Die deutsche Armutsforschung hat Kinder bisher vernachlässigt. Dennoch gibt es eine Reihe empirischer Befunde, die zeigen, dass Armut ein beträchtliches Entwicklungsrisiko darstellt. Dieses Problem möchte ich aufgreifen und in meiner Studienarbeit im Fach Soziologie mich mit dem Thema „Kinderarmut in Deutschland“ auseinandersetzen.
Genauer möchte ich mich mit der Frage beschäftigen, ob Kinderarmut von Generation zu Generation weitergegeben wird beziehungsweise welche Bildungschancen Kindern in Armut durch ihre soziale Herkunft gewährt wird.
Zu Beginn möchte ich in meinem ersten Punkt mich mit dem Begriff Armut und Kinderarmut auseinandersetzen und die Begriffe genauer erklären, um einen Einblick in die Thematik gewinnen zu können. Des Weiteren sehe ich es als bedeutsam an auf die Lebenslagedimensionen von Kindern einzugehen. Hierbei wird deutlich, dass nicht nur „familiäre Armut“ ( die materielle Situation im Haushalt ) eine Rolle spielt, sondern auch die Lebenssituation in verschiedenen Bereichen des Kindes selbst gesehen werden muss.
Im Folgenden beschäftige ich mich mit den Ursachen und möglichen Einflussfaktoren, welche zur Armut führen und auf das Kind einwirken können. Da ich das Lebensalter Kindheit gewählt habe, werde ich im vierten Punkt auf die Armut von Kindern im frühen Kindesalter und Vorschulalter anhand der Lebenslagedimensionen eingehen. In diesem Kapitel meiner Arbeit werden explizite Defizite und Mängel der Kinder in den einzelnen Lebenslagedimensionen benannt und erläutert, um zu verdeutlichen in welcher Lage sich Kinder befinden, wenn sie von Armut bedroht sind.
In Punkt 5 beschäftige ich mich mit dem Thema der intergenerationellen Weitergabe von Armut und möchte belegen, dass Armut vererbbar ist durch z.B. Modelllernen. Ein weiterer Ansatz in diesem Abschnitt beschäftigt sich mit den Bildungschancen der Kinder in Bezug auf deren Eltern.
Zum Abschluss werde ich eine Bilanz ziehen, inwieweit ich das Thema verstanden habe und in die Praxis einbeziehen kann.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Begriffsklärung
1.1 Armut
1.2 Kinderarmut
2 Die Lebenslagedimensionen
3 Ursachen / Einflussfaktoren auf die Lebenslage von ( armen ) Kindern
4 Armut im frühen Kindesalter und Vorschulalter
5 Gibt es eine intergenerationelle Weitergabe von Armut?
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Kinderarmut in Deutschland mit einem Fokus auf die Lebenssituation betroffener Kinder sowie die Frage nach einer möglichen intergenerationellen Weitergabe von Armut und den damit verbundenen Bildungschancen.
- Definition und Mehrdimensionalität von Armut und Kinderarmut
- Analyse der vier Lebenslagedimensionen kindlicher Entwicklung
- Identifikation gesellschaftlicher und familiärer Ursachen für Kinderarmut
- Untersuchung der Folgen von Armut im frühen Kindesalter und Vorschulalter
- Diskussion der intergenerationellen Vererbung von Bildungsbenachteiligung
Auszug aus dem Buch
3 Ursachen / Einflussfaktoren auf die Lebenslage von ( armen ) Kindern
Kinderarmut als Phänomen gewinnt in der Bundesrepublik immer mehr an Bedeutung und gleichzeitig stellt sich die Frage nach den Ursachen dessen.
Neben den Lebenslagedimensionen, welche berücksichtigt werden müssen, spielen ebenfalls verschiedene Einflussfaktoren bei der Ursachenfindung für Armut eine entscheidende Rolle. Das bedeutet demnach, dass die konkrete Lebenssituation des (armen) Kindes und seine zukünftigen Lebenschancen abhängig sind von verschiedenen Einflussfaktoren/ – ebenen.
Im Wesentlichen handelt es sich um 4 Ebenen: den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, der Lebenssituation in der Familie, dem Privaten Umfeld/Netzwerk und der Professionellen Unterstützung.
