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Paquito

Titel: Paquito

Klassiker , 2008 , 22 Seiten

Autor:in: Elisabeth von Heyking (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Erstmalig erschienen 1921. Auszug: Auch die größten Reiche der Welt sind klein, will man sie messen am unermeßlichen Raume. - Paquitos Reich aber war besonders klein. Es bestand nur aus einer offenen Kiste, auf deren einer Seite in halb verwischten, schwarzen Buchstaben die Worte „Pommery Greno“ zu lesen waren. Diese Kiste, die einst ein Schiff über das große Meer nach Mexiko gebracht, und deren Inhalt frohen Wahn spendender Schaum gewesen, war zur Wohnstätte eines Atoms des großen menschlichen Elends geworden; in ihr verbrachte Paquito seine Tage.
Ein verkrüppeltes Kind war Paquito. Eine Zusammensetzung von lauter zu viel und zu wenig; ein völlig mißlungenes Stück des Menschen formenden Töpfers. Zwischen den Schultern saß ihm ein Höcker und seine Brust sprang spitz vor, von den Hüften an aber war überhaupt wenig mehr von Paquito vorhanden - ein Fetzen Decke verhüllte diesen Teil des mißratenen Werkes. Das einzig Schöne an dem ganzen Mißgebilde waren seine Augen. Schwarz und unendlich tief, blickten sie träumerisch, als schauten sie zurück in weite Fernen uralten Unrechts; fragend war oft ihr Ausdruck, als sähen sie ein Rätsel und flehten um eine Antwort, die Befreiung brächte.
Das Rätsel, das die Kinderaugen gewahrten, hieß: Woher, wohin, wozu?
Und hätte es unter den Menschen, die mit Paquito einen der armseligen Höfe der Stadt bewohnten, solche gegeben, denen die äußeren Erscheinungen Anlaß zur Grübelei über Ursache und Endzweck bieten, so wäre des Kindes Anblick so recht dazu angetan gewesen, diese Fragen in ihnen hervorzurufen. Aber Don Eusebio und Donna Guadalupe, Paquitos Onkel und Tante, waren träg veranlagte Menschen, die überhaupt wenig dachten und nie den Wunsch empfunden hatten, dem Rätsel näher zu kommen, das hinter jeder Existenz liegt. Donna Lupe erschien es höchst einfach, woher Paquito gekommen. Er war eben der Sohn ihrer Schwester - und die Geschichte dieser Schwester war auch wiederum höchst einfach.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Paquito

Zielsetzung & Themen

Die Erzählung thematisiert das tragische Schicksal des körperlich behinderten Jungen Paquito im Mexiko des frühen 20. Jahrhunderts. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Armut, religiöser und politischer Ideologien sowie der Suche nach Freiheit, wird die Diskrepanz zwischen der feierlichen nationalen Rhetorik und der harten, oft grausamen Lebensrealität der Marginalisierten untersucht.

  • Die soziale Isolation und Entmenschlichung von Behinderten in prekären Lebensverhältnissen.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit Nationalismus und dem Begriff der „Freiheit“ als politischem Fetisch.
  • Der Kontrast zwischen religiösen Idealen und der sozialen Praxis der Armen.
  • Die Suche nach Identität und Erlösung in einer hoffnungslosen Umgebung.
  • Die zyklische Natur von politischem Umbruch und gesellschaftlicher Unterdrückung.

Auszug aus dem Buch

Paquito

Auch die größten Reiche der Welt sind klein, will man sie messen am unermeßlichen Raume. - Paquitos Reich aber war besonders klein. Es bestand nur aus einer offenen Kiste, auf deren einer Seite in halb verwischten, schwarzen Buchstaben die Worte „Pommery Greno“ zu lesen waren. Diese Kiste, die einst ein Schiff über das große Meer nach Mexiko gebracht, und deren Inhalt frohen Wahn spendender Schaum gewesen, war zur Wohnstätte eines Atoms des großen menschlichen Elends geworden; in ihr verbrachte Paquito seine Tage.

