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Fußball. Subkultur oder Parallelgesellschaft?

Titel: Fußball. Subkultur oder Parallelgesellschaft?

Seminararbeit , 2008 , 16 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Patrick Saal (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Empirische Kulturwissenschaften

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

[...] Betrachtet man alleine die gigantischen Summen, die für Spielertransfers, Stadionneubauten, sogenannten „Leistungszentren“ und Werbung ausgegeben werden, kann man feststellen, dass der Fußball in Deutschland nicht länger „nur“ ein Sport ist. Die Frage besteht natürlich in wie weit Fußball eine Rolle innerhalb der Gesellschaft einnimmt – oder aber ob Fußball an sich schon eine Subkultur, wenn nicht sogar eine Parallelgesellschaft ist. Betrachtet man die jüngsten Entwicklungen in Italien, Spanien oder aber auch Deutschland, so stellt man fest, dass es Fans und Anhänger von bestimmten vereinen gibt, die ihren Verein durch jede mögliche Form unterstützen. So bilden sich zum Beispiel Hooligan - Gruppen, also gewaltbereite Vereinigungen, die entweder selbst kriminelle Vereinigungen sind oder aber mit solchen zusammen arbeiten. Diese Gruppen, die selber für sich genommen eigene Hierarchien und Strukturen bilden, sind eine Facette der Separierung einer „Fußballgesellschaft“.
Die totale Identifizierung mit dem Verein durch eine Fangruppe, wie auch immer geartet, führt zu einer starken emotionalen Bindung zum Verein und damit zu den Spielergebnissen. Nicht selten entstehen Rivalitäten bei sogenannten „Derbies“, wo benachbarte Vereine gegeneinander antreten. Nicht selten erhält ein solches Spiel durch seine Fans eine größere Bedeutung als nur den Fußball. Nimmt man den BV Borussia Dortmund 09 und den FC Schalke 04 als Beispiel, so hat man im Falle des „Ruhrpott – Derbys“ ein Spiel, bei dem es für beide Seiten um „Ehre“ geht. Insgesamt betrachtet ist der FC Schalke 04 in Paradebeispiel für den Einfluss des Fußballs auf die Gesellschaft. In der folgenden Arbeit soll versucht werden diesen Einfluss der Sportart auf die Gesellschaft herauszuarbeiten und die oben genannte Fragestellung in Ansätzen zu beantworten.
Grundlage hierfür bildet das Werk von Bernd Schulze: Sportarten als soziale Systeme, Münster 2005, in welchem eben diese Thematik angesprochen wird. Anhand empirischer Untersuchungen vergleicht er verschiedene Entwicklungen in Sport und Gesellschaft. Dieses Werk basiert nach wie vor auf dem ersten Hauptwerk von Niklas Luhmann „Soziale Systeme“ von 1984. Ergänzen wurden mit Masse Werke von N. Luhmann hinzugezogen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Fußball als eigenständiges System

3 Politik im Fußball und in der Gesellschaft

4 Religion und Familie im Fußball und in der Gesellschaft

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Fußballs als eigenständiges soziales System auf die moderne Gesellschaft und analysiert, inwieweit Fußball als Sub- oder Parallelgesellschaft fungiert. Dabei steht die systemtheoretische Betrachtung im Vordergrund, um die symbiotischen Wechselwirkungen zwischen dem Sport und gesellschaftlichen Bereichen wie Politik, Familie und Religion zu beleuchten.

  • Systemtheoretische Analyse des Fußballs nach Niklas Luhmann
  • Wechselwirkungen zwischen Fußball und dem politischen System
  • Die Rolle von Familie und Inklusionsprozessen in Fangemeinschaften
  • Parallelitäten zwischen religiöser Symbolik und Fußballkultur
  • Untersuchung des Fußballs als Sub- bzw. Parallelgesellschaft

Auszug aus dem Buch

Religion und Familie im Fußball und in der Gesellschaft

Schaut man sich einmal große Vereine an, so stellt man zumeist fest, das ein Fan seine Begeisterung häufig „vererbt“, so gibt es seit jeher Familien, die sich klar zum FC Schalke 04, um dieses Beispiel noch einmal aufzugreifen, bekennen. Dass Fußball nicht nur hier eine wichtige Rolle spielt, sondern auch in ganz andere Bereiche des Lebens eingreift, erkennt man, wenn man sich das Stadion des genannten Vereins anschaut: Neben zahllosen Imbissbuden und Verkaufsständen findet sich hier, ähnlich wie im Stadion vom FC Barcelona, eine kleine Kapelle.

Zunächst zurück zur Familie: Die Familie ist, wie Baur bereits 1989 herausstellte, eine wichtige Institution zur Bewegungssozialisation. Damit ist zumindest schon eine grundlegende Beziehung zwischen Familie und Sport gegeben. Die in der Familie stattfindende Bewegungssozialisation wirkt sich unmittelbar durch die erreichten Ergebnisse auf den Sport aus – und das wechselseitig: Diejenigen, welche sich durch (gute) Erziehung besser Bewegen können, sprich die Koordination ihrer Bewegungen gut ausgebildet haben, werden im Sport erfolgreicher sein, als solche, bei denen das nicht der Fall ist. Da der Sport dazu dient, diese Koordination durch eigene Bewegungssozialisation weiter auszubilden, kann man durchaus von einer symbiotischen Beziehung zwischen Sport –treibenden Familien sprechen.

