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Anti-Gender-Diskurse. Rechtspopulistische und rechtsextreme Denkfiguren

Title: Anti-Gender-Diskurse. Rechtspopulistische und rechtsextreme Denkfiguren

Term Paper , 2021 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Leander Fricke (Author)

Gender Studies

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Summary Excerpt Details

Diese Ausarbeitung widmet sich nun der Frage ob, und wenn ja, wie sich die Vorstellungen und Denkfiguren innerhalb rechtspopulistischer und rechtsextremer Diskurse im Kontext von Geschlecht und Gender unterscheiden lassen können und welche Funktionen diese jeweils innerhalb ihrer Referenzräume erfüllen. Dabei wird die These vertreten, dass die Berücksichtigung und Einbeziehung des (ideologischen) Hauptdiskurses – die Betonung und Bewertung ethnischer Zugehörigkeit – Rückschlüsse auf die spezifischen ‚Gender‘-Diskurse liefern kann und demnach reflektiert werden muss.

Spätestens im Zuge der Emanzipationsbewegungen der 1960er und 1970er und der institutionellen Frauen- und Geschlechterpolitik gehören Auseinandersetzungen um Geschlechtergerechtigkeit und Geschlechtergleichheit zum festen Bestandteil politischer und gesamtgesellschaftlicher Diskurse. Der, durch Forderungen nach sexueller und geschlechtlicher Selbstbestimmung, eingeleitete Liberalisierungsprozess der Geschlechter-, Familien- und Sexualpolitik, also auch die wissenschaftliche Verankerung der Gender Studies, wird dabei jedoch nicht nur positiv bewertet.

So grassieren seit der Jahrtausendwende Diskurse darüber, dass benannte Veränderungen dieser Art den Zusammenhalt und die gesellschaftliche Ordnung gefährden. (Re-)Naturalisierungsdiskurse, sowie Vorstellungen von essentialistischer Männlichkeit und Weiblichkeit, gelten dabei als die zentralen Denkfiguren. In vielen europäischen Ländern, so auch in Deutschland, sind die tragenden politischen Akteure und Bewegungen, die sich gegen das ‚Gender‘-Konzept aussprechenden, im rechten, rechtspopulistischen und rechtsextremen Lager angesiedelt. Aktuelle Analysen der gegen ‚Gender‘ gerichteten Diskurse, Mobilisierungen und Strategien stehen somit auch im Kontext des Aufstiegs rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien und Diskurse.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rechtspopulismus

3. Geschlechterdiskurse im Rechtspopulismus

3.1. Politik der Entpolitisierung

3.2. Islam-Sexualitäts-Emanzipations-Nexus

4. Rechtsextremismus

4.1. Grundstruktur rechtsextremer Ideologie

5. Geschlechterdiskurse im Rechtsextremismus

6. Diskussion/Analyse

6.1. Das „Wir“ und die „Volksgemeinschaft“

6.2. Der fundamentale Essenzialismus

6.3. Die leere Signifikante

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht vergleichend, wie sich Vorstellungen und Denkfiguren innerhalb rechtspopulistischer und rechtsextremer Diskurse im Kontext von Geschlecht und Gender unterscheiden und welche Funktionen diese innerhalb ihrer jeweiligen Referenzräume erfüllen, wobei die These vertreten wird, dass die Einbeziehung des ideologischen Hauptdiskurses der ethnischen Bewertung Rückschlüsse auf die spezifischen Gender-Diskurse zulässt.

  • Analyse der Diskursstrukturen und Weltbilder im Rechtspopulismus
  • Untersuchung von Geschlechterdiskursen und dem Feindbild Gender
  • Erörterung der Bedeutung ethnischer Zugehörigkeit in rechtsextremen Ideologien
  • Vergleichende Analyse der Strategien wie der Politik der Entpolitisierung