Im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ist die Arbeitsmarktlage ein entscheidender Faktor. Durch den Arbeitsplatzabbau und die strukturelle Arbeitslosigkeit erhöht sich das Risiko, dass Familien von Armut betroffen sind. Kinder sind meistens negativ von Arbeitslosigkeit betroffen, denn die Arbeitslosigkeit der Eltern, meistens Langzeitarbeitslosigkeit, bedeutet für Kinder, dass sie mit materiellen Einschnitten konfrontiert werden. Ebenso müssen sie sich auf Folgeprobleme von Arbeitslosigkeit einstellen und sich mit diesen auseinandersetzen. Des Weiteren spielen für den Einzelfall auch sozial – und familienpoltische Regelungen und bestimmte Gesetze, sowie die Bildungspolitik und deren Umsetzung eine wichtige Rolle.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung des Themas Kinderarmut in Deutschland und der zentralen Fragestellung nach der intergenerationellen Weitergabe von Armut.
1 Begriffsklärung: Erläuterung der verschiedenen Ansätze zur Definition von Armut und der Notwendigkeit eines mehrdimensionalen Verständnisses von Kinderarmut.
2 Die Lebenslagedimensionen: Beschreibung von vier zentralen Dimensionen, die neben der materiellen Situation die Lebenslage und Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern abbilden.
3 Ursachen / Einflussfaktoren auf die Lebenslage von ( armen ) Kindern: Analyse von vier Ebenen (Gesellschaft, Familie, privates Umfeld, professionelle Unterstützung), die zur Entstehung und Verstärkung von Kinderarmut beitragen.
4 Armut im frühen Kindesalter und Vorschulalter: Darstellung der Belastungen armer Kinder im Vergleich zu nicht-armen Kindern anhand von empirischen Daten zu Entwicklung und Schuleintritt.
5 Gibt es eine intergenerationelle Weitergabe von Armut?: Reflexion über die mögliche soziale Vererbung von Armut und die statistische Verknüpfung von sozialer Herkunft und Bildungschancen.
6 Fazit: Zusammenfassende Bilanz mit einem Appell an Politik und Sozialpädagogik, mehrdimensional auf das gesellschaftliche Problem der Kinderarmut zu reagieren.
Schlüsselwörter
Kinderarmut, Armutsforschung, Lebenslagedimensionen, relative Armut, soziale Herkunft, Bildungschancen, intergenerationelle Weitergabe, Arbeitsmarktlage, Sozialisation, benachteiligte Kinder, soziale Ausgrenzung, materielle Grundversorgung, familiäre Armut, Bildungsabschluss, Sozialpädagogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Kindern, die in Deutschland von Armut betroffen sind, und untersucht die Hintergründe sowie die Folgen dieser Lebenslage.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Definition von Armut, die Bedeutung der Lebenslagedimensionen für die kindliche Entwicklung, Ursachenfaktoren für Armut und der Zusammenhang zwischen Herkunft und Bildung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für das Phänomen Kinderarmut zu entwickeln und die Frage zu klären, inwieweit Armut von einer Generation an die nächste weitergegeben wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Studien und empirischer Befunde, um das Thema theoretisch fundiert zu erarbeiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Beschreibung der Lebenslagedimensionen, die Analyse der Ursachenfaktoren sowie die spezifische Betrachtung des frühen Kindesalters und der Bildungsaspekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kinderarmut, Lebenslagedimensionen, Bildungschancen, soziale Herkunft und intergenerationelle Weitergabe definiert.
Welche Rolle spielt die materielle Situation im Vergleich zu anderen Faktoren?
Obwohl die materielle Situation eine Grundlage ist, betont der Autor, dass Kinderarmut mehrdimensional zu sehen ist und auch kulturelle, soziale und gesundheitliche Faktoren entscheidend sind.
Wie beeinflusst die Herkunft die Bildungschancen laut der Arbeit?
Die Arbeit belegt, dass Bildungschancen in Deutschland stark an den sozialen Hintergrund geknüpft sind, wobei Kinder aus oberen Schichten deutlich höhere Chancen für den Besuch eines Gymnasiums haben.
- Arbeit zitieren
- Anne Schmalenberg (Autor:in), 2008, Kinderarmut in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/117705