Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Einsatz der Künstlichen Intelligenz in der Sozialen Arbeit und den daraus resultierenden Chancen und Risiken. Der Fokus wird auf realistischen Anwendungsgebieten von schwacher künstlicher Intelligenz im Rahmen der Sozialen Arbeit gelegt.
Zunächst wird versucht die zentralen Begriffe der Sozialen Arbeit und Künstliche Intelligenz zu definieren. Die Künstliche Intelligenz im Besonderen hat starke Überschneidungen mit angrenzenden Informatik Fachtermini, die zum Verständnis für die weitere Arbeit ebenfalls definiert werden müssen.
Im nächsten Teil der Arbeit werden die Chancen beleuchtet, die die künstliche Intelligenz der Sozialen Arbeit ermöglicht. Dabei wird sowohl auf bereits aktive Anwendungsfelder, als auch mögliche Entwicklungen Bezug genommen. Insbesondere die präventive Soziale Arbeit zum Schutz von Kindern, die einer möglichen Kindeswohlgefährdung ausgesetzt sind sowie Schutz suizidgefährdeter Menschen. Dazu gesellt sich die Obdachlosenhilfe und KI als Hilfsmittel für die Soziale Arbeit. Daraufhin werden die Risiken beleuchtet. Dabei wird sowohl auf unsachliche Anwendung der KI, sowie die Datenschutzproblematik und die mögliche Deprofessionalisierung der Sozialen Arbeit eingegangen. Zuletzt wird ein Fazit zur Arbeit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Soziale Arbeit
2.2 Künstliche Intelligenz
2.2.1 Machine Learning
2.2.2 Deep Learning & Neuronale Netzwerke
2.2.3 Big Data
3. Chancen
3.1 Predictive Social Work
3.1.1 KI und Kindeswohlgefährdung
3.1.2 KI und Suizidvorbeugung
3.2 KI in der Obdachlosenhilfe
3.3 KI als Assistenz/Hilfsmittel
4. Risiken
4.1 Unkluge KI
4.2 Datenschutz
4.3 Umkehrung der Chancen
4.4 Praktikabilität
4.5 Deprofessionalisierung Sozialer Arbeit
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial sowie die Herausforderungen des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz (KI) innerhalb der Sozialen Arbeit. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie technologische Assistenzsysteme die Praxis unterstützen können, ohne dabei ethische Standards oder die professionelle Autonomie zu gefährden.
- Grundlagenbegriffe der Sozialen Arbeit und der Künstlichen Intelligenz
- Möglichkeiten des "Predictive Social Work" zur Prävention
- Anwendungsbeispiele in der Obdachlosenhilfe und Suizidprävention
- Datenschutzrelevante Aspekte und Risiken algorithmischer Entscheidungsfindungen
- Diskussion über eine potenzielle Deprofessionalisierung durch Technisierung
Auszug aus dem Buch
3.1 Predictive Social Work
KI hat das Potential die Soziale Arbeit in Ihrer Professionalität zu unterstützen, indem bis dato unbekannte Faktoren in sozialen Thematiken durch Analyse in den Vordergrund gestellt werden.
In der englischen Literatur hat sich der Begriff der predictive social work hervorgetan. Dies könnte man beispielsweise mit vorausschauender sozialer Arbeit übersetzen, wie es Beranek tut. Eine andere Möglichkeit wäre die vorhersagende oder wahrsagende Soziale Arbeit.
Der Begriff funktioniert parallel zum predictive policing. Dort werden KIs, kriminalstatistische Modelle und große Datensätze eingesetzt, um die Wahrscheinlichkeit von Straftaten mit einem hohen Konfidenzniveau einschätzen zu können. So sollen im Idealfall Straftaten verhindert werden, bevor sie begangen werden – bzw. in der Tat vereitelt werden. Dieser Zustand soll durch intelligente, datenbasierte Einsatzplanung erreicht werden.
Ähnlich und teilweise überschneidend soll KI in der Sozialen Arbeit eingesetzt werden, um Interventionen früher als für die Soziale Arbeit üblich zu Beginnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab und erläutert die Relevanz der Untersuchung des KI-Einsatzes in der Sozialen Arbeit.
2. Definitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe wie Soziale Arbeit, KI, Machine Learning, Deep Learning und Big Data für den weiteren Kontext definiert.
3. Chancen: Das Kapitel beleuchtet positive Potenziale von KI, insbesondere durch präventive Ansätze, Unterstützung in der Obdachlosenhilfe und als allgemeines Assistenzmittel.
4. Risiken: Hier werden kritische Aspekte wie algorithmische Fehlerquellen ("Unkluge KI"), Datenschutzbedenken und die Gefahr der Deprofessionalisierung diskutiert.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ambivalenz der technologischen Entwicklung zusammen und fordert eine proaktive Auseinandersetzung der Sozialen Arbeit mit den neuen Werkzeugen.
Schlüsselwörter
Künstliche Intelligenz, Soziale Arbeit, Predictive Social Work, Machine Learning, Big Data, Kindeswohlgefährdung, Suizidprävention, Obdachlosenhilfe, Datenschutz, Algorithmen, Deprofessionalisierung, Digitale Transformation, Assistenzsysteme, Ethik, Soziale Interventionen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Schnittstelle zwischen digitaler Technologie und der Sozialen Arbeit, speziell unter dem Aspekt des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von KI, die Anwendungsmöglichkeiten im präventiven sozialen Bereich sowie eine kritische Auseinandersetzung mit ethischen und praktischen Risiken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Chancen und Risiken des KI-Einsatzes aufzuzeigen und zu erörtern, ob und wie KI die Soziale Arbeit unterstützen kann, ohne deren professionelle Basis zu untergraben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung und Literaturanalyse zu aktuellen Entwicklungen und Anwendungsfeldern der KI in der Sozialen Arbeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsklärung, eine Darstellung von Chancen (wie Predictive Social Work) und eine Analyse der Risiken (wie Datenschutz und fehlerhafte Algorithmen).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Soziale Arbeit, Künstliche Intelligenz, Prävention, Algorithmen, Datenschutz und Deprofessionalisierung.
Inwiefern kann KI bei der Kindeswohlgefährdung helfen?
KI-Modelle können große Datenmengen analysieren, um Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen, was als ergänzendes Werkzeug für Sozialarbeiter bei der Gefährdungseinschätzung dienen könnte.
Welche Gefahren bestehen bei der Nutzung von "Unkluger KI"?
Da KI-Systeme oft als "Blackbox" fungieren, können sie falsche oder diskriminierende Schlüsse ziehen, wenn sie auf voreingenommenen Daten basieren oder komplexe soziale Zusammenhänge nicht korrekt erfassen.
- Arbeit zitieren
- Jan Geiger (Autor:in), 2022, Chancen und Risiken für den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1190648