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Überblick über Laienepistemologie. Welche Probleme ergeben sich für menschliches Denken und Verhalten?

Titel: Überblick über Laienepistemologie. Welche Probleme ergeben sich für menschliches Denken und Verhalten?

Hausarbeit , 2020 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Psychologie - Sonstiges

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ein Überblick über Laienepistemologie: Welche Probleme ergeben sich für menschliches Denken und Verhalten? Jeden Tag werden wir damit konfrontiert, Entscheidungen zu treffen, sei es im Privatleben, oder auch im Geschäftsleben. Diese omnipräsente Unsicherheit wird uns durch die aktuelle Corona-Pandemie so stark und offensichtlich wieder ins Gedächtnis gerufen, wie noch nie zuvor. Vor allem unser Bedürfnis nach Struktur, welches Kruglanski et al bereits 1985 erwähnt haben, spielt hier eine ausschlaggebende Rolle. Niemand stößt einen derzeit so offensichtlich auf das Thema Laienepistemologie wie die Ambiguität der Theorien des Prof. Dr. Christian Drosten und die der Verschwörungstheoretiker um Xavier Naidoo. Der Mensch strebt gerade in diesen Zeiten, vielleicht noch stärker als zuvor, nach widerspruchsfreien Erkenntnissen. Da dieses Bedürfnis durch einen Wissenschaftler, dessen Antrieb die Suche nach Falsifikation ist, nicht befriedigt werden kann, flieht sich eine Vielzahl von Laien durch die ständige Auf- und Abwertung von Informationen in ein konstantes, kognitive Dissonanz befriedigendes, Umfeld.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Definitionen

2.1 Definition: Laie

2.2 Definition: Laienepistemologie

3 Abgrenzung Laien – und Wissenschaftstheorie

4 Laienhafte Erkenntnissuche nach Kruglanski et al

4.1 Das Bedürfnis nach Struktur

4.2 Das Bedürfnis nach spezifischen Schlussfolgerungen

4.3 Das Bedürfnis nach Gültigkeit

5 Bezüge zu weiteren Theorien

5.1 Theorie kognitiver Dissonanz

5.2 Attributionstheorie

6 Auftretende Denkfehler und Probleme

6.1 Anwendungsbeispiel: Arzt

6.2 Anwendungsbeispiel: Gateway Hypothese des Cannabiskonsums

7 Kritische Würdigung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der Laienepistemologie und wie diese das menschliche Denken sowie Verhalten in Alltagssituationen beeinflusst. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Individuen durch spezifische Motive wie das Bedürfnis nach Struktur, Schlussfolgerung und Gültigkeit zu subjektiven Erkenntnissen gelangen, die oft von wissenschaftlichen Standards abweichen.

  • Theoretische Fundierung der Laienepistemologie
  • Abgrenzung zwischen laienhafter Erkenntnissuche und Wissenschaftstheorie
  • Bedeutung der Motivklassen nach Kruglanski et al.
  • Verknüpfung mit Attributionstheorie und Theorie kognitiver Dissonanz
  • Analyse praktischer Beispiele aus dem Arztberuf und dem Cannabiskonsum

Auszug aus dem Buch

4.1 Das Bedürfnis nach Struktur

Das Wissen, über welches der Mensch verfügen möchte, sollte möglichst strukturiert sein. Denn jeder einzelne strebt unterbewusst nach einfachen Prozessen. Nur wenn das angeeignete Wissen eine bestimmte Struktur aufweist kann sich jeder einzelne versichern, über widerspruchsfreie Erkenntnisse zu verfügen und eine Mehrdeutigkeit ausschließen zu können. Sobald das Bedürfnis der Struktur eingeschränkt ist, entsteht ein unangenehmer Spannungszustand, welcher schnellstmöglich beseitigt werden möchte. Die laienhafte Erkenntnissuche zeigt somit gewisse Parallelen zur Theorie kognitiver Dissonanz, auf welche im weiteren Verlauf noch einmal eingegangen wird. Diese Theorien sind allerdings nicht miteinander gleichzusetzen, entspringen jedoch der gleichen Forschungstradition. Während bei diesen beiden Forschungsarten Widersprüche vermieden werden möchten, ist die wissenschaftliche Erkenntnissuche dadurch gekennzeichnet, nach Widersprüchen zu suchen, um diese aufklären zu können. Laien sehen eher die Gefahr gegen die Realität zu verlieren und versuchen somit von vorneherein Widersprüche aus dem Weg zu schaffen.

„Es werden also bevorzugt solche Informationen wahrgenommen, die konsistent mit den vorherrschenden Erkenntnissen sind (Raab et al., 2016)“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Omnipräsenz von Unsicherheit im täglichen Leben und führt das Thema der Laienepistemologie als menschliche Strategie zur Bewältigung dieser Unsicherheit ein.