Auszug aus dem Buch

3.1. Politik der Entpolitisierung

Michel Dormal und Heike Mauer weisen im Zusammenhang rechtspopulistischer Geschlechterdiskurse auf das Phänomen einer „Politik der Entpolitisierung“ hin. Gefasst durch den Begriff des Politikparadoxes soll der Doppelcharakter deutlich machen, dass „der Populismus zwar quantitativ für eine Mobilisierung vormals politikverdrossener Milieus sorgt, qualitativ aber die Entpolitisierung des Zusammenlebens betreibt“ (Dormal/Mauer 2018: 22). So werden unter Berufung auf Selbstverständlichkeiten, dem gesunden Menschenverstand und dem Privaten, bestimmte Bereiche dem politischen Wettbewerb entzogen. Explizit stellt sich der Rechtspopulismus somit gegen das, durch feministische Bewegungen der 1970er stark gemachte, Motto „Das Private ist politisch“ und formuliert eine klare Trennlinie zwischen das Private/das Natürliche und das Öffentliche/das Politische.

So wird das Leitbild der heterosexuellen, traditionellen Familie nicht etwa als ein normatives Modell unter anderen gesehen, sondern gilt als vorpolitische, „natürliche“ Grundlage des Staates, das vor Politisierung geschützt werden muss (vgl. Becker-Schmidt 2019: 69; Dormal/Mauer 2018: 27). Die binäre Zweigeschlechtlichkeit knüpft hierbei an dem rechtspopulistischen Antagonismus an, ferner kann somit Gesellschaft in zwei distinkten und hierarchisch angeordneten Gruppen verstanden werden. Ontologisch wird an die ‚Natürlichkeit‘ der sozialen Ordnung und an den ‚gesunden Menschenverstand‘ (die Alltagserfahrung zeigt doch, dass Frauen und Männer nicht „gleich“ sind) angeknüpft. Argumentativ wird sich also auf einen ‚common sense‘ bezogen, dem eine Gleichsetzung individueller und kollektiver Moral folgt. Etwas was sich im privaten Bereich als richtig erweist und sich bewährt, kann in dieser Logik im öffentlichen Bereich nicht falsch sein. Auf dieser Basis formuliert sich die Vorstellung einer prinzipiell so-seienden, natürlich angenommener Ungleichheit, sodass sich die hieraus ergebene Unter- und Überordnung legitimieren lässt (vgl. Sauer 2017: 12f.; FES 2016: 19; Mayer 2021: 41; Decker/Lewandowsky 2017: 29).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz von Geschlechterdiskursen ein und formuliert die Forschungsfrage nach den Unterschieden und Funktionen von Denkfiguren im Rechtspopulismus und Rechtsextremismus.

2. Rechtspopulismus: Dieses Kapitel erläutert die Merkmale, Logiken und das Weltbild des Rechtspopulismus, insbesondere das Freund-Feind-Schema und die Bedeutung der vertikalen und horizontalen Dimensionen.

3. Geschlechterdiskurse im Rechtspopulismus: Hier werden die Positionierungen rechtspopulistischer Akteure zum Thema Gender und die Strategie des Anti-Genderismus analysiert.

3.1. Politik der Entpolitisierung: Dieses Unterkapitel beschreibt, wie durch den Verweis auf Natürlichkeit und privaten Common Sense Bereiche dem politischen Diskurs entzogen werden.

3.2. Islam-Sexualitäts-Emanzipations-Nexus: Es wird analysiert, wie Gleichstellungspolitik instrumentalisiert wird, um Ressentiments gegen Migranten zu schüren und eine fremdenfeindliche Agenda zu legitimieren.

4. Rechtsextremismus: Das Kapitel bietet eine Begriffsklärung und analysiert die konkurrierenden Erklärungsansätze für rechtsextreme Weltanschauungen.

4.1. Grundstruktur rechtsextremer Ideologie: Hier wird die zentrale Rolle der Ideologie der Ungleichheit und die Bedeutung ethnischer Homogenität für rechtsextreme Weltbilder hervorgehoben.

5. Geschlechterdiskurse im Rechtsextremismus: Das Kapitel untersucht, wie Geschlechterrollen als identitätsstiftende Kategorien innerhalb der rechtsextremen Volksgemeinschaft fungieren.

