Die Prinzipal-Agenten-Beziehung bei funktionalen Privatisierungen ist geprägt von Risiken, die überwiegend auf staatlicher Seite liegen. Mit der Aufgabenübertragung gehen Hoffnungen eines Effizienzgewinnes einher, die jedoch nicht automatisch erfüllt werden können. Daher stellt sich die Frage, wie die Übertragung zielführend und erfolgreich umgesetzt werden kann.
Ziel der Hausarbeit ist es, im Rahmen einer Literaturrecherche vor dem Hintergrund der Prinzipal-Agenten-Theorie Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Durchführung herauszuarbeiten. Dazu erfolgt eine Abgrenzung zu anderen Privatisierungsformen und es werden Ziele der funktionalen Privatisierung dargestellt. Im Anschluss werden die Prinzipal-Agenten-Theorie erläutert und Schwierigkeiten in der Beziehung zwischen Auftraggebern und Auftragsnehmern dargestellt. Dies bildet die Grundlage für das Herausarbeiten von Erfolgsfaktoren der funktionalen Privatisierung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Privatisierungen
2.1 Vermögensprivatisierung, formale Privatisierung und materielle Privatisierung
2.2 Funktionale Privatisierung
2.3 Ziele funktionaler Privatisierungen
3 Prinzipal-Agenten-Theorie
3.1 Merkmale einer Prinzipal-Agenten-Beziehung
3.2 Probleme und Risiken in der Prinzipal-Agenten-Beziehung
3.2.1 Interessenkonflikte
3.2.2 Informationsasymmetrie
3.3 Prinzipal-Agenten-Beziehung im öffentlichen Sektor
4 Erfolgsfaktoren funktionaler Privatisierungen
4.1 Erfolgsfaktoren zur Reduzierung von adverse selection
4.2 Erfolgsfaktoren zur Reduzierung von moral hazard
4.2.1 Anreizsysteme
4.2.2 Kontrollsysteme
4.2.3 Informationssysteme
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie funktionale Privatisierungen im öffentlichen Sektor trotz bestehender Informationsasymmetrien und Interessenkonflikte zwischen Staat und privaten Akteuren erfolgreich und zielführend umgesetzt werden können. Ziel ist die Ableitung von Erfolgsfaktoren auf Basis der Prinzipal-Agenten-Theorie.
- Grundlagen und Formen der Privatisierung
- Mechanismen der Prinzipal-Agenten-Theorie
- Risiken wie Adverse Selection und Moral Hazard
- Strategien zur Interessenangleichung
- Implementierung von Anreiz-, Kontroll- und Informationssystemen
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Interessenkonflikte
Grundsätzlich besteht zwar zunächst ein gemeinsames Kooperationsinteresse, allerdings geht die Theorie davon aus, dass die Beteiligten das Ziel verfolgen ihren eigenen Nutzen, unter Umständen zu Lasten des Vertragspartners, zu maximieren (Heyd/Beyer 2011: 17). Während der Prinzipal eine Aufgabenerledigung bei möglichst geringer Entlohnung anstrebt, begehrt der Agent eine möglichst hohe Belohnung oder bei gegebener Belohnung einen möglichst niedrigen Aufwand (Preisendörfer 2008: 106). Der Auftragnehmer wird den Vertrag nur ausführen, wenn er seinen Nutzen maximieren kann und die Kooperation für ihn wirtschaftlich ist (Erlei et al. 2016: 71). Diese egoistische Interessenlage schließt die Anwendung von List, Betrug und Täuschung mit ein, sodass Verhaltensweisen wie zum Beispiel Leistungszurückhaltung oder trügerische Darstellung von Leistungen durchaus möglich sind (Ebers/Gotsch 2006: 261).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Problematik der staatlichen Aufgabenerfüllung dar und definiert das Ziel der Arbeit, Erfolgsfaktoren für funktionale Privatisierungen mittels der Prinzipal-Agenten-Theorie zu erarbeiten.
