Die vorliegende Arbeit soll sich dem Thema der (scheinbaren oder tatsächlichen) Feminisierung des Lehrberufes annähern, um dieses Konzept zugänglich und bewertbar zu machen. Dazu soll zunächst die Diskussion rund um die Feminisierung des Lehrberufes dargestellt und anschließend anhand vorliegender wissenschaftlicher Erkenntnisse beurteilt werden. Das Augenmerk gilt hier insbesondere der Annahme Kraus‘, dass aus der Feminisierung negative Lerneffekte für Jungen resultieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zur Feminisierungsdebatte
2.1 Zur Verteilung von Männern und Frauen in Lehrberufen
2.2. Empirische Daten zur Auswirkung der Feminisierung
3. Fazit
4. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Feminisierung des Lehrberufs kritisch, um zu bewerten, ob ein Zusammenhang zwischen dem hohen Anteil weiblicher Lehrkräfte und der vermeintlichen Bildungsbenachteiligung von Jungen besteht.
- Debatte um die Feminisierung des Lehrberufs
- Statistische Verteilung von Männern und Frauen im Schulwesen
- Analyse empirischer Daten zu Bildungs- und Lernerfolgen
- Bewertung von Ursache-Wirkungs-Annahmen in der Bildungspolitik
- Reflexion der Rolle von Geschlechterstereotypen im Unterricht
Auszug aus dem Buch
2.1 Zur Verteilung von Männern und Frauen in Lehrberufen
Der Begriff der Feminisierung beschreibt zunächst einmal den ansteigenden Anteil von Frauen in ehemals männlich dominierten Berufszweigen und ist insbesondere auf die zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen im 20. Jahrhundert zurückzuführen. Dabei kann zwischen einer tatsächlichen Feminisierung und einer scheinbaren Feminisierung unterschieden werden. Tatsächliche Feminisierung beschreibt die Zunahme von Frauen in einem Berufszweig, während die Zahl der Männer stagniert oder abnimmt – die Geschlechterdifferenz verringert sich also. Von scheinbarer Feminisierung kann dann gesprochen werden, wenn der Anteil an Frauen zwar steigt, jedoch weniger, als der Männer – die Geschlechterdifferenz vergrößert sich also trotz steigender Anzahl an Frauen.
Das statistische Bundesamt (Destatis) teilte dazu in einer Pressemitteilung aus dem Jahr 2019 mit: „Wie unterschiedlich die Geschlechter sich in einem Berufszweig verteilen können, zeigt das vielfältige Berufsfeld der Lehrenden“ (Destatis 2019). Des Weiteren wird mit Hinblick auf das Grundschulumfeld festgehalten: „Besonders selten sind Männer als Grundschullehrer tätig. 2018 waren es 19 000 von insgesamt rund 200 000 Lehrenden an Grundschulen. Der Männeranteil von 9 % sank damit im Vergleich zu 2012 (10 %) geringfügig“ (Destatis 2019). Dabei weicht der Grundschulbereich signifikant vom Gesamtanteil männlicher Lehrkräfte (27%) ab (vgl. Destatis 2019). Insbesondere an den Hochschulen ergibt sich ein umgekehrtes Bild: Hier sind 58 % der Forschenden und Lehrenden männlich (vgl. Destatis 2019).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Debatte über den Männermangel an Grundschulen ein und beleuchtet die Sorge vor negativen Auswirkungen auf die Entwicklung männlicher Schüler.
2. Zur Feminisierungsdebatte: Hier werden die verschiedenen Perspektiven der Debatte sowie statistische Daten zur Lehrerverteilung und empirische Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen Geschlecht der Lehrkraft und Schülerleistung analysiert.
3. Fazit: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Annahme einer direkten Bildungsbenachteiligung von Jungen durch eine weiblich dominierte Lehrerschaft wissenschaftlich kaum gestützt ist.
4. Literatur: In diesem Abschnitt werden alle verwendeten Quellen und weiterführende Literatur zur Thematik aufgeführt.
Schlüsselwörter
Feminisierung, Lehrberuf, Bildungsbenachteiligung, Grundschule, Geschlechterdifferenz, Lehrerinnen, Schulleistung, Bildungssoziologie, Stereotype, Statistik, Erwerbstätigkeit, Kompetenzentwicklung, Bildungsbiografie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob die Feminisierung des Lehrberufs, also der hohe Anteil an weiblichen Lehrkräften, negative Konsequenzen für die schulische Bildung von Jungen hat.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen die statistische Verteilung der Geschlechter in verschiedenen Schulformen sowie die Auswertung empirischer Studien zur Auswirkung auf Lernerfolge und Bildungsübergänge.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Konzept der Feminisierung kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob die in der öffentlichen Debatte oft behauptete Kausalität zwischen weiblichem Lehrpersonal und Jungen-Benachteiligung wissenschaftlich haltbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Datenanalyse, bei der aktuelle Statistiken und wissenschaftliche Publikationen zueinander in Bezug gesetzt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Klärung der Feminisierung, eine statistische Bestandsaufnahme und eine empirische Prüfung der Auswirkungen auf die schulische Leistung und Entwicklung von Schülern.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Feminisierung, Bildungsbenachteiligung, Geschlechterdifferenz, Grundschule und Kompetenzentwicklung geprägt.
Was versteht man unter dem in der Arbeit genannten "Stereotype Threat"?
Der "Stereotype Threat" beschreibt die psychologische Aktivierung von Vorurteilen bei der leistungsbezogenen Bewertung, die das Verhalten und die Einschätzung von Schülern beeinflussen kann.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor hinsichtlich der Forderung nach mehr männlichen Lehrern?
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die Forderung nach mehr männlichen Lehrern als Lösung für Bildungsbenachteiligung empirisch kaum gestützt ist und nicht zu einer Verbesserung des Bildungswegs von Jungen führt.
- Quote paper
- Stephan Jaskolla (Author), 2021, Feminisierung des Lehrberufs – Bildungsbenachteiligung für Schüler oder konstruiertes Problem?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1193174