In der Familie der heutigen Gesellschaft dreht sich im wesentlichen alles um die Inklusion der Vollperson, das heißt die Person erscheint in allen Aspekten in der Familie und wird als solche akzeptiert. Damit wird das Verhalten der Person(en) zum Bezugspunkt der Kommunikation. Der Kommunikation innerhalb der Familie kann man sich kaum entziehen, da Geheimhaltung kein legitimes Mittel innerhalb der Familie ist. Damit wird das Verhalten innerhalb und außerhalb der Familie selbst zu einem Kommunikationsthema mit familieninterner Relevanz. Die Differenz zwischen Eltern und Kindern ergibt sich aus der verschiedenartigen Sozialisation beider Familienteile selber. Aus ihr ergibt sich das Beobachten von Beobachtern, das heißt die Beobachtung der Reaktion auf selbst vollzogene Handlungen. Aus diesen Erkenntnissen leitet sich die Ausprägung von richtig/ falsch und gut/ schlecht ab.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Fußballs als globales Massenphänomen ein und wirft die Forschungsfrage auf, ob Fußball als eigenständiges System, Subkultur oder Parallelgesellschaft betrachtet werden kann.

2 Fußball als eigenständiges System: Dieses Kapitel begründet unter Rückgriff auf systemtheoretische Ansätze, warum der Fußball als autonomes Teilsystem innerhalb der Gesellschaft verstanden werden kann.

3 Politik im Fußball und in der Gesellschaft: Es werden Parallelen zwischen dem politischen System der Gesellschaft und der Organisationsstruktur des Fußballs aufgezeigt, insbesondere hinsichtlich der Machtausübung und Entscheidungsfindung.

4 Religion und Familie im Fußball und in der Gesellschaft: Dieses Kapitel analysiert die Ähnlichkeiten zwischen familiären Inklusionsmechanismen sowie religiösen Riten und den Strukturen in Fankulturen und Vereinen.

5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung führt die Analysen zu den untersuchten Bereichen zusammen und bestätigt die Relevanz des Fußballs als fest in die Kultur integriertes Subsystem.

Schlüsselwörter

Fußball, Systemtheorie, Gesellschaft, Subkultur, Parallelgesellschaft, Soziale Systeme, Politik, Religion, Familie, Bewegungssozialisation, Fankultur, Inklusion, Niklas Luhmann, Sportsoziologie, Machtstrukturen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den soziologischen Stellenwert des Fußballs als ein soziales System, das in Wechselwirkung mit der modernen Gesellschaft steht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Parallelen zwischen Fußball und anderen gesellschaftlichen Funktionssystemen wie Politik, Religion und der Institution der Familie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, inwieweit der Fußball eine eigenständige Rolle in der Gesellschaft einnimmt und ob er als Subkultur oder Parallelgesellschaft klassifiziert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Systemtheorie nach Niklas Luhmann und nutzt ergänzend empirische soziologische Literatur, um den Fußball als Teilsystem zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert strukturelle Ähnlichkeiten zwischen Fußball und Staat (Politik), die Rolle von Fangemeinschaften analog zur Familie sowie kultische Riten im Fußball, die Parallelen zu religiösen Systemen aufweisen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Systemtheorie, Fußball, Gesellschaft, Macht, Religion, Inklusion und Subkultur.

Warum wird im Kontext der Familie häufig der FC Schalke 04 genannt?

Der FC Schalke 04 dient als konkretes Beispiel für einen Traditionsverein, an dem sich familiäre Weitergabe von Vereinszugehörigkeit und die Identifikation mit Werten wie der „Arbeiterverein-Identität“ besonders gut veranschaulichen lassen.

Inwiefern lässt sich Fußball als Religion interpretieren?

Die Arbeit zeigt, dass Fangesänge, Stadionbesuche als Pilgerreise und der ritualisierte Aberglaube von Spielern und Trainern deutliche Parallelen zu religiösen Handlungen und Symboliken aufweisen.

Wie definiert der Autor das Verhältnis zwischen Fußball und Politik?

Der Fußball besitzt eine eigene, an staatliche Strukturen angelehnte Organisationsmacht, insbesondere durch Verbände wie die FIFA und den DFB, die kollektiv bindende Entscheidungen ermöglichen.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Fußball. Subkultur oder Parallelgesellschaft?
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
2,0
Autor
Patrick Saal (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
16
Katalognummer
V117837
ISBN (eBook)
9783640208487
ISBN (Buch)
9783640208555
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fußball
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Patrick Saal (Autor:in), 2008, Fußball. Subkultur oder Parallelgesellschaft?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/117837
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Leseprobe aus  16  Seiten
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