Dieses Assignment beschäftigt sich mit der grundlegenden Frage, wie Baugründe durch direkte Aufschlussverfahren untersucht und klassifiziert werden und ob Verfahren, wie die übliche Anwendung von Bohrungen oder Rammsondierungen, in der Erkundung von Baugründen von Ingenieurbüros eine vollumfängliche und ausreichende qualitative Bewertung darstellen. Gerade in der Bauausführung stellt der Baugrund für Bauherren ein hohes Risiko dar. Das Risiko kann dazu führen, dass die Projektkosten durch Mehraufwendungen oder Nachträge steigen können. Nach Fertigstellung eines Bauwerkes und folgendem Eintritt durch Baugrundrisiken muss der Bauherr die Auswirkungen vollumfänglich und eigenständig tragen.
Der vom Philosophen K. Popper mitgestaltete kritische Rationalismus bietet eine weitere Sichtweise, um Theorien oder Hypothesen aus verschiedenen Bereichen zu prüfen und der Wahrheit durch Falsifikation immer näher zu kommen. Somit wurden Wissenschaftstheorien um eine weitere wichtige philosophische Denkweise bereichert. Die Gegenwärtigkeit des kritischen Rationalismus in der Wissenschaft wird durch verschiedene wissenschaftliche Publikationen sowie durch das Hans-Albert-Institut präsentiert. Das Hans-Albert-Institut beschäftigt sich mit aktuellen politischen, wirtschaftlichen, medialen und allgemein gesellschaftlichen Themen im Zusammenhang mit dem kritischen Rationalismus. Im weiteren Verlauf werden durch das direkte Aufschlussverfahren wissenschaftliche Begriffe wie Empirie, Theorie, Verifikation und Falsifikation erklärt. Durch Messungen bzw. Beprobungen von Baugründen mithilfe von generell verwendeten bautechnischen Verfahren, z.B. Bohrungen oder Rammkernsondierungen wird empirisch der zu prüfende Baugrund in seinen Eigenschaften untersucht. Damit erhält man die Theorie ‚Der Baugrund entspricht den entnommenen Bodenproben‘. Es ist möglich die aufgestellte Theorie auf ihren Wahrheitsgehalt durch Verifikation zu bestätigen oder durch die Falsifikation zu widerlegen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die Klassifizierung und Setzung im Grundbau
1.1. Unvorhergesehene Setzungsauswirkungen
1.2. Klassifizierung von Baugründen
1.3. Aufbau und Ziel des Assignments
2. Wissenschaftliches und bautechnisches Grundwissen
2.1. Grundidee des Kritischen Rationalismus
2.2. Stellung des Kritischen Rationalismus im gegenwärtigen Wissenschaftsbetrieb
2.3. Grundlagenwissen Baugrund und Setzung
3. Baugrunderkundung durch das direkte Aufschlussverfahren
4. Fazit
4.1. Zusammenfassung
4.2. Kritische Reflexion des eigenen Vorgehens
4.3. Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Erkundung von Baugründen durch direkte Aufschlussverfahren auseinander, wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, inwieweit bautechnische Methoden durch eine deduktiv-theoriekritische Perspektive, angelehnt an den Kritischen Rationalismus, validiert oder falsifiziert werden können.
- Grundlagen des Kritischen Rationalismus nach Karl Popper
- Klassifizierung und bodenmechanische Eigenschaften von Baugründen
- Methodik der Baugrunderkundung mittels Bohr- und Rammverfahren
- Anwendung wissenschaftstheoretischer Prinzipien auf ingenieurtechnische Fragestellungen
- Diskussion von Setzungsrisiken und bautechnischer Sicherheit
Auszug aus dem Buch
Baugrunderkundung durch das direkte Aufschlussverfahren
Die Erkundung des Baugrundes ist der erste Schritt, um eine Grundlage für wirtschaftliches und sicheres Bauen zu ermöglichen sowie die nachfolgende Planung und Bauausführung zu gewährleisten. Es wird versucht, das Risiko aus einer z.B. mangelhaften Begutachtung der vorhandenen Baugrundgegebenheiten zu minimieren. Dadurch werden negative Auswirkung bzw. Schäden am Bauwerk vermieden. Hierzu betrachtet der Grundbau zwei verschiedene Aufschlussverfahren, mit denen man Baugrundverhältnisse bestimmen kann. Die Verfahren unterteilen sich in indirekte Aufschlüsse und direkte Aufschlüsse. Direkte Aufschlüsse werden mithilfe von z.B. Kartierung freier Oberflächen, Schürfe, Bohrungen oder Untersuchungsstollen durchgeführt. In der Praxis werden generell Bohrungen und Rammsondierungen zur Untersuchung von Böden verwendet. Durch das Bohrverfahren kann bei der Baugrunderkundung bis in Tiefen von 50 m tiefgebohrt werden, um somit die geologische Beschaffenheit des Baugrundes festzustellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung in die Klassifizierung und Setzung im Grundbau: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz einer fundierten Baugrunderkundung durch Beispiele von Setzungsschäden und definiert den Rahmen der Untersuchung.
2. Wissenschaftliches und bautechnisches Grundwissen: Hier werden der Kritische Rationalismus als theoretisches Fundament sowie bodenmechanische Grundlagen für die Baugrundbeurteilung vorgestellt.
3. Baugrunderkundung durch das direkte Aufschlussverfahren: Das Kapitel beschreibt den praktischen Prozess der direkten Bodenuntersuchung mittels Bohrungen und diskutiert die methodische Anwendung bei Bauvorhaben.
4. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der wissenschaftstheoretischen und bautechnischen Erkenntnisse sowie einer kritischen Reflexion des eigenen Vorgehens und einem Ausblick.
Schlüsselwörter
Baugrund, Setzung, Kritischer Rationalismus, Karl Popper, Baugrunderkundung, direkte Aufschlussverfahren, Bohrverfahren, Rammsondierung, Falsifikation, Verifikation, Deduktion, Geotechnik, Bodenprofil, Bauwerkssicherheit, Wissenschaftstheorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die kritische Auseinandersetzung mit Methoden der Baugrunderkundung vor dem Hintergrund wissenschaftstheoretischer Ansätze.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Bodenmechanik (Baugrund und Setzung), ingenieurtechnische Erkundungsmethoden sowie die Anwendung der Philosophie des Kritischen Rationalismus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Verwendung direkter Aufschlussverfahren zur Baugrundbewertung kritisch zu hinterfragen und die Aussagekraft dieser Methoden durch wissenschaftliche Prinzipien zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die deduktiv-theoriekritische Methode angewandt, um bautechnische Erkenntnisse zu prüfen und in den Kontext des Kritischen Rationalismus zu setzen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretische Fundierung durch Karl Poppers Philosophie und die praktische Anwendung von Bohr- und Sondierverfahren in der Geotechnik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Baugrund, Setzung, Kritischer Rationalismus, Bohrverfahren, Falsifikation und Geotechnik.
Welche Rolle spielt die DIN-Norm bei der Baugrunduntersuchung?
Die DIN-Norm dient als methodischer Standard für die systematische Datenerhebung und stellt sicher, dass Entnahmepunkte für Bodenproben fachgerecht gewählt werden.
Warum ist die Verifikation von Baugrunddaten kritisch zu betrachten?
Da in der Praxis oft nur Stichproben entnommen werden können, besteht stets ein Restrisiko, dass unerwartete Bodenverhältnisse oder Störelemente unentdeckt bleiben.
- Quote paper
- Björn Ridders (Author), 2021, Kritische Auseinandersetzung mit der Erkundung von Baugründen durch das direkte Aufschlussverfahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1174030