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Die Finanzierung des Gesundheitssystems in Frankreich, Großbritannien und der Schweiz. Ausgabenentwicklung im Zeitverlauf seit 1980

Titel: Die Finanzierung des Gesundheitssystems in Frankreich, Großbritannien und der Schweiz. Ausgabenentwicklung im Zeitverlauf seit 1980

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2021 , 24 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Celina Prade (Autor:in)

VWL - Gesundheitsökonomie

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit legt Frankreich, Großbritannien und die Schweiz hinsichtlich der Finanzierungsmodelle ihres Gesundheitswesens unter Berücksichtigung der Ausgabenentwicklung der letzten vierzig Jahre dar. Anschließend analysiert und bewertet sie diese im Hinblick auf Herausforderungen und Optimierungspotenziale.

Das Gesundheitssystem eines Landes ist wesentlich geprägt durch den nationalen Wohlfahrtsgedanken. Die Finanzierung stellt dabei eine charakteristische Komponente dar. Im Wesentlichen gibt es drei Finanzierungsmodelle, die sich in der Gesundheitswirtschaft durchgesetzt haben.

Dies ist zunächst das Sozialversicherungsmodell. Geprägt ist dieses von einer Pflichtversicherung, die jedem Bürger einheitlichen, kostenfreien Zugang zu medizinischen Leistungen ermöglicht. Finanziert wird es durch die Beitragseinnahmen der Versicherten, abhängig von der Höhe des Einkommens. Somit ist das Gesundheitsbudget stark konjunkturabhängig. Des Weiteren findet das steuerfinanzierte Modell Anwendung.

Dies ist durch einen nationalen Gesundheitsdienst charakterisiert, der jedem Bürger eine kostenfreie Behandlung gewährleistet. Finanziert wird dieser ausschließlich durch Steuereinnahmen und verursacht so im Vergleich mit andern Systemen geringere Gesundheitskosten. Das dritte System ist das Privatversicherungsmodell, welches einen freien Gesundheitsmarkt und kaum staatliche Eingriffe vorsieht.

Die Kosten für Behandlungen werden privat oder von freiwillig abgeschlossenen Krankenversicherungen getragen. Eine Unterstützung für Einkommensschwache gibt es dabei nicht oder nur in geringer Form. Dies führt zu der Frage, welches Modell in Theorie und Praxis für Patient und Leistungserbringer die meisten Vorteile bietet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Finanzstrukturen im Gesundheitssystem - Eine Einführung

2 Frankreich

2.1 Vorstellung des französischen Gesundheitssystems

2.2 Finanzierung der Gesundheitsleistungen

2.3 Ausgabenentwicklung im Zeitverlauf seit 1980

2.4 Schwächen der Finanzstruktur und Optimierungspotenziale

3 Großbritannien

3.1 Vorstellung des britischen Gesundheitssystems

3.2 Finanzierung der Gesundheitsleistungen

3.3 Ausgabenentwicklung im Zeitverlauf seit 1980

3.4 Schwächen der Finanzstruktur und Optimierungspotenziale

4 Schweiz

4.1 Vorstellung des schweizerischen Gesundheitssystems

4.2 Finanzierung der Gesundheitsleistungen

4.3 Ausgabenentwicklung im Zeitverlauf seit 1980

4.4 Schwächen der Finanzstruktur und Optimierungspotenziale

5 Vergleich der drei Finanzierungssysteme – Ein Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die Finanzierungsstrukturen der Gesundheitssysteme von Frankreich, Großbritannien und der Schweiz, um deren Entwicklung seit 1980 zu bewerten und Herausforderungen sowie Optimierungspotenziale aufzuzeigen.

  • Vergleich grundlegender Finanzierungsmodelle (Sozialversicherung, steuerfinanziert, privat).
  • Analyse der Ausgabenentwicklung in den drei Ländern seit 1980 unter Berücksichtigung politischer Reformen.
  • Untersuchung der spezifischen Schwachstellen der jeweiligen Finanzierungsarchitekturen.
  • Bewertung von Effizienzsteigerungsmaßnahmen und Optimierungspotenzialen.
  • Einfluss externer Faktoren wie demografischer Wandel und Brexit auf die Gesundheitsfinanzierung.

