In dieser Arbeit soll deshalb der Fragestellung nachgegangen werden, welche Quellen für Selbstwirksamkeit es gibt und welche Interventionsmöglichkeiten effektiv sind, um die Selbstwirksamkeit im Erwachsenenalter zu fördern, und ob diese Steigerung der Selbstwirksamkeit positives Gesundheitshandeln zur Folge hat.
Zuallererst soll hierfür die Relevanz für die Psychologie dargestellt und der Begriff der Selbstwirksamkeit definiert werden. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf der Arbeit von Albert Bandura, der das Konstrukt der Selbstwirksamkeit maßgeblich geprägt hat. Auch bedarf es einer Definition, was unter "förderlichem Gesundheitsverhalten" verstanden wird. In dieser Arbeit wird primär die Erhaltung und Förderung von Gesundheit, und nicht die Heilung von Krankheit betrachtet, also somit eine salutogenetische Sichtweise eingenommen. Auf die Zusammenhänge von Selbstwirksamkeit und Gesundheitshandeln wird in den darauffolgenden Abschnitten eingegangen, sowie die möglichen Quellen von Selbstwirksamkeit dargestellt. Selbstwirksamkeitsfördernde Interventionsmaßnahmen werden im letzten Abschnitt auf Basis der aktuellen Studienlage vorgestellt. Abschließend wird ein Fazit aus den zentralen Ergebnissen gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffserklärung und Relevanz
2.1 Definition von Selbstwirksamkeit
2.2 Gesundheitsförderliche Verhaltensweisen
3 Die Wirkung von Selbstwirksamkeit auf Gesundheitsverhalten
3.1 Studienlage zu Selbstwirksamkeit und gesundheitsförderlichen Verhaltensweisen
3.2 Studienlage zu Selbstwirksamkeit im Zusammenhang mit anderen gesundheitsbezogenen Faktoren
4 Quellen für Selbstwirksamkeit
4.1 Eigene Erfahrungen
4.2 Stellvertretende Erfahrungen
4.3 Persuasive Botschaften
4.4 Physiologische Reaktionen
5 Interventionen zur Förderung von Selbstwirksamkeit
5.1 Aktive Interventionen
5.2 Passive Interventionen
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Selbstwirksamkeit im Erwachsenenalter durch gezielte Quellen und Interventionen gestärkt werden kann, um ein förderliches Gesundheitsverhalten nachhaltig zu etablieren und aufrechtzuerhalten.
- Grundlagen der sozial-kognitiven Theorie nach Albert Bandura
- Definition und Bedeutung von Selbstwirksamkeit im Gesundheitskontext
- Identifikation der vier zentralen Quellen für Selbstwirksamkeitserwartungen
- Differenzierung und Wirksamkeit aktiver versus passiver Interventionsmaßnahmen
- Zusammenhang zwischen Selbstwirksamkeitserwartung und gesundheitsförderlichen Lebensstilen
Auszug aus dem Buch
4.1 Eigene Erfahrungen
Der effektivste Weg die Selbstwirksamkeit zu stärken ist durch „success experiences“ (Bandura, 1988, S. 284). Darunter wird erlebter Handlungserfolg verstanden, der auf die eigene Kompetenz zurückgeführt werden kann (Renneberg & Hammelstein, 2006, S. 129). Das Wissen, dass eine Situation gemeistert wurde, verschafft die subjektive Gewissheit, dass man über die entsprechende Fähigkeit verfügt. Wenn dabei gewisse Schwierigkeiten und Hindernisse überwunden werden, wird die Selbstwirksamkeit weitaus mehr gestärkt, als wenn Ziele zu leicht erreicht werden (Bandura, 1988, S. 284). Durch redundante und ähnliche Erfahrungen wird die Selbstwirksamkeitserwartung zusätzlich gestärkt (Kalch, 2019, S. 40). Generell gilt jedoch, Erfolge stärken Selbstwirksamkeit, Misserfolge schwächen sie (Bandura, Adams & Beyer, 1977, S. 126).