Ein verkrüppeltes Kind war Paquito. Eine Zusammensetzung von lauter zu viel und zu wenig; ein völlig mißlungenes Stück des Menschen formenden Töpfers. Zwischen den Schultern saß ihm ein Höcker und seine Brust sprang spitz vor, von den Hüften an aber war überhaupt wenig mehr von Paquito vorhanden - ein Fetzen Decke verhüllte diesen Teil des mißratenen Werkes. Das einzig Schöne an dem ganzen Mißgebilde waren seine Augen. Schwarz und unendlich tief, blickten sie träumerisch, als schauten sie zurück in weite Fernen uralten Unrechts; fragend war oft ihr Ausdruck, als sähen sie ein Rätsel und flehten um eine Antwort, die Befreiung brächte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Paquito: Die Erzählung führt den physisch schwer beeinträchtigten Jungen Paquito ein, der isoliert in ärmlichen Verhältnissen lebt und nach seinem Platz in einer Welt sucht, die ihn als überflüssig betrachtet, während um ihn herum politische Ideologien und der Begriff der „Freiheit“ als Massenphänomene zelebriert werden.

Schlüsselwörter

Paquito, Mexiko, soziale Not, Behinderung, Freiheit, Nationalismus, Marginalisierung, Armut, Erlösung, gesellschaftliche Kritik, Leben und Tod, soziale Ungerechtigkeit, politische Ideologie, Schicksal, Menschheitsleid.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Erzählung ist eine sozialkritische Studie über einen körperlich behinderten Jungen namens Paquito, der in einem ärmlichen Milieu in Mexiko lebt und durch eine politisch aufgeheizte Gesellschaft schließlich sein Leben verliert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Themen Armut, die gesellschaftliche Stellung von Menschen mit Behinderungen, den kritischen Umgang mit Begriffen wie nationaler Freiheit und den Kontrast zwischen religiös-politischen Idealen und der harten sozialen Realität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das Schicksal des Individuums Paquito als Symbol für das „zu viele“ und „zu wenige“ in einer ungleichen Gesellschaft darzustellen und die Leere des Freiheitsbegriffs im Angesicht echten Leids zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche oder literarische Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literarische Erzählung, die durch naturalistisch geprägte Beschreibungen und philosophische Reflexionen ein Sittenbild der damaligen mexikanischen Gesellschaft zeichnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beschreibt den tristen Alltag im Hof, die familiäre Vernachlässigung von Paquito, seine Instrumentalisierung als Bettelmusikant und seinen Wunsch, beim Befreiungsfest die Freiheit selbst zu erleben, was in seiner Katastrophe mündet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Die wichtigsten Schlagworte sind Paquito, soziale Ungerechtigkeit, die kritische Dekonstruktion des Freiheitsbegriffs, das Elend der Armen und die Suche nach menschlicher Würde.

Warum ist die Kiste für Paquito so bedeutsam?

Die Kiste ist das „Reich“ des Jungen; sie dient als sein einziger Lebensraum, Schlafplatz und als Symbol für seine körperliche Einschränkung sowie die Abgrenzung zur restlichen, scheinbar „gesunden“ Welt.

Welche Rolle spielen die Nebenfiguren für Paquitos Entwicklung?

Figuren wie Don Antonio und Donna Anastasia repräsentieren gegensätzliche Ideologien (Liberalismus vs. Klerikalismus), die für Paquito bedeutungslos bleiben, da sie ihn lediglich als Objekt ihrer Weltanschauung oder als nützlichen Verdienstbringer betrachten.

Was ist die Ironie des Endes?

Die bittere Ironie liegt darin, dass der Junge, der in einer Welt voller Rhetorik über Freiheit lebte, erst durch seinen gewaltsamen Tod in der Menge bei der Feier der Freiheit diese „wahre Befreiung“ von seinem leidvollen Leben erfährt.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Paquito
Autor
Elisabeth von Heyking (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
22
Katalognummer
V119229
ISBN (eBook)
9783640219629
ISBN (Buch)
9783640227464
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Paquito
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Elisabeth von Heyking (Autor:in), 2008, Paquito, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/119229
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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