Im Verlauf dieser Arbeit wird die Auswirkung digitaler Kommunikationsmedien und neue Arbeitsformen wie Tele-Arbeit auf das Arbeitsverhalten erläutert. Im nächsten Schritt wird auf die vier Kategorien von Arbeitsverhalten eingegangen, um die möglichen Risiken digitaler Kommunikationsmedien für extraproduktiver Mitarbeiter zu erörtern. Zum Schluss werden Maßnahmen zur Prävention sowie Vor- und Nachteile vorgeschlagen und diskutiert.
In den letzten Jahrzehnten hat die Digitalisierung das Arbeits- und Privatleben zunehmend verändert. Dabei steht der Begriff „Future Workplace & Office“ für eine modernisierte Büro- und Arbeitswelt, welche eine verbesserte Flächennutzung und eine gesteigerte Innovationskraft sowie Produktivität ermöglichen soll. Mobilität und Flexibilität sind zentrale Themen in der modernen Arbeitswelt geworden. Für viele Unternehmer stellt die attraktive Gestaltung der Arbeitsplätze unter diesen Trends eine große Herausforderung dar. Neue Informationstechnologien sowie Hardware ermöglichen zeitliche und räumliche Flexibilität. Der Austausch von Informationen und die Kommunikation mit Arbeitskollegen findet in virtuellen Räumen statt. Entscheidungen erfahren Unterstützung durch künstliche Intelligenz oder der Analyse große Datenbestände.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen zum Wandel der Arbeitswelt
2.1 Flexible Arbeitskonzepte
2.2 Digitale Kommunikationsmedien
3 Auswirkung digitaler Kommunikationsmedien auf das Arbeitsverhalten
3.1 Formen des Arbeitsverhaltens
3.2 Kontraproduktives Arbeitsverhalten
3.3 Intrapreneurship
3.4 Dienst nach Vorschrift
3.5 Extraproduktives Arbeitsverhalten
3.5.1 Negative Auswirkungen von OCB
3.5.2 Präventionsmaßnahmen im Umgang mit digitalen Kommunikationsmedien für extraproduktive Mitarbeiter
4 kritische Diskussion
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der zunehmenden Digitalisierung und der Nutzung digitaler Kommunikationsmedien auf das Arbeitsverhalten von Beschäftigten, wobei insbesondere der Einfluss auf verschiedene Verhaltensformen wie OCB oder kontraproduktives Verhalten im Fokus steht.
- Wandel der Arbeitswelt und flexible Arbeitskonzepte
- Grundlagen digitaler Kommunikationsmedien
- Typologien des Arbeitsverhaltens (OCB vs. CWB)
- Herausforderungen durch Informationsüberflutung und ständige Erreichbarkeit
Auszug aus dem Buch
3.2 Kontraproduktives Arbeitsverhalten
Sackett und DeVore (2001) verstehen unter kontraproduktivem Arbeitsverhalten (CWB) jedes absichtliche Verhalten eines Organisationsmitglieds, das von der Organisation und seinen Interessen abweicht und diesen schadet. Unbewusste Verhaltensweisen können nicht als kontraproduktives Verhalten gezählt werden, da diese keine bewussten Handlungsabsichten hat (Hafidz, Hoesni & Fatimah, 2012, S.32). Es wird nur ungern über dieses Verhalten gesprochen, es ist jedoch allgemein bekannt. Beispielsweise verschwinden regelmäßig Werkzeuge, an Montagen, es gibt es besonders viele krankheitsbedingte Ausfälle, manche trinken während der Arbeitszeit mit den Kollegen gerne mal ein Bier, etc. Die Arbeits- und Organisationspsychologie hat dieses Thema lange Zeit verschwiegen. In den letzten Jahren konnte jedoch ein Umdenken beobachtet werden. Mittlerweile wird versucht, die möglichen Ursachen problematischer Mitarbeiterverhaltens und deren weiteren Formen wissenschaftlich zu untersuchen (Nerdinger, Blickle & Schaper, 2019, S.489).
Der Begriff Kontraproduktivität kennzeichnet sich durch drei Merkmale. Unabhängig vom Resultat eines Verhaltens, muss die Handlung absichtlich durchgeführt worden sein. Beschädigt ein Mitarbeiter aus Versehen einen Gegenstand, wodurch ein großer Schaden entsteht, wird in diesem Fall nicht von Kontraproduktiven Verhalten gesprochen, sondern von Pech oder Unglück. Wird ein Arbeitsgerät z. B. bewusst zerstört, um sich eine Pause zu verschaffen, wird dieses Verhalten auch als kontraproduktives Verhalten bezeichnet. Ist eine Handlung dazu in der Lage, einen Schaden zu verursachen, welcher aber nicht zwingend eintreten muss, wird von kontraproduktivem Verhalten gesprochen. Trinkt ein Kraftfahrer während der Fahrt Alkohol, baut aber keinen Unfall, ist dies trotzdem kontraproduktives Verhalten. Es kann aber auch passieren, dass mit der Kreditvergabe einer Bank ein Verlust eingeräumt wird, wenn der Kreditnehmer seinen Kredit aus unkalkulierbaren Gründen nicht mehr bezahlen kann. Dies wird ebenso nicht als kontraproduktives Verhalten gezählt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt ein und skizziert die Fragestellung bezüglich der Auswirkungen auf das Arbeitsverhalten.