2 Definitionen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe „Laie“ und „Laienepistemologie“ definiert, wobei letztere als Untersuchung menschlichen Denkens durch „kleine Psychologen“ beschrieben wird.

3 Abgrenzung Laien – und Wissenschaftstheorie: Das Kapitel differenziert zwischen Laien-, Volks- und Wissenschaftstheorien und verdeutlicht die Kluft zwischen intuitiver Erkenntnissuche und formaler wissenschaftlicher Methodik.

4 Laienhafte Erkenntnissuche nach Kruglanski et al: Es werden die drei zentralen Motivklassen – Bedürfnis nach Struktur, spezifischen Schlussfolgerungen und Gültigkeit – vorgestellt, die das laienhafte Erkenntnisstreben steuern.

5 Bezüge zu weiteren Theorien: Dieses Kapitel verknüpft die Laienepistemologie mit der Theorie der kognitiven Dissonanz und der Attributionstheorie, um Verhaltensmuster bei der Informationsverarbeitung zu erklären.

6 Auftretende Denkfehler und Probleme: Anhand praktischer Anwendungsbeispiele, wie ärztlichen Diagnosen und der Gateway-Hypothese, werden die Grenzen und Fehlertendenzen menschlichen Denkens illustriert.

7 Kritische Würdigung: Das Schlusskapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit kritisch und betont die Bedeutung eines konstruktiven Umgangs mit den eigenen laienepistemologischen Denkmustern.

Schlüsselwörter

Laienepistemologie, Laientheorie, Wissenschaftstheorie, kognitive Dissonanz, Attributionstheorie, Bedürfnis nach Struktur, Schlussfolgerungen, Gültigkeit, Denkfehler, Erkenntnissuche, Hypothesengenerierung, psychologische Motivationsfaktoren, menschliches Denken, Alltagspsychologie, Falsifikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Laienepistemologie, also der Art und Weise, wie Menschen im Alltag Hypothesen über ihre Umwelt aufstellen und Informationen bewerten, oft ohne dabei wissenschaftliche Standards einzuhalten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen des laienhaften Denkens, die Abgrenzung zur Wissenschaftstheorie sowie die psychologischen Mechanismen, die der Informationsverarbeitung und Dissonanzreduktion zugrunde liegen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Probleme aufzuzeigen, die sich für das menschliche Denken und Verhalten aus laienepistemologischen Denkweisen ergeben, und zu verdeutlichen, warum Menschen oft nach konsistenten statt nach korrekten Informationen streben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie eine beispielbasierte Illustration, um die laienhafte Erkenntnissuche anhand von Praxisbeispielen zu verifizieren und kritisch zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Definitionen und theoretischen Konzepte erarbeitet, bevor diese in einem praktischen Teil anhand von Beispielen aus dem medizinischen Bereich und der Drogenprävention auf ihre Anwendbarkeit geprüft werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Laienepistemologie, Attributionstheorie, kognitive Dissonanz und Erkenntnissuche bestimmt.

Welche Rolle spielt die Theorie kognitiver Dissonanz in diesem Kontext?

Sie erklärt, warum Menschen dazu neigen, Informationen so zu filtern, dass sie das eigene Weltbild bestätigen, um innere Spannungszustände bei widersprüchlichen Erkenntnissen zu vermeiden.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen „Laien“ und „Wissenschaftlern“ eine solche Rolle?

Diese Unterscheidung ist zentral, um zu verdeutlichen, dass der Laie bei der Erkenntnissuche oft nach Bestätigung („Verifikation“) sucht, während der Wissenschaftler durch die Suche nach Falsifikation versucht, Theorien zu schärfen.

Welche spezifische Schlussfolgerung ziehen die Autoren im Hinblick auf den Bildungsstand?

Nach einer kritischen Würdigung kommen die Autoren zu dem Schluss, dass ein höherer Bildungsstand nicht automatisch vor laienepistemologischen Fehlern schützt, da die Befangenheit des eigenen Denkens jeden Menschen betrifft.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Überblick über Laienepistemologie. Welche Probleme ergeben sich für menschliches Denken und Verhalten?
Hochschule
Hochschule Ludwigshafen am Rhein
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
15
Katalognummer
V1161239
ISBN (eBook)
9783346564658
ISBN (Buch)
9783346564665
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Laie; Laienepistemologie; Unsicherheit; kognitive Dissonanz; Attributionstheorie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2020, Überblick über Laienepistemologie. Welche Probleme ergeben sich für menschliches Denken und Verhalten?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1161239
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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