2 Privatisierungen: Das Kapitel differenziert verschiedene Privatisierungsformen und grenzt insbesondere die funktionale Privatisierung als Auslagerung von Aufgaben an private Akteure bei verbleibender staatlicher Verantwortung ab.
3 Prinzipal-Agenten-Theorie: Es werden die theoretischen Grundlagen der Prinzipal-Agent-Beziehung erläutert, wobei ein Fokus auf Interessenkonflikten und Informationsasymmetrien im öffentlichen Sektor liegt.
4 Erfolgsfaktoren funktionaler Privatisierungen: Dieses Kapitel analysiert konkrete Mechanismen wie Screening, Signaling, Anreiz-, Kontroll- und Informationssysteme, um Risiken bei der Auslagerung zu minimieren.
5 Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass eine Kombination aus sorgfältiger Vertragsgestaltung und begleitenden Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen entscheidend für den Erfolg funktionaler Privatisierungen ist.
Schlüsselwörter
Privatisierung, Funktionale Privatisierung, Prinzipal-Agenten-Theorie, Öffentlicher Sektor, Interessenkonflikt, Informationsasymmetrie, Adverse Selection, Moral Hazard, Anreizsysteme, Kontrollsysteme, Wirtschaftlichkeit, Vertragsgestaltung, Effizienzgewinn, Aufgabenübertragung, Screening
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen bei funktionalen Privatisierungen, insbesondere die Beziehung zwischen Staat (Prinzipal) und privaten Unternehmen (Agent), und leitet Erfolgsfaktoren für eine effiziente Aufgabenübertragung ab.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Themenfelder umfassen die Definition von Privatisierungsformen, die theoretische Fundierung durch die Prinzipal-Agenten-Theorie sowie die praktische Gestaltung von Verträgen mittels Anreiz-, Kontroll- und Informationssystemen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, vor dem Hintergrund der Prinzipal-Agenten-Theorie Faktoren zu identifizieren, die eine erfolgreiche Durchführung funktionaler Privatisierungen unter Berücksichtigung von Effizienzgewinnen ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche, in der bestehende ökonomische Theorien und Konzepte der Neuen Institutionenökonomik auf den speziellen Kontext der Verwaltungsorganisation und Privatisierung angewendet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Risiken (Interessenkonflikte, Informationsasymmetrie) sowie die Ableitung von Erfolgsfaktoren zur Reduzierung von Adverse Selection und Moral Hazard durch spezifische vertragliche Maßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Funktionale Privatisierung, Prinzipal-Agenten-Theorie, Adverse Selection, Moral Hazard, Anreizsysteme, Kontrollsysteme und Wirtschaftlichkeit.
Wie unterscheidet sich die funktionale Privatisierung von anderen Formen wie der materiellen Privatisierung?
Bei der funktionalen Privatisierung bleibt die Aufgabenverantwortung beim Staat, während bei der materiellen Privatisierung ein tatsächlicher Eigentümerwechsel stattfindet und die Verantwortung auf den privaten Sektor übergeht.
Warum ist das Screening ein kritischer Erfolgsfaktor vor Vertragsabschluss?
Screening hilft dem Prinzipal, verborgene Eigenschaften (hidden characteristics) der potenziellen Agenten zu identifizieren, um ungeeignete Vertragspartner bereits vorab auszuschließen und so das Risiko einer Ineffizienz zu senken.
Inwiefern können Kontrollsysteme die Kosten der Privatisierung beeinflussen?
Kontrollsysteme verursachen zusätzliche Kosten für den Staat, weshalb ihre Implementierung immer im Rahmen einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung geprüft werden muss, um sicherzustellen, dass die Effizienzgewinne der Privatisierung nicht durch die Überwachungskosten aufgezehrt werden.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Erfolgsfaktoren funktionaler Privatisierungen in Bezug auf die Prinzipal-Agenten-Theorie, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1169278