2 Grundlagen zum Wandel der Arbeitswelt: Dieses Kapitel erläutert den Begriff Arbeit 4.0 und beschreibt, wie technologische Entwicklungen und neue Arbeitsmodelle die moderne Arbeitswelt transformieren.
3 Auswirkung digitaler Kommunikationsmedien auf das Arbeitsverhalten: Hier wird analysiert, wie moderne Kommunikationstechnologien, Telearbeit und Home-Office spezifische Verhaltensmuster bei Arbeitnehmern beeinflussen.
3.1 Formen des Arbeitsverhaltens: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Arbeitsleistung und die Bedeutung von individuellem Verhalten im organisationalen Kontext.
3.2 Kontraproduktives Arbeitsverhalten: Es wird definiert, was unter CWB zu verstehen ist, welche Merkmale dieses Verhalten kennzeichnen und warum es für Organisationen schädlich ist.
3.3 Intrapreneurship: Dieser Abschnitt erläutert den Begriff des Intrapreneurs als Mitarbeiter, der unternehmerisch handelt und Ziele der Organisation fördert.
3.4 Dienst nach Vorschrift: Das Kapitel beschreibt dieses Phänomen als passiven Widerstand und dessen Abgrenzung zu anderen Verhaltensweisen.
3.5 Extraproduktives Arbeitsverhalten: Hier wird das OCB-Konzept vorgestellt, welches freiwilliges Verhalten zugunsten der Organisation beschreibt.
3.5.1 Negative Auswirkungen von OCB: Dieser Unterpunkt thematisiert potenzielle Gefahren von übertriebenem OCB, wie Stress, Informationsüberflutung und Selbstausbeutung.
3.5.2 Präventionsmaßnahmen im Umgang mit digitalen Kommunikationsmedien für extraproduktive Mitarbeiter: Es werden Strategien zur Vermeidung von Überlastung und zur Förderung eines gesunden Arbeitsumfelds vorgeschlagen.
4 kritische Diskussion: In diesem Kapitel werden die Vor- und Nachteile der digitalen Kommunikation kritisch reflektiert und mit aktuellen empirischen Befunden verknüpft.
5 Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung resümiert die Ergebnisse der Arbeit und gibt einen Ausblick auf notwendige Veränderungen im Arbeitsrecht und in der betrieblichen Praxis.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Arbeitsverhalten, Home-Office, Telearbeit, Organizational Citizenship Behavior, OCB, Counterproductive Work Behavior, CWB, Intrapreneurship, Arbeitszufriedenheit, Informationsüberflutung, Stress, Arbeit 4.0, Flexibilität, Selbstausbeutung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die fortschreitende Digitalisierung und die Nutzung digitaler Kommunikationsmedien auf das Verhalten von Arbeitnehmern in modernen Arbeitsumgebungen auswirken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen den Wandel der Arbeitswelt, flexible Arbeitskonzepte, verschiedene Ausprägungen des Mitarbeiterverhaltens wie OCB (Extraproduktives Verhalten) und CWB (Kontraproduktives Verhalten) sowie die psychologischen Folgen von Digitalisierung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Auswirkungen digitaler Medien und Arbeitsformen wie Telearbeit auf das Arbeitsverhalten zu erläutern und dabei sowohl positive als auch negative Verhaltensausprägungen zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der logischen Schlussfolgerung aus bestehenden theoretischen Erkenntnissen und empirischen Studien der Arbeits- und Organisationspsychologie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Arbeitsformen, die Klassifikation von Arbeitsverhalten (z.B. OCB, Intrapreneurship, Dienst nach Vorschrift) und die Diskussion der damit verbundenen Risiken wie Stress und Informationsüberflutung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Digitalisierung, Arbeitsverhalten, Home-Office, OCB, CWB, Intrapreneurship, Informationsüberflutung und Arbeitszufriedenheit.
Wie unterscheidet sich kontraproduktives Arbeitsverhalten von normalem Fehlverhalten?
Kontraproduktives Verhalten (CWB) ist durch eine bewusste Absicht gekennzeichnet, der Organisation oder deren Zielen zu schaden, während unbeabsichtigte Fehler oder Unglücke nicht unter diese Definition fallen.
Welche Risiken birgt "Extraproduktives Arbeitsverhalten" (OCB) laut der Arbeit?
Obwohl OCB meist positiv bewertet wird, kann ein übertriebenes Engagement zu Stress, Selbstausbeutung und negativen gesundheitlichen oder familiären Folgen für den Mitarbeiter führen.
Welche Rolle spielt die ständige Erreichbarkeit im digitalen Arbeitsumfeld?
Die ständige Erreichbarkeit trägt zur Entgrenzung von Arbeit und Privatleben bei, was das Risiko für Informationsüberflutung und chronischen Stress bei den Beschäftigten signifikant erhöht.
- Arbeit zitieren
- Anna Bader (Autor:in), 2022, Auswirkungen digitaler Kommunikationsmedien auf das Arbeitsverhalten, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1189761