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Geschichte und Wahrheit

Johan Huizingas Kritik an der Verfälschung der Geschichtswissenschaft Anfang des 20. Jahrhunderts

Titel: Geschichte und Wahrheit

Hausarbeit , 2008 , 14 Seiten , Note: 2.0

Autor:in: Ismail Durgut (Autor:in)

Geschichte - Allgemeines

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Einzig das völlig ehrliche Bedürfnis, die Vergangenheit so gut als möglich zu verstehen,
ohne Beimischung eigenen Geistes, macht ein Werk zur Historie. Die Eingebung, die uns
das Urteil fällen läßt, darf einzig getragen sein durch die unbedingte Überzeugung: so muß
es gewesen sein.
Der Methodenstreit der 1890er Jahre, der wegen der bis dahin von der Mehrheit
vertretenen Meinung radikal abweichenden Geschichtsauffassung Karl Lamprechts
entbrannt war, hatte im Bereich der Geschichtsforschung eine Zweiteilung der
wissenschaftlichen Ansicht darüber, wie die historische Arbeit in Zukunft zu verrichten
sei, zur Folge. Auf der einen Seite gab es die Anhänger der traditionellen
Geschichtsschreibung, die seit Leopold von Ranke einen stärkeren Quellenbezug mit
Drang zur Objektivität verlangten. Rankes Leitsatz, Geschichte zu schreiben „wie sie
eigentlich gewesen“, sollte hierfür als Grundmotivation zur Forschung dienen. Zudem
war Geschichtsschreibung bislang wegen Wissenschaftlern wie Treitschke stark
politisch und national-geschichtlich orientiert. Auf der anderen Seite gab es Historiker,
die es für notwendig hielten, das Aufgabenfeld der Geschichte zu erweitern. Lamprecht
bot mit seiner naturwissenschaftlich-kulturgeschichtlichen Auffassung eine Alternative,
die einen Nährboden für neue Zweige in der Geschichtswissenschaft bot.

[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Verfälschung der Geschichtswissenschaft in drei „Formen“

2.1 Anpassung der Geschichtswissenschaft an die Soziologie

2.2 Historische Belletristik als „parfümierte Geschichte“

2.3 „Knechtschaft“ der Geschichtswissenschaft

3. Die Aufgabe der Geschichtswissenschaft nach Huizinga

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Johan Huizingas kritische Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Geschichtswissenschaft Anfang des 20. Jahrhunderts, wobei der Schwerpunkt auf den von ihm identifizierten Formen der historischen Verfälschung liegt.

  • Die methodische Annäherung der Geschichtsforschung an die Soziologie (New History).
  • Die Problematik der historischen Belletristik als ästhetisierende Gefühlshistorie.
  • Die Instrumentalisierung der Geschichtswissenschaft durch politische Ideologien.
  • Huizingas Verständnis von der eigentlichen Aufgabe der Geschichtswissenschaft.

Auszug aus dem Buch

2.2 Historische Belletristik als „parfümierte Geschichte“

Es wäre ein Schaden für unsre Kultur, wenn die Geschichtschreibung für die allgemein Gebildeten in die Hände einer ästhetisierenden Gefühlshistorie geriete, die aus literarischem Bedürfnis entspringt, mit literarischen Mitteln arbeitet und auf literarische Effekte zielt.

Diese These formulierte Huizinga in Aufgaben der Kulturgeschichte und griff sie fünf Jahre später in Santander wieder auf. Was Huizinga mit „ästhetisierender Gefühlshistorie“ meinte, soll im Folgenden geklärt werden.

Huizinga benannte das nach dem Weltkrieg neu entstandene Genre der historischen Belletristik mit „histoire romancée“ und beschrieb es mit den Attributen „parfümiert“, „ausgeschmückt“ und „literarisch gefärbt“. Wie man unschwer erkennen kann, bezog er sich bei dieser Form der Verfälschung bzw. Übertreibung auf ein drittes Moment, dem des Erzählens. Der literarische Stil werde dem wissenschaftlichen Anspruch nicht gerecht, da das Beobachtbare um vom Verfasser erdachte „Besonderheiten psychologischer Art“ erweitert werde. Die Ursache hierfür sei der negative kulturelle Wandel, der in den zunehmend flacheren Unterhaltungsbedürfnissen des Publikums zum Ausdruck käme. Es herrsche „..ein starkes Bedürfnis nach Emotion, Farbe und Gefühl in der geistigen Nahrung, eine Vorliebe für das Persönliche, Subjektive und Parteiische..“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext des Methodenstreits und die wachsende Bedeutung der Kultur- und Sozialgeschichte sowie den Einfluss von Bewegungen wie der New History.

