Die Arbeit thematisiert die Bücher „Rot“ von Uwe Timm und „Das bleiche Herz der Revolution“ von Sophie Dannenberg. In der Arbeit sollen die beiden Bücher verglichen werden unter der Berücksichtigung der 68er-Revolte mit Schwerpunkt auf dem Generationenkonflikt und der Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit.
Im ersten Kapitel wird die 68-Revolte vorgestellt, sowohl wichtige Personen für diese besondere Zeit als auch Auslöser, Auswirkungen und Ziele. Im nächsten Schritt wird der Generationenkonflikt und die Bedeutung der nationalsozialistischen Vergangenheit und insbesondere der Umgang mit dieser genauer beleuchtet.
Schließlich wird analysiert, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede die beiden Werke „Das bleiche Herz der Revolution“ und „Rot“ in Hinblick auf Handlungsstränge und Behandlung der 68-er Revolte haben. Dabei wird unter anderem beleuchtet, wie die unterschiedlichen Generationen zueinanderstehen, sowohl die Menschen, die den 2. Weltkrieg noch miterlebt haben, dann deren Kinder die die 68er-Revolte im jungen Erwachsenen Alter als Student miterlebt haben und abschließend die Kinder dieser sogenannten „Alt-68er“. Dieser gemeinsame Umgang miteinander wird genauer beleuchtet, sowie die jeweilige Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit der Vergangenheit des 2. Weltkrieges und des Dritten Reichs. Abschließend soll ein Ausblick auf weitere mögliche Vergleiche und Auffälligkeiten in Werken der deutschen Literatur, die sich mit dieser Zeit mit der 68er-Revolte oder auch Studentenbewegung genannt, auseinandersetzt haben, gegeben werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die 68-er Revolte
3. „Das bleiche Herz der Revolution“ & „Rot“
3.1 Generationenkonflikt Gemeinsamkeiten & Unterschiede
3.2 Umgang mit der NS-Vergangenheit Gemeinsamkeiten & Unterschiede
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit vergleicht die Romane „Rot“ von Uwe Timm und „Das bleiche Herz der Revolution“ von Sophie Dannenberg, um die literarische Aufarbeitung der 68er-Bewegung zu analysieren. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie die unterschiedlichen Generationen mit dem Erbe des Nationalsozialismus umgingen und in welcher Weise sich dies in den familiären und zwischenmenschlichen Generationenkonflikten widerspiegelt.
- Literarischer Vergleich der 68er-Bewegung bei Uwe Timm und Sophie Dannenberg.
- Analyse familiärer Generationenkonflikte und Erziehungsmethoden der 68er.
- Untersuchung des Umgangs mit der nationalsozialistischen Vergangenheit.
- Gegenüberstellung von fiktiven Lebensentwürfen und Werten der Generationen.
- Reflektion über das Scheitern von Idealen und die Veränderung von Autoritätsverständnis.
Auszug aus dem Buch
3.1 Generationenkonflikt Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Der Konflikt zwischen den Generationen war zentral während der 68er-Bewegung. Ebenso findet dieser auch Gestalt in den Werken von Uwe Timm und Sophie Dannenberg.
Kommen wir zunächst zum Roman „Das bleiche Herz der Revolution“. Das Buch gibt durch das Beleuchten unterschiedlicher Biographien von Menschen die in unterschiedlicher Weise von der 68er-Bewegung betroffen waren, einen Einblick in die Beziehung der unterschiedlichen Generationen zueinander. Die erste Hauptfigur spiegelt Kitty Caspari wieder. Ihre Oma, Agathe Caspari war Alkohol krank und erhängte sich. Ihre Eltern waren unmittelbar in die 68er-Bewegung involviert. Sie fanden alles was frühere Tradition oder Konvention war bourgeois. „Er hatte Mutter nicht geheiratet, denn Heiraten fand er bourgeois […].“ Wenn die Eltern ihren Bruder Benno riefen, war es „[...] riefen sie nach der Revolution.“ Im Haus der Familie hingen überall Symbole der Revolution. An einen Gott wurde auch nicht geglaubt, denn die Eltern waren der Meinung, dass die Menschen sich Gott nur ausgedacht hätten, um andere Menschen zu unterdrücken. Kitty wurde von klein auf beigebracht in welche Richtung sich das Bild der Frau verändert habe. Die Frauen haben sich endlich aus der Unterdrückung befreit und seien gleichgestellt mit den Männern. Das heißt, dass Männer genauso kochen und wickeln müssen.
