Das Störungsbild Autismus wurde erstmals in der ersten Hälfte der 1940er-Jahre von Kinder- und Jugendpsychiater Leo Kanner und Kinderarzt Hans Asperger beschrieben. In der Arbeit wird näher auf die Besonderheiten des Spektrums und seine Formen eingegangen und erläutert, wie sie sich in schulischen und beruflichen Lebenskontexten äußern und die Betroffenen beeinträchtigen. Zudem sollen verschiedene therapeutische Interventionsformen näher beleuchtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Ausgangssituation – Betrachtung von Autismus im Wandel der Zeit
2. Diagnose Autismus – das Krankheitsbild
2.1 Das Diagnoseverfahren
2.2 Formen und Symptome der Autismus-Spektrum-Störungen
2.3 Prävalenz und Ursachen
3. Die Herausforderungen für Menschen mit Autismus in alltäglichen Lebenskontexten und Lösungsansätze
3.1 Herausforderungen in der Schule
3.2 Herausforderungen im Beruf
4. Therapeutische Behandlungszugänge
5. Abschließende Betrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen Anforderungen, die der Alltag an Menschen mit Autismus stellt, insbesondere im Kontext von Schule und Beruf. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Symptomatiken und die daraus resultierenden Herausforderungen zu entwickeln, um gelingende Inklusionsansätze und Unterstützungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
- Historische Entwicklung des Autismus-Begriffs
- Diagnostik und klinisches Bild der Autismus-Spektrum-Störungen
- Alltägliche Barrieren und Belastungen in Bildung und Arbeitswelt
- Wirksame therapeutische Interventionen und Fördermöglichkeiten
- Bedeutung von gesellschaftlicher Akzeptanz und Inklusion
Auszug aus dem Buch
1. Ausgangssituation – Betrachtung von Autismus im Wandel der Zeit
Das öffentliche Interesse am Krankheitsbild Autismus nahm in den vergangenen Jahrzehnten zu. In Filmen, Serien, Romanen und wissenschaftlichen Publikationen wird das Thema immer wieder aufgegriffen (vgl. Kamp-Becker; Bölte 2014: 7). Das Störungsbild Autismus wurde erstmals in der ersten Hälfte der 1940er Jahre von Kinder- und Jugendpsychiater Leo Kanner und Kinderarzt Hans Asperger beschrieben. Unabhängig voneinander gingen sie schon damals davon aus, dass es sich um eine angeborene oder in den ersten Lebensjahren entstandene Störungen handeln müsse. (vgl. Proft et al. 2017: 20) 1967 beschrieb Bruno Bettelheim das Versäumen einer Entwicklungsaufgabe oder eine reduktive emotionale Entwicklung als Ursache für den Autismus. Diese sollen durch herzlosen Umgang der Mutter hervorgerufen werden, was den Begriff 'Kühlschrankmutter' prägte. Die Forschung wandte sich jedoch in den 70er und 80er Jahren von dieser entwicklungspsychologischen Perspektive ab und untersucht seither multigenetische und neurowissenschaftliche Faktoren. (vgl. Kabsch; Grunwald 2018: 28f.) So wurde Autismus erst 1980 in das DSM-III, die dritte Version des Klassifikationssystems 'Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders', aufgenommen und als tiefgreifende Entwicklungsstörung klassifiziert. Zuvor galt Autismus als 'kindliche Schizophrenie'. (vgl. Kamp-Becker; Bölte 2014: 8)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ausgangssituation – Betrachtung von Autismus im Wandel der Zeit: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung des Autismus-Begriffs von ersten Beschreibungen bis zur heutigen wissenschaftlichen Einordnung als tiefgreifende Entwicklungsstörung.
2. Diagnose Autismus – das Krankheitsbild: Hier werden die diagnostischen Verfahren sowie die verschiedenen Formen und Symptome der Autismus-Spektrum-Störungen erläutert und die aktuelle Forschungslage zu Prävalenz und Ursachen dargestellt.
3. Die Herausforderungen für Menschen mit Autismus in alltäglichen Lebenskontexten und Lösungsansätze: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Schwierigkeiten von Autisten in den Bereichen Schule und Beruf und zeigt Ansätze zur Bewältigung auf.
4. Therapeutische Behandlungszugänge: Es wird ein Überblick über gängige therapeutische Interventionsformen wie die Verhaltenstherapie und das TEACCH-Programm gegeben, die zur Unterstützung von Betroffenen eingesetzt werden.
5. Abschließende Betrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass eine Verbesserung des Alltags für autistische Menschen insbesondere durch eine stärkere Inklusion und eine akzeptierende gesellschaftliche Haltung erreicht werden muss.
Schlüsselwörter
Autismus-Spektrum-Störung, Asperger-Syndrom, Kanner-Autismus, Soziale Interaktion, Kommunikation, Inklusion, Schulbegleitung, Diagnostik, Frühförderung, Soziale Arbeit, Komorbidität, Verhaltensstherapie, TEACCH-Programm, Spezialinteressen, Teilhabe
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Anforderungen, die der Alltag an Menschen mit Autismus stellt, und beleuchtet die medizinischen sowie sozialen Hintergründe.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Diagnostik, die Herausforderungen im schulischen und beruflichen Alltag sowie bewährte therapeutische Interventionsansätze.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Bedürfnisse autistischer Menschen zu schaffen, um wirksame Unterstützungsstrategien in unterschiedlichen Lebenskontexten aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender wissenschaftlicher Publikationen, Studien und Klassifikationssysteme.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine diagnostische Einordnung, eine detaillierte Analyse der schulischen und beruflichen Herausforderungen sowie eine Vorstellung verschiedener Behandlungsmethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Autismus-Spektrum-Störung, Inklusion, soziale Interaktion, Diagnose, Schule, Beruf und therapeutische Interventionen charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Schule für autistische Schüler?
Die Schule stellt oft eine große Herausforderung dar, da die Reizüberflutung und soziale Anforderungen bei autistischen Schülern zu Überforderung führen können, weshalb gezielte Unterstützung notwendig ist.
Warum ist die berufliche Inklusion von Autisten oft schwierig?
Trotz häufig hoher Qualifikation stoßen Autisten im Berufsleben oft auf mangelndes Verständnis für ihre spezifische Art der Kommunikation und benötigen daher angepasste Rahmenbedingungen.
Was genau ist das TEACCH-Programm?
Es ist ein psychoedukatives Programm, das mittels Strukturierung des Tagesablaufs und ressourcenorientierter Förderung autistischen Menschen hilft, ihren Alltag besser zu bewältigen.
- Arbeit zitieren
- Lucas Kurz (Autor:in), 2021, Welche Anforderungen stellt der Alltag an Menschen mit Autismus?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1189230