Wie definiert sich die Identität des saudischen Staates und inwieweit spiegelt sich diese Identität durch die militärische Intervention im Jemen wieder?
Diese Hausarbeit soll zu Beginn die Saudische Identität definieren und anhand sozialkonstruktivistischer Gesichtspunkte, aus dieser das außenpolitische Interesse des Staates definieren. Im Hauptteil soll das Akteursverhalten Saudi Arabiens im Jemenkonflikt auf die Konformität mit der zuvor definierten Identität und im Schwerpunkt auf die daraus abzuleitenden Motive beleuchtet werden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Leitfrage
Kurzübersicht der Saudischen Geschichte
Hauptteil
Sozialkonstruktivistische Analyse
Der Jemen Krieg als Ausdruck der Saudischen Identität
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Identität des saudischen Staates und analysiert, inwiefern diese die militärische Intervention Saudi-Arabiens im Jemenkrieg motiviert und legitimiert. Dabei wird insbesondere die Rolle der Religion und der sozialkonstruktivistische Blickwinkel auf außenpolitisches Handeln in den Fokus gerückt.
- Definition der saudischen Identität und deren historische Fundamente
- Sozialkonstruktivistische Analyse internationaler Beziehungen
- Die Rolle Saudi-Arabiens als Schutzmacht des sunnitischen Wahhabismus
- Das Spannungsfeld zwischen Identitätswahrung und machtpolitischen Interessen
- Der Jemenkrieg als Fallbeispiel für saudisches außenpolitisches Handeln
Auszug aus dem Buch
2.2 Sozialkonstruktivistische Analyse:
In dieser Hausarbeit befasse ich mich wie in den vorhergegangen Ausführungen bereits deutlich geworden ist vor allem mit Identitäten und politischer Motivation von Staaten als internationale Akteure. Der Konstruktivismus als Theorie der internationalen Beziehungen bietet sich für die Beantwortung meiner Leitfrage dahingehend an, dass er einen Gegensatz zu den ,,klassischen Theorien’’ der internationalen Beziehungen darstellt.
Der Sozialkonstruktivismus ist eine Metatheorie, welche die systemische und subsystemische Analyseebene miteinander verbindet. Er untersucht das Wechselverhältnis von Akteur und Struktur. Der Konstruktivismus oder auch Sozialkonstruktivismus, stellt bei der Beurteilung von Akteurshandlungen nicht materielle Strukturen, wie Machtverteilung, Technologie und Interdependenz in den Vordergrund, sondern fokussiert die Betrachtung auf die ideellen Strukturen der internationalen Beziehungen. Ein weiterer bedeutender Aspekt des Sozialkonstruktivismus ist die Operationalisierung von Normen, Werten und Rollen, als Kriterium des Handelns von Staaten anstatt der bisherigen Annahme der Zweckrationalität. (vgl. Lauth/Wagner 2016:147)
Somit eignet sich der Konstruktivismus zum einen, um die Bedeutung der Identität des saudischen Staates für seine Selbstwahrnehmung im internationalem System zu analysieren, und anschließend sein Handeln im Jemenkonflikt zu bewerten. Hier soll dann, mit Hilfe des Konstruktivimus, auf Grundlage der ermittelten Normen und Werte, welche die Saudische Identität bestimmen, die militärische Intervention und die Auswirkungen für die Region und das internationale System ergründet werden. Der Schwerpunkt soll hierbei vor allem auf dem Wertekonflikt zwischen den gegensätzlichen Identitäten der sunnitischen Saudis und den schiitischen Huthis, sowie dem Iran liegen und diese Kultur der Feindschaft mit Hilfe des Konstruktivismus ergründet werden. (vgl. Lauth/Wagner 2016:147)
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in den Jemenkonflikt ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Identität Saudi-Arabiens und deren Einfluss auf die militärische Intervention.
Leitfrage: Dieses Kapitel expliziert die Forschungsfrage, wie sich die saudische Identität definiert und im Jemenkrieg widerspiegelt.
Kurzübersicht der Saudischen Geschichte: Ein Abriss der historischen Entwicklung Saudi-Arabiens von 1932 bis zum Aufstieg zur Ölnation.
Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die Bestandteile der saudischen Identität, insbesondere die Verbindung von Staat und Religion.
Sozialkonstruktivistische Analyse: Theoretische Herleitung des Konstruktivismus als Analysewerkzeug für die Identitätsforschung und das Handeln internationaler Akteure.
Der Jemen Krieg als Ausdruck der Saudischen Identität: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf den Jemenkonflikt unter Berücksichtigung der Rollen als sunnitische Schutzmacht.
Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse, welche eine militärische Intervention sowohl durch ideelle als auch machtpolitische Interessen motiviert sehen, und Ausblick auf die regionalen Folgen.
Schlüsselwörter
Saudi-Arabien, Jemenkrieg, Sozialkonstruktivismus, Wahhabismus, Identität, Außenpolitik, Sunniten, Schiiten, Legitimation, internationale Beziehungen, Nahostkonflikt, Schutzmacht, regionale Hegemonie, humanitäre Krise, Failed State
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Außenpolitik Saudi-Arabiens und untersucht, wie die nationale Identität des Staates das militärische Handeln im Jemenkrieg beeinflusst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die saudische Identität, die Rolle des Wahhabismus, der Sozialkonstruktivismus in den internationalen Beziehungen und der Konflikt im Jemen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, das Handeln Saudi-Arabiens im Jemen nicht nur als rein rational-strategisch, sondern als identitätsgetriebenen Prozess auf Basis religiöser und normativer Werte zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt den Sozialkonstruktivismus als theoretisches Analysegerüst, um das Handeln der Akteure anhand ihrer ideellen Strukturen statt rein materieller Machtfaktoren zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der saudischen Identität, die theoretische Fundierung durch den Sozialkonstruktivismus und die anschließende Analyse des Jemenkrieges als Ausdruck dieser Identität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Saudi-Arabien, Identität, Sozialkonstruktivismus, Jemenkrieg, Wahhabismus und Sunnitische Schutzmacht charakterisieren.
Warum wird der Jemenkrieg als "Ausdruck der saudischen Identität" bezeichnet?
Weil der Krieg nach Auffassung des Autors eng mit dem Selbstverständnis Saudi-Arabiens als Schutzmacht des sunnitischen Glaubens und der Führungsmacht in der muslimischen Welt verknüpft ist.
Welche Rolle spielt der Iran laut der Analyse?
Der Iran wird als ideologischer Erzfeind wahrgenommen, dessen angeblicher Einfluss von Saudi-Arabien als Legitimationsgrundlage für die militärische Intervention im Jemen genutzt wurde.
- Quote paper
- Henri Uhlig (Author), 2019, Über die Identität Saudi Arabiens. Eine sozialkonstruktivistische Analyse der saudischen Identität am Fallbeispiel des Jemen Krieges, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1156399