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Der Holocaust in Lettland. Inwiefern war die einheimische Bevölkerung beteiligt?

Titel: Der Holocaust in Lettland. Inwiefern war die einheimische Bevölkerung beteiligt?

Hausarbeit , 2021 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschichte Europas - Zeitalter Weltkriege

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Hausarbeit behandelt die Frage, ob und inwiefern die lettische Bevölkerung mit den deutschen Besatzern zur Zeit des Zweiten Weltkrieges kooperierte. Besonders ist dabei das sogenannte Arajs-Kommando um den berüchtigten Viktors Arjas ins Auge gefasst worden. Aber auch die Situation Lettlands sowie die Kooperation in anderen Institutionen werden aufgearbeitet.

Die Forschung zum Holocaust in Lettland wird oftmals als problematisch eingeordnet, da dort die Auseinandersetzung mit dem Holocaust erst recht spät begann und auch heutzutage oftmals noch vermieden wird, insbesondere in Bezug auf die Kooperation der Letten. Es gab immer wieder Vorwürfe aus dem Ausland, dass die Aufarbeitung sehr schleppend verliefe, weshalb 1998 vom damaligen lettischen Präsidenten eine historische Kommission gegründet wurde, welche sich mit den Verbrechen gegen die Menschlichkeit auseinandersetzt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vorbemerkungen

2.1 Zusammenarbeit mit der Besatzungsmacht – Kollaboration?

2.2 Situation Lettlands vor der Besatzung der Deutschen

3 Kooperation der Letten mit den Nationalsozialisten

3.1 Arājs-Kommando

3.2 Letten in weiteren Institutionen

4 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Beteiligung der einheimischen lettischen Bevölkerung am Holocaust während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg und analysiert dabei kritisch die verschiedenen Formen der Zusammenarbeit zwischen den lokalen Akteuren und dem nationalsozialistischen Regime.

  • Analyse der Begrifflichkeiten von Kollaboration und Kooperation im historischen Kontext.
  • Untersuchung der Rolle und Struktur des Arājs-Kommandos bei Massenerschießungen.
  • Betrachtung lettischer Beteiligung in der Hilfspolizei und der landeseigenen Verwaltung.
  • Einordnung des Einflusses der Pērkonkrusts-Bewegung und der Rolle von Antisemitismus sowie Antikommunismus.
  • Erforschung der Motive der lokalen Bevölkerung angesichts der doppelten Besatzungssituation.

Auszug aus dem Buch

3.1 Arājs-Kommando

Das Arājs-Kommando war eine Gruppe junger lettischer Männer unter dem Kommando Viktors Arājs’, welche in ganz Lettland an den Massenerschießungen teilnahm und nach Schätzungen des lettischen Historikers Andrievs Ezergailis ca. 26.000 Menschen umgebracht hat. Sie unterstanden dabei dem Sicherheitsdienst (SD) unter Rudolf Lange und erhielten ihre Befehle meist per Telefon, auch wenn sie sich selbstständig organisierten.

Viktors Arājs spielte bei diesen Aktionen eine zentrale Rolle. Er wurde am 13.01.1910 in der Nähe von Riga geboren und von seiner deutschen Mutter aufgezogen, jedoch war die Erziehung nach eigener Aussage lettisch. Arājs zog mit seiner Familie mehrfach um, nachdem ihr Haus im Ersten Weltkrieg zerstört worden war. In Jelgava besuchte er mit Unterbrechung ein Gymnasium und erhielt auf Grund seines Fleißes ein Stipendium. Im Jahre 1930 meldete er sich freiwillig zum Dienst in der Armee, ehe er sich 1932 an der Universität in Riga für Jura einschrieb. Nach seinem Armeedienst gelangte er zur Polizeireserve, war aber unzufrieden mit seiner Situation, sodass er sich der rechtsgerichteten Bewegung Viesturas Savieniba zuwandte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die oft vernachlässigte internationale Dimension des Holocaust und stellt die Forschungsfrage nach den Formen der Zusammenarbeit zwischen der lettischen Bevölkerung und den deutschen Besatzern.

2 Vorbemerkungen: Dieses Kapitel klärt die terminologische Abgrenzung zwischen Kollaboration und Kooperation und beschreibt die historische Situation Lettlands vor der deutschen Besatzung.

3 Kooperation der Letten mit den Nationalsozialisten: Hier werden die verschiedenen Institutionen und Personengruppen, insbesondere das Arājs-Kommando und die lettische Hilfspolizei, hinsichtlich ihrer aktiven Beteiligung am Holocaust untersucht.

4 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über die verschiedenen Kooperationsformen zusammen und gibt Anregungen für die weitere Forschung zum lettischen Widerstand und zum Vergleich mit anderen baltischen Staaten.

Schlüsselwörter

Holocaust, Lettland, Kooperation, Kollaboration, Arājs-Kommando, Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Hilfspolizei, Pērkonkrusts, Antisemitismus, Antikommunismus, Massenmord, Besatzung, Geschichte, Täterschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle der einheimischen lettischen Bevölkerung während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg und hinterfragt deren Beteiligung am Holocaust.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Zusammenarbeit zwischen Letten und deutschen Besatzern, die Analyse der Kooperationsmotive sowie die Untersuchung spezifischer Institutionen wie des Arājs-Kommandos und der Hilfspolizei.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu beantworten, inwiefern und auf welche Weise die einheimische lettische Bevölkerung am Holocaust in Lettland beteiligt war und wie diese Kooperation strukturell und motivisch einzuordnen ist.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Hausarbeit stützt sich primär auf die Auswertung wissenschaftlicher Literatur und die Analyse von Quellen aus der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933 - 1945".

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der historische Kontext, die Rolle des Arājs-Kommandos als Tätergruppe sowie die Einbindung lettischer Hilfskräfte und Verwaltungsmitarbeiter in die Besatzungsstruktur analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kooperation, Massenerschießungen, Antikommunismus, Arājs-Kommando und Besatzungsverwaltung charakterisiert.

Welche Rolle spielte Viktors Arājs bei den Massenmorden?

Viktors Arājs führte ein nach ihm benanntes Kommando, das unter deutscher Kontrolle massiv an den Massenerschießungen in Lettland beteiligt war und schätzungsweise 26.000 Menschen ermordete.

Warum wird in der Arbeit der Begriff "Kooperation" bevorzugt?

Der Autor entscheidet sich für den Begriff der Kooperation, um den Faktor des Nationalismus oder Verrats in der historischen Debatte zu umgehen und die Motive der Beteiligten neutraler und differenzierter betrachten zu können.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Holocaust in Lettland. Inwiefern war die einheimische Bevölkerung beteiligt?
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Die Shoah im östlichen Europa während des Zweiten Weltkriegs
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
20
Katalognummer
V1167836
ISBN (eBook)
9783346588531
ISBN (Buch)
9783346588548
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Shoah Holocaust Lettland Bevölkerung Kollaboration Arajs Kooperation Arajs-Kommando Kommando
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Der Holocaust in Lettland. Inwiefern war die einheimische Bevölkerung beteiligt?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1167836
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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