Auszug aus dem Buch

3.4 Schwächen der Finanzstruktur und Optimierungspotenziale

Um Engpässe in der medizinischen Versorgung des NHS zu vermeiden, muss gezielt auf den Fachkräftemangel eingegangen werden. Die Attraktivität des NHS als Arbeitgeber muss gesteigert werden. Neue Tarifgestaltungen oder Arbeitsbedingungen können dabei helfen neues Personal anzuwerben und Abwanderungen in EU-Länder zu verhindern. Eine Unterstützung von Ausbildungsstellen und Universitäten ist außerdem eine Maßnahme um langfristig eigen ausgebildetes Personal zu generieren. Ein großes Problem des NHS, das zu stets steigenden Kosten führt, ist die fehlende Definition des Leistungskataloges (Vgl. Beske, 2005, S.107). Durch das fest geplante Gesundheitsbudget sind außerdem die Ressourcen begrenzt. Werden zu viele Patienten medizinische Versorgung anfragen, wird rationalisiert. Dies ist der Grund für lange Wartezeiten auf Termine und führt so zu überfüllten Notaufnahmen. Um weitere Kosten zu sparen soll der private Zugang zu medizinischen Leistungen verbessert werden. Erler sagt dazu: „The increasing demand for primary health care and improved access for patients has been met in policy terms through the introduction of walk-in centres, a telephone assessment and advice service” (Erler, 2011, S.575). Durch die Bereitstellung von Informationen über Krankheitsprävention und erste Behandlung zu Hause sollen Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte vermieden werden. Hinzu kommt, dass Großbritannien zunehmend mit der Zwei-Klassen Medizin konfrontiert wird. Zwar soll jedem Bürger durch den NHS jederzeit Zugang zu medizinischen Leistungen geboten werden, die Qualität und die Wartezeit werden jedoch bestimmt über den Grad der Zusatzversicherung. Diese Entwicklung des privaten Sektors ließ sich bereits in den 90er Jahren verzeichnen. Appleby sagte voraus: "[...] the NHS is starting to embark on a new and uncertain course. Its dominance on the supply side is likely to be increasingly challenged by the private sector” (Appleby, 1992, S. 15).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Finanzstrukturen im Gesundheitssystem - Eine Einführung: Einleitung in die drei wesentlichen Finanzierungsmodelle: Sozialversicherung, steuerfinanziertes Modell und Privatversicherungsmodell.

2 Frankreich: Darstellung des solidarbasierten französischen Gesundheitssystems, dessen Finanzierung über Beiträge und Steuern sowie die historische Ausgabenentwicklung.

3 Großbritannien: Analyse des staatlich organisierten National Health Service (NHS), seiner steuerbasierten Finanzierung und den Auswirkungen politischer Reformen und des Brexits.

4 Schweiz: Untersuchung des föderalistischen schweizerischen Systems, geprägt durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung und privatwirtschaftliche Wettbewerbselemente.

5 Vergleich der drei Finanzierungssysteme – Ein Fazit: Synthese der Ergebnisse und Gegenüberstellung der drei Länder hinsichtlich der Kostenentwicklung sowie der Eignung ihrer Finanzierungsmodelle.

Schlüsselwörter

Gesundheitssystem, Finanzierungsmodelle, Sozialversicherung, steuerfinanziert, Gesundheitsausgaben, BIP, Frankreich, Großbritannien, Schweiz, NHS, KVG, Kostenbegrenzung, Reform, Fachkräftemangel, Zusatzversicherung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit befasst sich mit einem vergleichenden Überblick über die Finanzierung der Gesundheitssysteme in Frankreich, Großbritannien und der Schweiz seit 1980.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit untersucht Finanzierungsmodelle, die langfristige Ausgabenentwicklung in Relation zum BIP sowie strukturelle Schwächen und Reformansätze.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, die Effektivität und Nachhaltigkeit der jeweiligen Finanzierungsansätze kritisch zu beleuchten und zu vergleichen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Analyse basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung statistischer Daten zur Ausgabenentwicklung über mehrere Jahrzehnte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich nach den drei Ländern, wobei für jedes Land die Systemstruktur, die Finanzierungsquellen, die Entwicklung seit 1980 sowie spezifische Optimierungspotenziale diskutiert werden.

Was zeichnet die Arbeit besonders aus?

Besonders hervorzuheben ist die Verknüpfung von ökonomischen Daten mit aktuellen politischen Ereignissen, wie etwa den Auswirkungen des Brexits auf den NHS oder der Einführung des KVG in der Schweiz.

Wie unterscheidet sich das Finanzierungsmodell der Schweiz von den anderen?

Die Schweiz setzt stärker auf den freien Markt und den Wettbewerb privater Krankenkassen, während Frankreich und Großbritannien stärker staatlich bzw. sozialversicherungsrechtlich geprägt sind.

Welche Rolle spielt der Fachkräftemangel für die Kosten?

Der Fachkräftemangel führt in allen drei Ländern zu Herausforderungen, erhöht den Druck auf die Personalpolitik und beeinflusst die Qualität und Kosten der medizinischen Versorgung.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Finanzierung des Gesundheitssystems in Frankreich, Großbritannien und der Schweiz. Ausgabenentwicklung im Zeitverlauf seit 1980
Hochschule
Internationale Berufsakademie der F+U Unternehmensgruppe Darmstadt
Veranstaltung
Ökonomie und Finanzierung in der Gesundheitswirtschaft
Note
1,0
Autor
Celina Prade (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
24
Katalognummer
V1176794
ISBN (eBook)
9783346610027
ISBN (Buch)
9783346610034
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheitssystem Finanzierung Gesundheitsausgaben Frankreich Schweiz Großbritannien Sozialversicherungsmodell Steuerfinanziert Privatisierung im Gesundheitsswesen Privatversicherungsmodell NHS Nationaler Gesundheitssdienst Gesundheitsversorgung Gesundheitssystem Frankreich Gesundheitssystem Großbritannien Gesundheitssystem Schweiz Gesundheitswirtschaft Gesundheitsökonomie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Celina Prade (Autor:in), 2021, Die Finanzierung des Gesundheitssystems in Frankreich, Großbritannien und der Schweiz. Ausgabenentwicklung im Zeitverlauf seit 1980, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1176794
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Leseprobe aus  24  Seiten
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