Das Ziel dieser Hausarbeit ist es, zu ermitteln, wie „diktierendes Schreiben“ Kinder in ihrem frühen Zugang zur Schriftlichkeit fördern kann. Um dies beantworten zu können, muss zuvor eine Reihe von begrifflichen Klärungen und Differenzierungen vorgenommen werden. Hierfür werden zunächst die Begriffe Mündlichkeit und Schriftlichkeit differenziert, um anschließend auf den Übergang vom Mündlichen ins Schriftliche einzugehen und die Herausforderung des Schreibens zu ermitteln. Daraufhin wird die Idee des diktierenden Schreibens erläutert, indem eingangs das grundlegende Konzept und die einhergehenden Zielsetzungen dargestellt werden und anschließend auf konkrete Umsetzungen eingegangen wird. Auf die Ausführung dieser theoretischen Grundlagen folgt eine empirische Erprobung, in der das Konzept des diktierenden Schreibens an einem Vorschüler erprobt wird.
Schließlich werden die Ergebnisse der Untersuchung zusammenfassend dargestellt und diskutiert. Das Fazit der Arbeit dient der Zusammenführung des theoretischen und praktischen Teils und gibt deren wichtigsten Ergebnisse wieder.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Mündlichkeit und Schriftlichkeit
2.1 Medium und Konzeption
2.2 Übergang von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit
3 Diktierendes Schreiben
3.1 Grundlagen und Zielsetzungen
3.2 Diktierendes Schreiben als lernendes Schreiben
3.3 Rahmenbedingungen der Umsetzung
3.4 Die Rolle von Skriptor*innen
4 Eigene Erhebung
4.1 Methode und Material
4.2 Ergebnisse und Diskussion
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das pädagogische Konzept des „diktierenden Schreibens“ als Methode, um bei Vorschulkindern bereits vor dem Erwerb eigener Schreibkompetenzen ein Verständnis für konzeptionelle Schriftlichkeit und die damit verbundene „Haltung des Schreibens“ zu fördern.
- Differenzierung zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit
- Die Rolle der Skriptor*innen als Sprachvorbild und Begleiter
- Implizites Lernen im diktierenden Schreiben
- Empirische Fallanalyse eines fünfjährigen Kindes
- Förderung der Perspektivenübernahme bei Schreibanfängern
Auszug aus dem Buch
4.1 Methode und Material
Der Proband heißt Paul, ist fünf Jahre alt und wird ab September 2022 die 1. Klasse besuchen. Bisher hat er keine Erfahrungen im diktierenden Schreiben sammeln können. Es ist demnach für ihn eine völlig neue Situation. Das Bilderbuch, zu dem Paul seine Gedanken diktiert, trägt den Titel Die Streithörnchen. Darin handelt es von zwei Eichhörnchen, welchen der Winter kurz bevorsteht. Einer von ihnen hat es allerdings versäumt, einen Vorrat anzulegen, bevor bald kaum noch Nahrung zu finden ist. Doch nicht nur er hat es auf den letzten Zapfen abgesehen, sondern auch das Eichhörnchen Finn. So entsteht eine Art Wettstreit, wobei auch die Themen Freundschaft und Teilen immer wichtiger werden.
Paul kennt die Geschichte gut. Die Skriptorin setzt sich mit ihm an den Tisch. Da sie Linkshänderin ist, sitzt Paul rechts von ihr, sodass er ohne Probleme auf das Schreibblatt blicken kann. Auf dem Blatt ist ein großes Bild der beiden Eichhörnchen der Geschichte zu erkennen. Als Schreibaufgabe formuliert die Skriptorin folgendes:
„Du hast die Geschichte „Die Streithörnchen“ gehört. Auf diesem Schreibblatt kannst du etwas dazu schreiben, was DIR wichtig ist. Ich schreibe es für dich“ (nach Vorlage von Merklinger 2012, S. 40).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Schriftspracherwerbs ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Förderung durch diktierendes Schreiben zu untersuchen.
2 Mündlichkeit und Schriftlichkeit: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der sprachlichen Differenzierung zwischen medialer und konzeptioneller Mündlichkeit bzw. Schriftlichkeit.
3 Diktierendes Schreiben: Hier wird das Konzept des diktierenden Schreibens als Lernmethode vorgestellt, inklusive der Rolle der Skriptor*innen und der notwendigen Rahmenbedingungen.
4 Eigene Erhebung: Dieser Abschnitt beschreibt das methodische Vorgehen bei der praktischen Erprobung mit einem Probanden sowie die anschließende Analyse und Diskussion der Ergebnisse.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt die Bedeutung der „Haltung des Schreibens“ sowie der kompetenten Begleitung durch Skriptor*innen.
Schlüsselwörter
diktierendes Schreiben, Schriftlichkeit, Mündlichkeit, Literacy-Erfahrungen, Skriptor*innen, Schreibförderung, Konzeption, implizites Lernen, Sprachvorbild, Schriftspracherwerb, Vorschulkind, Perspektivenübernahme, mediale Umsetzung, Verschriftlichung, Schreibanfänger
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Kinder durch das „diktierende Schreiben“ – also das Diktieren von Texten an einen erwachsenen Schreiber – frühzeitig an die konzeptionelle Welt der Schriftlichkeit herangeführt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretische Abgrenzung von Mündlichkeit und Schriftlichkeit, das Konzept des diktierenden Schreibens, die Rolle der Skriptor*innen sowie der konkrete Lernprozess bei Kindern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu ermitteln, inwiefern diktierendes Schreiben als Methode geeignet ist, Kinder in ihrem frühen Zugang zur Schriftlichkeit zu unterstützen und welche Rolle dabei die Interaktion mit einer erwachsenen Person spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur, ergänzt durch eine qualitative empirische Untersuchung in Form eines Diktierprozesses mit einem fünfjährigen Kind.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Begrifflichkeiten geklärt, das Konzept des diktierenden Schreibens expliziert und schließlich eine Fallstudie analysiert, in der ein Vorschüler seine Gedanken zu einem Bilderbuch diktiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind diktierendes Schreiben, Skriptor*innen, Schriftspracherwerb, implizites Lernen, Literacy-Erfahrungen und konzeptionelle Schriftlichkeit.
Warum spielt die Rolle der Skriptor*innen eine so große Rolle?
Die Skriptor*innen fungieren nicht nur als Schreiber, sondern als aktive Sprachvorbilder, die das Kind durch gezielte Nachfragen, Pausen und korrektive Rückmeldungen implizit zur konzeptionellen Schriftlichkeit anregen.
Wie reagierte der Proband im Beispiel auf die Diktiersituation?
Der Proband entwickelte im Laufe des Prozesses ein zunehmendes Bewusstsein für das Schreiben, indem er sein Sprechtempo anpasste, schrifttypische Formulierungen wählte und sich aktiv mit der Aufgabe auseinandersetzte.
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- Anonym (Author), 2022, Schreiben lernen durch Diktieren. Diktierendes Schreiben als früher Zugang zur Schrift, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1190974