Ebenso wie in Deutschland gibt es in Großbritannien Bräuche, die traditionell in der Vorweihnachtszeit und zu Weihnachten selbst gepflegt werden. Der Laie mag auf den ersten Blick meinen, dass diese Bräuche den deutschen sehr ähneln oder sogar dieselben seien. Erst nach genauerer Betrachtung werden Unterschiede deutlich. Denn nicht jeder würde, wenn er sich in der Vorweihnachtszeit in Großbritannien aufhält und dort ein Plakat mit Werbung für ein Weihnachtsstück oder singende Kinder sieht, bemerken, dass es sich hier um die typisch britischen Weihnachtsbräuche der Christmas pantomime und des carol singings handelt.
Diese Arbeit soll die in Richard Curtis’ Film „Love Actually“ (der deutsche Titel lautet „Tatsächlich Liebe“) thematisierten und im Seminar besprochenen Christmas customs aufgreifen und beschreiben. Zum Teil soll hier auch auf die geschichtliche Entstehungsweise, wenn diese bedeutend oder interessant für den heutigen Brauch ist, eingegangen werden.
Da die Bräuche oft zu bestimmten Zeitpunkten statt finden und die Handlung des Films chronologisch erzählt wird und etwa vier Wochen vor Weihnachten beginnt, bietet es sich an, die auftretenden customs in der Reihenfolge, in der sie im Film vorkommen, darzustellen. In diesem werden zwischendurch die jeweiligen Zeitpunkte (z.B. „4 weeks to Christmas“) eingeblendet, die in dieser Arbeit auch so übernommen werden.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Für die Hausarbeit Elementares aus dem Film in Kürze
1.1 Juliet, Peter und Mark
1.2 Natalie und David
1.3 Karen, Harry und Mia
1.4 Daniel, Sam und Joanna
2. Four weeks to Christmas
2.1 The holly and the ivy
2.2 Mistletoe
2.3 The Christmas tree
3. Three weeks to Christmas
4. Christmas Eve
4.1 Christmas carols
4.2 Christmas Pantomime/Nativity play
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung britischer Weihnachtsbräuche im Spielfilm "Love Actually" (Tatsächlich Liebe). Ziel ist es, die im Film thematisierten Traditionen anhand der filmischen Handlungsstränge zu identifizieren, zu beschreiben und durch historisches Hintergrundwissen zu kontextualisieren, um die Eignung des Mediums für den Englischunterricht zu evaluieren.
- Analyse britischer Weihnachtsbräuche im Filmkontext
- Historische Herleitung und Bedeutung der Christmas Customs
- Vergleich von filmischer Darstellung und realen Traditionen
- Pädagogischer Nutzwert des Films für den Fremdsprachenunterricht
Auszug aus dem Buch
2.2 Mistletoe
Auch die Mistel trägt Früchte – ihre Beeren sind weiß und blühen im Dezember, also rechtzeitig zum Weihnachtsfest – und wie die Stechpalme wird auch sie mit Magie in Verbindung gebracht. Das Küssen unter dem Mistelzweig tauchte zuerst in Verbindung mit dem Fest der Saturnalien auf und wurde später mit den ursprünglichen Hochzeitsbräuchen assoziiert. In Großbritannien ist es seit dem 19. Jahrhundert üblich, dass, wenn eine junge Frau zur Weihnachtszeit unter dem mit Bändern und Ornamenten schön geschmückten Mistelzweig steht, sie es nicht ablehnen kann, geküsst zu werden. So ein Kuss konnte ursprünglich eine tiefe Romanze, dauerhafte Freundschaft und Wohlwollen bedeuten. Wurde das Mädchen nicht geküsst, bedeutete dies, dass es im nächsten Jahr wahrscheinlich nicht heiraten würde. In manchen Teilen Englands ist ein weiterer Teil des Brauches, dass der Weihnachts-Mistelzweig in der zwölften Nacht verbrannt wird, damit die Jungen und Mädchen, die sich darunter küssen, heiraten werden.
Zunächst wurde dieser Brauch unter Bediensteten und eher auf dem Land als in der Stadt gepflegt, doch schon bald spielten weder unterschiedliches Alter noch Klassen oder Schichten eine Rolle – ein Kuss unter dem Mistelzweig, der Teil des zu Dekorationszwecken gebundenen und verzierten kissing bunch bzw. kissing branch war und z.T. in der Raummitte aufgehängt wurde, konnte nicht verwehrt werden. Heute wird meist nur ein Mistelzweig mit einer Schleife über der Tür festgebunden.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Einleitung stellt britische Weihnachtsbräuche vor und erläutert die Absicht, diese anhand des Films "Love Actually" zu analysieren.
1. Für die Hausarbeit Elementares aus dem Film in Kürze: Dieses Kapitel gibt einen kurzen Überblick über den Film und die relevanten, in parallelen Handlungssträngen agierenden Protagonisten.
2. Four weeks to Christmas: Hier werden die Bedeutung von Evergreens wie Stechpalme, Efeu und Mistel sowie die Einführung des Weihnachtsbaums in Großbritannien behandelt.
3. Three weeks to Christmas: Das Kapitel widmet sich dem Brauch des Versendens von Weihnachtskarten und dessen historischer Entwicklung.
4. Christmas Eve: Es werden die Traditionen des Carol Singings sowie die Bedeutung von Pantomime und Nativity Plays im Kontext des Weihnachtsfestes erläutert.
5. Fazit: Das Fazit resümiert die Analyse und bewertet den Film als wertvolles didaktisches Hilfsmittel für den Unterricht.
Schlüsselwörter
Love Actually, Großbritannien, Weihnachtsbräuche, Holly, Mistletoe, Christmas tree, Christmas cards, Carol singing, Christmas pantomime, Nativity play, Tradition, Filmanalyse, Englischunterricht, Kulturkunde, Festtagskultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht britische Weihnachtsbräuche, wie sie im Film "Love Actually" dargestellt werden, und verbindet diese mit historischem Hintergrundwissen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf traditionellen Weihnachtsbräuchen wie dem Gebrauch von Evergreens, dem Versenden von Weihnachtskarten und dem Brauchtum rund um Christmas Eve.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den kulturellen Kontext der im Film gezeigten Traditionen zu erläutern und ihre Eignung für die Vermittlung landeskundlicher Inhalte im Unterricht zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine medienbasierte Analyse, bei der filmische Szenen mit fachliterarischen Quellen zu britischen Bräuchen und Traditionen verknüpft werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch entlang der im Film gezeigten Weihnachtszeit und analysiert Themen wie Mistelzweige, Weihnachtskarten und weihnachtliche Gesangstraditionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind "Christmas customs", "Love Actually", "Britische Weihnachtstraditionen" und "kulturelle Identität".
Warum ist das Hintergrundwissen zu "carol singing" wichtig für das Filmverständnis?
Ohne dieses Wissen erscheint die Szene, in der der Premierminister für Kinder singt, lediglich unterhaltsam, anstatt als tief verwurzelter britischer Brauch erkannt zu werden.
Inwieweit eignet sich der Film für den Einsatz im Unterricht?
Der Autor stuft den Film als sehr gut geeignet ein, da er die verschiedenen Bräuche in authentische Alltagssituationen einbettet, was Schülern einen besseren Zugang zur fremden Kultur ermöglicht.
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- Anika Peschel (Author), 2007, Angelsächsische Weihnachtsbräuche in Richard Curtis' "Love Actually", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/116693