6. Diskussion/Analyse: In diesem Kapitel werden die theoretischen Erkenntnisse zu Populismus und Rechtsextremismus synthetisiert und gegenübergestellt.

6.1. Das „Wir“ und die „Volksgemeinschaft“: Es wird die Differenz zwischen dem vagen populistischen Wir und der rechtsextremen Vorstellung der Volksgemeinschaft herausgearbeitet.

6.2. Der fundamentale Essenzialismus: Das Kapitel befasst sich mit der Verleugnung kontingenter Grundlagen durch eine auf essentialistischer Ungleichheit basierende Ideologie.

6.3. Die leere Signifikante: Hier wird Gender als strategischer Containerbegriff innerhalb der rechtspopulistischen und rechtsextremen Agitation analysiert.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass trotz unterschiedlicher Logiken bei beiden Strömungen auf rechtsextreme Ideologiekerne zurückgegriffen wird.

Schlüsselwörter

Rechtspopulismus, Rechtsextremismus, Geschlechterforschung, Gender, Anti-Genderismus, Volksgemeinschaft, Essentialismus, Entpolitisierung, Ideologie, Ungleichheit, Islam-Sexualitäts-Emanzipations-Nexus, Identität, Diskursanalyse, Fremdenfeindlichkeit, Heteronormativität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die inhaltlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede von rechtspopulistischen und rechtsextremen Diskursen in Bezug auf Geschlechtervorstellungen und die gezielte Ablehnung von Gender-Konzepten.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die zentralen Felder sind die Bedeutung der traditionellen Familie, der Einfluss von Migration auf Geschlechterbilder, die Rolle von Ideologien der Ungleichheit sowie die mediale Inszenierung von Freund-Feind-Schemata.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Untersuchung geht der Frage nach, ob und wie sich die Vorstellungen und Denkfiguren innerhalb rechtspopulistischer und rechtsextremer Diskurse im Kontext von Geschlecht unterscheiden lassen und welche Funktionen diese jeweils erfüllen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine vergleichende Diskursanalyse, die auf sozialwissenschaftlicher Literatur und verschiedenen theoretischen Modellen zum Rechtspopulismus und Rechtsextremismus basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Begriffsbestimmung des Rechtspopulismus und Rechtsextremismus, die Analyse ihrer jeweiligen Geschlechterdiskurse sowie eine synthetisierende Diskussion über Begriffe wie Essenzialismus und die leere Signifikante.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Begriffe wie Gender-Mainstreaming, Volksgemeinschaft, Politik der Entpolitisierung, Essentialismus und der Antagonismus zwischen Wir und den Anderen sind für das Verständnis der Arbeit essenziell.

Welche Bedeutung hat der Begriff Gender als leere Signifikante?

Der Begriff fungiert als strategischer Container, in den unterschiedlichste Themen geworfen werden, um eine Bedrohungskulisse gegenüber einer vermeintlichen Elite oder fremden Gruppen zu erzeugen.

Warum wird Familienpolitik als Bevölkerungspolitik interpretiert?

In rechtspopulistischen und rechtsextremen Diskursen wird die Förderung der traditionellen Kernfamilie oft biopolitisch motiviert, um einem vermeintlichen Bevölkerungsaustausch entgegenzuwirken.

Was ist das Politikparadox der Entpolitisierung?

Es beschreibt den Widerspruch, dass Populismus zwar zur Mobilisierung von Massen führt, dabei aber gleichzeitig komplexe gesellschaftliche Themen entpolitisiert und als naturgegeben darstellt.

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Details

Title
Anti-Gender-Diskurse. Rechtspopulistische und rechtsextreme Denkfiguren
College
University of Göttingen
Grade
1,7
Author
Leander Fricke (Author)
Publication Year
2021
Pages
22
Catalog Number
V1169971
ISBN (eBook)
9783346581617
ISBN (Book)
9783346581624
Language
German
Tags
Gender Anti-Gender Diskurse Rechtsextremismus Rechtspopulismus Geschlechterforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Leander Fricke (Author), 2021, Anti-Gender-Diskurse. Rechtspopulistische und rechtsextreme Denkfiguren, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1169971
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