Besonders bei selbstgesteuerten Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge, kann die Misserfolgsquote sehr hoch sein. Wenn bereits negative Erfahrungen gemacht wurden, muss die Förderung von Selbstwirksamkeit deswegen immer mit der Bewältigung der vorliegenden negativen Barrieren einhergehen (Bandura, 1998, S. 629). Wurde jedoch einmal eine starke Selbstwirksamkeitsüberzeugung aufgebaut, haben einzelne Misserfolge kaum noch einen schädigenden Einfluss, sondern werden konstruktiv in zielgerichtetes Verhalten umgesetzt (Bandura, 1977, S. 195).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Gesundheit als wertvolles Gut und führt das Konstrukt der Selbstwirksamkeit als entscheidenden Prädiktor für die erfolgreiche Umsetzung präventiver Gesundheitsmaßnahmen ein.
2 Begriffserklärung und Relevanz: Dieses Kapitel definiert die Selbstwirksamkeit nach Albert Bandura als zentralen Mechanismus der Handlungsfähigkeit und erläutert gesundheitsförderliche Verhaltensweisen im Rahmen einer salutogenetischen Perspektive.
3 Die Wirkung von Selbstwirksamkeit auf Gesundheitsverhalten: Hier wird anhand der aktuellen Studienlage belegt, wie die Selbstwirksamkeitserwartung als dominierender Prädiktor für die Änderung von gesundheitsrelevantem Verhalten und das allgemeine Wohlbefinden fungiert.
4 Quellen für Selbstwirksamkeit: Das Kapitel analysiert die vier von Bandura identifizierten Hauptquellen der Selbstwirksamkeit: eigene Erfolgserfahrungen, stellvertretende Erfahrungen, persuasive Botschaften und physiologische Reaktionen.
5 Interventionen zur Förderung von Selbstwirksamkeit: Es wird zwischen aktiven, handlungsorientierten Interventionen und passiven, medial vermittelten Ansätzen unterschieden, um die Effektivität verschiedener Förderprogramme kritisch zu vergleichen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der Selbstwirksamkeitsstärkung für die Gesundheitsförderung zusammen und betont die Notwendigkeit, sowohl aktive als auch passive Interventionsstrategien gezielter an den theoretisch fundierten Quellen auszurichten.
Schlüsselwörter
Selbstwirksamkeit, Gesundheitspsychologie, Albert Bandura, Gesundheitsverhalten, Prävention, Salutogenese, Verhaltensänderung, Interventionsprogramme, Handlungserfolg, Selbstregulation, Motivationsmodelle, Lebensstil, Stressmanagement, Gesundheitsförderung, Sozial-kognitive Theorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit dem Einfluss der Selbstwirksamkeit auf die Etablierung und Aufrechterhaltung eines förderlichen Gesundheitsverhaltens im Erwachsenenalter.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung der Selbstwirksamkeit, die vier spezifischen Quellen für deren Ausbildung sowie verschiedene Interventionsformen zur gezielten Förderung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es zu klären, durch welche Quellen Selbstwirksamkeit im Erwachsenenalter aufgebaut werden kann und welche effektiven Interventionsmöglichkeiten existieren, um positives Gesundheitshandeln zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis aktueller Metaanalysen und empirischer Studien die Zusammenhänge zwischen Selbstwirksamkeit und Gesundheitsverhalten systematisch aufarbeitet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition der Selbstwirksamkeit, die Darstellung der empirischen Studienlage, die Analyse der vier Quellen nach Bandura sowie die kritische Gegenüberstellung aktiver und passiver Interventionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Selbstwirksamkeit, Gesundheitspsychologie, Interventionsprogramme, Verhaltensänderung und die sozial-kognitive Theorie beschreiben.
Welchen Einfluss haben Misserfolge auf die Selbstwirksamkeit?
Während Misserfolge grundsätzlich die Selbstwirksamkeit schwächen können, führen sie bei Personen mit einer bereits stark ausgeprägten Selbstwirksamkeitsüberzeugung eher zu einer konstruktiven Umgestaltung des Verhaltens.
Warum sind aktive Interventionen oft wirksamer als passive?
Aktive Interventionen sind meist effektiver, da sie auf der wichtigsten Quelle der Selbstwirksamkeit – dem direkten, eigenen Handlungserfolg – basieren, während passive Maßnahmen oft weniger signifikante Steigerungen bewirken.
- Quote paper
- Martina Süss (Author), 2022, Steigerung der Selbstwirksamkeit im Erwachsenenalter. Prädiktor für förderliches Gesundheitsverhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1188768