Die Ausarbeitung soll einen Überblick über die Zukunft des Maßgeblichkeitsprinzips mit seinem Für und Wider vor dem Hintergrund des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (kurz BilMoG) geben.
Eine Modernisierung des Bilanzrechts ist geplant, die zu zahlreichen Neuerungen des handelsrechtlichen Jahresabschlusses führen wird. Einen wichtigen Punkt hierbei stellt die Zukunft des Maßgeblichkeitsprinzips dar. Die Diskussionen seitens der Literatur zu diesem Thema sind so alt wie die Maßgeblichkeit selbst, wobei es sowohl Fürsprecher als auch Kritiker gibt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG)
2.1. Warum eine Modernisierung des Bilanzrechts – Zielsetzung
2.2. Umsetzung der Ziele
2.3. Aktueller Stand des Gesetzgebungsverfahrens
3. Das gegenwärtige Verhältnis von Handels- und Steuerbilanz
3.1. Funktionen
3.1.1. Die Handelsbilanz
3.1.2. Die Steuerbilanz
3.2. Das Maßgeblichkeitsprinzip
3.2.1. Arten der Maßgeblichkeit
3.2.2. Rechtsgrundlage
3.2.3. Kritik am Maßgeblichkeitsprinzip
4. Die Zukunft des Maßgeblichkeitsprinzips
4.1. Abschaffung der umgekehrten Maßgeblichkeit
4.1.1. Gründe für die Abschaffung
4.1.2. Kritik an der Abschaffung
4.1.3. Rechtsgrundlage
4.2. Beibehaltung der materiellen Maßgeblichkeit
4.2.1. Gründe für die Beibehaltung
4.2.2. Kritik an der Beibehaltung
4.2.3. Rechtsgrundlage
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die zukünftige Rolle des Maßgeblichkeitsprinzips im Kontext des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG), insbesondere unter Berücksichtigung der geplanten Abschaffung der umgekehrten Maßgeblichkeit und der Beibehaltung der materiellen Maßgeblichkeit.
- Analyse des gegenwärtigen Verhältnisses von Handels- und Steuerbilanz
- Untersuchung der Zielsetzungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes
- Diskussion der Vor- und Nachteile der Maßgeblichkeit aus Sicht von Befürwortern und Kritikern
- Bewertung der Auswirkungen der Reform auf die Steuerneutralität und die Praxis der Einheitsbilanz
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Arten der Maßgeblichkeit
Prinzipiell gibt es zwei relevante Arten des Maßgeblichkeitsprinzips, zum einen die materielle Maßgeblichkeit, die „die handelsrechtlichen Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung bei der Aufstellung der Steuerbilanz als verbindlich“ versteht, unabhängig davon, ob tatsächlich eine Handelsbilanz erstellt wird. Sie sorgt somit dafür, dass, soweit keine zwingenden steuerrechtlichen Regelungen bestehen, die Steuer- an die Handelsbilanz anknüpft. Aufgrund dieser Art der Maßgeblichkeit werden „handelsrechtliche Aktivierungswahlrechte steuerlich zu Aktivierungsgeboten“ und „handelsrechtliche Passivierungswahlrechte ... zu Passivierungsverboten“ in der Steuerbilanz.
Die zweite Ausprägung des Maßgeblichkeitsprinzips ist die formelle Maßgeblichkeit, die eine „konsequente Fortführung der materiellen Maßgeblichkeit“ darstellt. Sie fordert eine Übernahme steuerrechtlicher Ansätze in die Handelsbilanz und schränkt somit die Bewertungsspielräume handelsrechtlicher Rechnungslegung ein.
Die umgekehrte Maßgeblichkeit bildet „im Grunde einen Spezialfall der formellen Maßgeblichkeit“. Unter ihr kann im weitesten Sinne jede Bilanzierungsentscheidung aus steuerrechtlichen Gründen verstanden werden, im engeren Sinn jedoch der Zusammenhang mit subventionellen Steuervergünstigungen. Diese können nur dann in Anspruch genommen werden, wenn in der Handelsbilanz ein dem der Steuerbilanz entsprechender Ausweis entgegen den GoB erfolgt. Dies führt somit zu einer Bestimmung der Handelsbilanz durch die Steuerbilanz.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Maßgeblichkeitsprinzips vor dem Hintergrund des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes ein und skizziert das Spannungsfeld zwischen Handels- und Steuerbilanz.
2. Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG): Dieses Kapitel erläutert die Ziele und Hintergründe des BilMoG, insbesondere die Modernisierung und Vereinfachung der handelsrechtlichen Rechnungslegung unter Wahrung der Steuerneutralität.
3. Das gegenwärtige Verhältnis von Handels- und Steuerbilanz: Hier werden die Funktionen beider Bilanzen sowie die theoretischen Grundlagen und die Kritik am bestehenden Maßgeblichkeitsprinzip dargelegt.
4. Die Zukunft des Maßgeblichkeitsprinzips: Dieses zentrale Kapitel analysiert die geplante Abschaffung der umgekehrten Maßgeblichkeit sowie die Gründe und Kritikpunkte bezüglich der Beibehaltung der materiellen Maßgeblichkeit.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Auswirkungen der Reform zusammen und bewertet, inwiefern eine zukünftige Abkehr vom Maßgeblichkeitsprinzip aufgrund internationaler Entwicklungen unvermeidbar erscheint.
Schlüsselwörter
Maßgeblichkeitsprinzip, BilMoG, Handelsbilanz, Steuerbilanz, Einheitsbilanz, Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz, materielle Maßgeblichkeit, formelle Maßgeblichkeit, umgekehrte Maßgeblichkeit, Steuerneutralität, Rechnungslegung, Gewinnermittlung, Gesetzgebungsverfahren, Handelsrecht, Steuerrecht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) auf das Maßgeblichkeitsprinzip, welches das Verhältnis zwischen der handelsrechtlichen und der steuerrechtlichen Gewinnermittlung regelt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Einordnung der Maßgeblichkeit, die Zielsetzung der Bilanzmodernisierung, die Unterscheidung zwischen materieller und formeller Maßgeblichkeit sowie die fachliche Debatte über deren Vor- und Nachteile.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, einen Überblick über das Für und Wider des Maßgeblichkeitsprinzips vor dem Hintergrund der geplanten Gesetzesänderungen zu geben und zu prüfen, ob die Maßgeblichkeit in einer modernen Rechnungslegung noch zeitgemäß ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung von Gesetzestexten sowie Regierungsentwürfen zum BilMoG, ergänzt durch die Einbeziehung zeitgenössischer fachwissenschaftlicher Stellungnahmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das gegenwärtige System der Maßgeblichkeit, erläutert die verschiedenen Arten (materiell, formell, umgekehrt) und diskutiert die geplanten Änderungen durch das BilMoG sowie die damit verbundene Kritik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Maßgeblichkeitsprinzip, BilMoG, Einheitsbilanz, Handels- und Steuerbilanz sowie Steuerneutralität charakterisiert.
Warum ist die umgekehrte Maßgeblichkeit so umstritten?
Die umgekehrte Maßgeblichkeit führt dazu, dass steuerrechtliche Wahlrechte die Gestaltung der Handelsbilanz beeinflussen können, was als "Deformierung" der handelsrechtlichen Informationsfunktion kritisiert wird und teilweise als europarechtswidrig gilt.
Was bedeutet das Festhalten an der materiellen Maßgeblichkeit für Unternehmen?
Es ermöglicht Unternehmen theoretisch weiterhin die Erstellung einer sogenannten Einheitsbilanz, wobei jedoch in der Praxis aufgrund vielfältiger Durchbrechungen und steuerlicher Anpassungen oft ein höherer Aufwand entsteht.
- Arbeit zitieren
- Diplom-Kaufmann (FH) Stephan Apelt (Autor:in), 2008, Die Zukunft des Maßgeblichkeitsprinzips vor dem Hintergrund des BilMoG, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1165436