Für die Kinder in der Familie machte die Mutter alles richtig, während der Vater alles falsch machte. Kitty hätte gerne eine Barbiepuppe gehabt, doch ihre Eltern waren dagegen, weil die „[...]Amis gemeine Faschisten[...]“ seien und dort alles aus Plastik sei und alle Kaugummi kauen und Cola trinken. Aber der Hauptgrund warum Kitty keine Barbiepuppe haben durfte, war weil Mädchen nicht mit Puppen spielen sollen. Ein Mädchen sollte sich laut ihren Eltern für Technik interessieren, damit es nicht in die Mutterrolle gedrängt wird. Deshalb gab es im Haus der Familie immer ein Hörbuch zu hören: Blubberbumm. Das sollte das Mädchen in andere Richtungen lenken. Für den Großvater war dieses Hörbuch jedoch nichts weiter als Gehirnwäsche.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Motivation für den Vergleich der Romane und umreißt die methodische Herangehensweise zur Analyse der 68er-Thematik.
2. Die 68-er Revolte: Dieses Kapitel liefert den historischen Kontext der Bewegung, inklusive ihrer Auslöser, Ziele und der zentralen Rolle der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit.
3. „Das bleiche Herz der Revolution“ & „Rot“: Hier erfolgt der inhaltliche Vergleich beider Werke in Bezug auf handlungstragende Motive und die Darstellung der 68er-Erfahrung.
3.1 Generationenkonflikt Gemeinsamkeiten & Unterschiede: Diese Untersuchung fokussiert auf die familiären Spannungen, Erziehungsideale und das Rollenverständnis innerhalb der unterschiedlichen Generationen.
3.2 Umgang mit der NS-Vergangenheit Gemeinsamkeiten & Unterschiede: Dieses Kapitel analysiert, wie die Romane das Schweigen der Nachkriegsgeneration und den drängenden Wunsch der 68er nach Aufklärung und Scham thematisieren.
4. Fazit: Die wesentlichen Ergebnisse werden zusammengeführt und es wird reflektiert, wie die Romane exemplarisch die Auswirkungen der 68er-Bewegung auf die Gesellschaft widerspiegeln.
Schlüsselwörter
68er-Bewegung, Generationenkonflikt, Uwe Timm, Sophie Dannenberg, Nationalsozialismus, Aufarbeitung, Emanzipation, Erziehung, Studentenbewegung, Kulturrevolution, Kapitalismuskritik, Familiensystem, Literaturanalyse, Nachkriegsgeneration, Autoritätskritik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit einem literarischen Vergleich der Bücher „Rot“ von Uwe Timm und „Das bleiche Herz der Revolution“ von Sophie Dannenberg im Kontext der 68er-Bewegung.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind der Generationenkonflikt, die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit sowie die Auswirkungen der 68er-Ideale auf Familienstrukturen und Erziehung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Darstellung der 68er-Revolte und ihrer langfristigen gesellschaftlichen Auswirkungen in den beiden fiktiven Werken aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit verfolgt einen exemplarischen, vergleichenden literaturwissenschaftlichen Ansatz, bei dem Handlungsmotive und biographische Profile aus den Romanen gegenübergestellt werden.
Welche Schwerpunkte bilden den Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der historischen 68er-Revolte sowie eine detaillierte Analyse der familiären Konflikte und des Umgangs mit dem Erbe des Dritten Reichs in beiden Romanen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind 68er-Bewegung, Generationenkonflikt, Emanzipation, Aufarbeitung der NS-Vergangenheit und Kapitalismuskritik.
Wie unterscheidet sich die Darstellung des Generationenkonflikts in den beiden Romanen?
Während Sophie Dannenberg den Fokus primär auf die Erziehung innerhalb der Familie und die negativen Aspekte einer radikalen Emanzipationserziehung legt, thematisiert Uwe Timm den Konflikt stärker über die Liebesbeziehung zwischen einem älteren 68er und einer jüngeren Frau.
Welche Rolle spielt der Tod von Benno Ohnesorg in der Argumentation?
Ohnesorgs Tod fungiert in beiden Romanen als symbolischer Ankerpunkt, der die Unzufriedenheit und Radikalisierung der 68er-Generation verdeutlicht und als Auslöser für die Auseinandersetzung mit Autorität dient.
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- Anonym (Autor:in), 2017, Die 68er-Bewegung. Generationenkonflikt und Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1184837