialschule wird in der Literatur auch Regelschule genannt. Die Schüler und Schülerinnen stammten zu über 90 Prozent aus bäuerlichen Familien.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die geteilte Verantwortung von Eltern und Schule bei der Erziehung und Bildung von Kindern.

2. Qualitative Forschung: Dieser Abschnitt beschreibt das methodische Design der Untersuchung, basierend auf leitfadengestützten Experteninterviews und qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring.

3. Grundlagen schulischer Sozialisation und Erziehungsarbeit: Hier werden theoretische Grundlagen des österreichischen Schulsystems, die historische Entwicklung sowie Konzepte von Sozialisation und Erziehung diskutiert.

4. Auswertung exploratives Interview Landesschulratspräsident: Ein exploratives Interview dient zur Sensibilisierung für aktuelle bildungspolitische Themen wie Gewalt an Schulen und den Erziehungsauftrag.

5. Auswertung der Experteninterviews - Pädagogen/innen: Die Ergebnisse der Interviews mit Lehrkräften zeigen deren Wahrnehmung von Erziehungsaufgaben, Erwartungen und Schwierigkeiten im Berufsalltag.

6. Auswertung der Experteninterviews – Eltern: Die Sichtweise der Eltern auf die Kooperation mit der Schule, Erziehungspflichten und das Phänomen Schulversagen wird hier detailliert analysiert.

7. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst zusammen, dass Erziehung heute als gemeinsames, wenngleich oft kontroverses Feld von Schule und Elternhaus gesehen wird.

8. Kritische Würdigung: Die Autorin reflektiert ihre empirische Arbeit und diskutiert die Herausforderungen bei der Durchführung der Interviews.

Schlüsselwörter

Schule, Erziehung, Erziehungsauftrag, Sozialisation, Wissensvermittlung, Elternhaus, Lehrer, Schulversagen, Kommunikation, Kooperation, Bildungssoziologie, Pädagogik, Experteninterview, Qualitative Sozialforschung, Schulerfolg

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit?

Die Arbeit analysiert die subjektiven Wahrnehmungen von Eltern und Lehrkräften zum Erziehungsauftrag der Institution Schule und deren Zusammenarbeit.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Wissensvermittlung und Erziehung, wechselseitige Zuschreibungen bei Schulproblemen sowie die Kommunikation zwischen Elternhaus und Schule.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Hauptziel ist es, die Anforderungen an die Schule im Erziehungsbereich zu definieren und zu verstehen, wie Eltern und Pädagogen diese Verantwortung wahrnehmen oder auf die jeweils andere Seite übertragen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Untersuchung basiert auf der qualitativen Sozialforschung, konkret auf leitfadengestützten Experteninterviews, die nach der Methode von Mayring ausgewertet wurden.

Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen schulischer Sozialisation sowie in die empirische Auswertung von Interviews mit dem Landesschulratspräsidenten, Pädagogen und Eltern.

Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Erziehungsauftrag, Schule, Elternhaus, Kooperation, Sozialisation, Schulversagen und pädagogische Professionalität.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Lehrern und Eltern beim Thema Schulversagen?

Während Pädagogen das Versagen häufig auf häusliche Bedingungen und fehlende Motivation zurückführen, sehen Eltern das Versagen oft als Mangel an individueller Förderung oder mangelnder pädagogischer Kompetenz der Lehrkraft.

Welche Rolle spielt die Kommunikation zwischen Elternhaus und Schule in der Studie?

Die Kommunikation wird als kritischer Erfolgsfaktor identifiziert, wobei beide Gruppen die Intensität und Qualität der aktuellen Dialogangebote als ausbaufähig bezeichnen.

Inwiefern beeinflusst das Stadt-Land-Gefälle die Zusammenarbeit?

Die Studie zeigt auf ländlicher Ebene eine geringere Distanz und einen persönlicheren Austausch zwischen Lehrpersonal und Eltern, was die Kommunikation fördert.

Ende der Leseprobe aus 138 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Schwerstarbeit im Klassenzimmer - Subjektive Wahrnehmungen des pädagogischen Auftrages
Untertitel
Eltern vs. Pädagogen/Innen, Erziehungsauftrag vs. Wissensvermittlung, Selbst- und Fremdzuschreibungen
Hochschule
Johannes Kepler Universität Linz  (Abteilung für theoretische Soziologie und Sozialanalysen)
Note
3,0
Autor
Mag. Melanie Knoll (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
138
Katalognummer
V119375
ISBN (eBook)
9783640260201
ISBN (Buch)
9783640260508
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schwerstarbeit Klassenzimmer
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mag. Melanie Knoll (Autor:in), 2007, Schwerstarbeit im Klassenzimmer - Subjektive Wahrnehmungen des pädagogischen Auftrages, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/119375
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