2. Die Verfälschung der Geschichtswissenschaft in drei „Formen“: Dieses Kapitel analysiert Huizingas Kritik an der soziologischen Anpassung der Historie, der populärwissenschaftlichen Belletristik und der politischen Indienstnahme der Geschichtswissenschaft.

2.1 Anpassung der Geschichtswissenschaft an die Soziologie: Der Abschnitt diskutiert die Bestrebungen, die Geschichtswissenschaft stärker an sozialwissenschaftliche Methoden zu binden und die Kritik Huizingas an der damit einhergehenden Vernachlässigung historischer Tatsachen.

2.2 Historische Belletristik als „parfümierte Geschichte“: Hier wird Huizingas Ablehnung einer literarisch überhöhten Geschichtsschreibung dargestellt, die durch ästhetische Effekte den wissenschaftlichen Wahrheitsanspruch untergräbt.

2.3 „Knechtschaft“ der Geschichtswissenschaft: Das Kapitel befasst sich mit der Politisierung der Geschichte, insbesondere durch den Marxismus und den Nationalsozialismus, die als ideologische Instrumente die Wissenschaft entstellten.

3. Die Aufgabe der Geschichtswissenschaft nach Huizinga: Hier wird Huizingas Ideal einer Geschichtswissenschaft beschrieben, die als kulturelle Rechenschaftspflicht den Sinn unseres Lebens sucht und der Gemeinschaft Erkenntnis vermittelt.

4. Zusammenfassung: Diese Zusammenfassung rekapituliert Huizingas Bilanz zur Entwicklung der Geschichte und seine Forderung nach einem unbedingten Willen zur Wahrheit.

Schlüsselwörter

Johan Huizinga, Geschichtswissenschaft, Historismus, New History, Historische Belletristik, Kulturgeschichte, Erkenntnis, Objektivität, Nationalsozialismus, Historische Methode, Wert der Historie, Sozialgeschichte, Politisierung der Geschichte, Wahrheitsanspruch, Wissenschaftskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die wissenschaftstheoretische Kritik des Historikers Johan Huizinga an den Entwicklungen und Verzerrungen der Geschichtswissenschaft im frühen 20. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Schwerpunkten zählen der Einfluss der Soziologie auf die Geschichtsschreibung, die Gefahren einer literarisierten "Gefühlshistorie" sowie die ideologische Instrumentalisierung der Vergangenheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, anhand von Huizingas Vortrag "Der Wert der Historie" aufzuzeigen, welche drei Hauptformen der "Entartung" oder Verfälschung die Geschichtswissenschaft in dieser Zeit bedrohten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und quellenbasierte Analyse, die Huizingas Vortrag und begleitende Fachliteratur auswertet, um seine Thesen systematisch darzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von drei spezifischen Verfälschungsformen: der Anbiederung an die Soziologie, der ästhetisierenden belletristischen Darstellung und der ideologischen Vereinnahmung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Huizinga, Geschichtswissenschaft, Historismus, New History, Objektivität und der Wille zur Wahrheit.

Warum kritisierte Huizinga die New History?

Huizinga sah darin eine einseitige, nutzenorientierte Ausrichtung auf soziale Trends, die den eigentlichen Kern historischer Erkenntnis und das Verständnis vergangener Tatsachen gefährdete.

Wie unterscheidet Huizinga zwischen Historie und belletristischer Literatur?

Für Huizinga ist der entscheidende Unterschied das ehrliche Bedürfnis, die Vergangenheit ohne Beimischung eigener Erfindungen oder rein literarischer Effekte so zu verstehen, wie sie wirklich gewesen ist.

Welchen Stellenwert nimmt der Objektivismus in der Argumentation ein?

Der Objektivismus ist für Huizinga die unverzichtbare Basis jeglicher wissenschaftlichen Erkenntnis; ohne ihn verkommt Geschichte zu einem Mittel der politischen Legitimation oder reiner Unterhaltung.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Geschichte und Wahrheit
Untertitel
Johan Huizingas Kritik an der Verfälschung der Geschichtswissenschaft Anfang des 20. Jahrhunderts
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
2.0
Autor
Ismail Durgut (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
14
Katalognummer
V118569
ISBN (eBook)
9783640218738
ISBN (Buch)
9783640218868
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte Wahrheit Huizinga Historismus Johan Kulturgeschichte Geschichtstheorie Geschichtsphilosophie Geschichtsschreibung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ismail Durgut (Autor:in), 2008, Geschichte und Wahrheit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/118569
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