Wird durch Kontakt die Integration von Flüchtlingen gefördert und Vorurteile gegenüber diesen reduziert und welche Handlungsempfehlungen für den weiteren Integrationsprozess lassen sich daraus ableiten?
Ziel der Arbeit ist es, die Kontakthypothese nach Allport auf die Integration von Flüchtlingen zu beziehen und Chancen und Grenzen des Intergruppenkontaktes zu erläutern. Gleichzeitig soll die Einstellung der deutschen Bevölkerung gegenüber Kontaktbegegnungen herausgearbeitet werden und der Einfluss des Diversity Management in Unternehmen im Hinblick auf die Integration dargelegt werden. Die Arbeit stützt sich auf literarische Quellen und der Auswertung der ALLBUS-Studie aus dem Jahr 2016.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Theorie der sozialen Identität
2.2 Vorurteile und Diskriminierung
2.3 Die Kontakthypothese
3 Analyse der Kontakthypothese: Integration von Flüchtlingen
3.1 Intergruppenkontakt als Chance für Integration
3.2 Grenzen der Kontakthypothese
4 Integrationsförderung durch Diversity Management
4.1 Einstellung zu Kontaktbegegnungen
4.2. Diversity Management
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwieweit die Kontakthypothese nach Allport zur Integration von Flüchtlingen in Deutschland beitragen kann, indem sie Vorurteile durch gezielten Intergruppenkontakt reduziert, und leitet daraus Empfehlungen für Diversity Management in Unternehmen ab.
- Grundlagen der Theorie der sozialen Identität
- Mechanismen von Vorurteilen und Diskriminierung
- Chancen und Grenzen der Kontakthypothese im Integrationskontext
- Analyse der gesellschaftlichen Einstellungen mittels ALLBUS-Studie
- Strategien des Diversity Managements zur Integrationsförderung
Auszug aus dem Buch
3.1 Intergruppenkontakt als Chance für Integration
Unter Integration wird konkret die Eingliederung von Menschen mit Migrationshintergrund in die bestehende Gesellschaft verstanden. Dabei sollen die einheimische Gruppe und die Gruppe mit Migrationshintergrund Lernprozesse durchlaufen und sich einander annähern und öffnen. Eine gelungene Integration ist demnach der Zustand, wenn zwischen den sozialen Gruppen keine systematischen Unterschiede (mehr) feststellbar sind und die Einheimischen und Migranten in gleicher Weise an den Rechten und Ressourcen einer Gesellschaft partizipieren (Caballero, 2009).
Um eine vollständige Integration von Flüchtlingen zu gewährleisten, müssen jedoch zunächst Vorurteile gegenüber diesen abgebaut werden, diskriminierendes Verhalten gestoppt werden und der Kontakt zur deutschen Bevölkerung ausgeweitet werden. Betrachtet man die vorgestellten Bedingungen der Kontakthypothese nach Allport, wird relativ schnell klar, dass im Kontext der Flüchtlingskrise diese nicht vollständig erfüllt sind. Vor allem der gleiche Status in einer Kontaktsituation scheint hier in Alltagssituationen eher schwierig. Wie jedoch eine Meta-Analyse von Pettigrew und Topp aus dem Jahr 2006 zeigt, werden Vorurteile auch dann reduziert, wenn eine oder mehrere Bedingungen der Kontakthypothese nicht erfüllt sind. Der Abbau von Vorurteilen verläuft zwar schwächer und langsamer, jedoch kann dem Intergruppenkontakt trotzdem ein positiver Effekt nachgesprochen werden. Bei einem andauernden Kontakt wird hier das Phänomen genannt, dass wenn sich Menschen bekannter sind, sie sich eher Mögen und Sympathien füreinander aufbauen. Die Bedingungen der Kontakthypothese sind demnach nicht essentiell für die Wirkung, sondern können eher als erleichternde Faktoren bei dem Abbau von Vorurteilen angesehen werden (Pettigrew und Tropp, 2006). In weiteren Studien konnte hier ergänzt werden, dass auch indirekte Kontakte wie zum Beispiel Familienmitgliedern zu einer Reduzierung von Vorurteilen beitragen können (Friedrichs et al., 2019).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Flüchtlingsthematik in Deutschland und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Integrationsförderung durch Kontakt und Diversity Management.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Theorie der sozialen Identität, die psychologischen Ursprünge von Vorurteilen sowie die Grundlagen der Kontakthypothese nach Allport.
3 Analyse der Kontakthypothese: Integration von Flüchtlingen: Hier wird untersucht, wie Intergruppenkontakt als Chance für Integration wirkt, während gleichzeitig die Grenzen und erschwerenden Rahmenbedingungen wie die Corona-Krise reflektiert werden.
4 Integrationsförderung durch Diversity Management: Das Kapitel analysiert Daten zur Einstellung der Bevölkerung und präsentiert Diversity Management als Lösungsansatz für die betriebliche Integration.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und betont das Potenzial von Diversity Management für eine erfolgreiche Integration.
Schlüsselwörter
Flüchtlinge, Integration, Kontakthypothese, Vorurteile, Diskriminierung, Intergruppenkontakt, Soziale Identität, Diversity Management, Arbeitswelt, Unternehmenskultur, Gesellschaft, Einstellung, ALLBUS-Studie, Inklusion, Vielfalt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie soziale Kontakte zwischen einer Majorität und einer Minorität (hier Flüchtlingen) Vorurteile abbauen können und welche Rolle Diversity Management in Unternehmen dabei spielt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Kerngebiete umfassen Sozialpsychologie (speziell die Theorie der sozialen Identität), die Kontakthypothese nach Allport, Migrationsforschung und betriebliches Diversity Management.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, ob durch Kontakt die Integration von Flüchtlingen gefördert wird und welche Handlungsempfehlungen für den Integrationsprozess daraus abgeleitet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie auf die deskriptive Auswertung der ALLBUS-Studie aus dem Jahr 2016.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die spezifische Analyse der Kontakthypothese bei Flüchtlingen sowie die Untersuchung von Diversity Management als praktisches Integrationsinstrument.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Integration, Kontakthypothese, Vorurteilsabbau und Diversity Management einordnen.
Welche Rolle spielt die Corona-Krise in der Argumentation?
Die Corona-Krise wird als erschwerender Faktor identifiziert, der durch allgemeine Verunsicherung und eingeschränkte Kontaktmöglichkeiten die Integration von Flüchtlingen negativ beeinflussen kann.
Wie unterscheidet sich der Ansatz des Diversity Managements?
Diversity Management zielt über die bloße Integration hinaus darauf ab, Vielfalt in Unternehmen aktiv zu fördern, um Kreativität zu steigern und durch Sanktionierung diskriminierender Praktiken einen Lernprozess in der Unternehmenskultur zu initiieren.
- Arbeit zitieren
- Michelle Dum (Autor:in), 2021, Wird durch Kontakt die Integration von Flüchtlingen gefördert und Vorurteile reduziert?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1159542