Das Thema dieser Arbeit lautet „Unternehmensbewertung in Emerging Markets – Ermittlung der Eigenkapitalkosten“. Damit wirft der Titel insgesamt vier Fragen auf:
- Wie erfolgt eine Unternehmensbewertung?
- Wie werden die Eigenkapitalkosten ermittelt?
- Was sind Emerging Markets?
- Wie gestaltet sich die Unternehmensbewertung in diesen Märkten?
In den folgenden Ausführungen soll daher versucht werden, diese Fragen zu beantworten. Die letzen beiden Fragen stellen dabei den Hauptteil dar. Dazu gliedert sich diese Arbeit wie folgt:
In den Absätzen 2 bis einschließlich 4 wird auf die ersten beiden Fragen eingegangen.
Dafür werden in Abschnitt 2 zunächst die Grundlagen der Unternehmensbewertung
dargelegt. Ausgehend von einem historischen Rückblick, der über die Entwicklungsgeschichte der Unternehmensbewertung Auskunft geben soll, erfolgt anschließend eine zusammenfassende Darstellung der verschiedenen Methoden. Darauf folgend wird unter Gliederungspunkt 3 näher auf die heute gängigste Bewertungsmethode, das Discounted Cashflow-Verfahren, eingegangen. Hierbei erfolgt zunächst eine übersichtliche Darstellung der einzelnen Varianten dieser Methode, um in einem nächsten Schritt auf die einzelnen Komponenten (Cashflows und Kapitalkosten) und deren Bestimmung bzw. Berechnung einzugehen. Bei den Eigenkapitalkosten, als Element der Kapitalkosten, existiert eine in den Industrienationen als Standard angesehene Methode zur Ermittlung kapitalmarktorientierter Kosten. Dieses als Capital Asset Pricing Model bekannte Modell wird in Abschnitt 4 näher beschrieben und dessen praktische Anwendung im Kontext der Unternehmensbewertung aufgezeigt. Im Absatz 5 wird vor allem auf die Frage „Was sind Emerging Markets?“ eingegangen. Dabei wird zunächst der Begriff „Emerging Markets“ an sich abgegrenzt, um in den darauffolgenden Punkten die speziellen Aspekte bei der Unternehmensbewertung
in diesen Märkten aufzuzeigen. Die letzte der insgesamt vier
Fragen wird im Anschluss in den Punkten 6 und 7 beantwortet. Hierbei werden zunächst im Abschnitt 6 verschiedene Lösungsansätze vorgestellt und im Hinblick auf deren Anwendbarkeit in Emerging Markets untersucht. Im letzten Gliederungspunkt erfolgen schließlich eine Anwendungsempfehlung sowie ein abschließendes Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung und Aufbau der Arbeit
1.1. Problemstellung
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Grundlagen der Unternehmensbewertung
2.1. Historische Entwicklung
2.2. Bewertungsanlässe
2.3. Bewertungszwecke
2.4. Methodenüberblick
3. DCF-Verfahren zur Ermittlung zukunftsorientierter Unternehmenswerte
3.1. Darstellung der DCF-Verfahren im Überblick
3.1.1. Verfahren der Bruttokapitalisierung (Entity-Ansatz)
3.1.2. Verfahren der Nettokapitalisierung (Equity-Ansatz)
3.2. Komponenten der Unternehmenswertberechnung nach dem DCF-Verfahren
3.2.1. Bestimmung der bewertungsrelevanten Cashflows
3.2.2. Bestimmung der Kapitalkosten
4. CAPM als Modell zur Ermittlung der Eigenkapitalkosten
4.1. Theoretische Grundlagen
4.2. Praktische Anwendung des CAPM im Kontext der Unternehmensbewertung
4.2.1. Bestimmung des Betafaktors
4.2.2. Bestimmung der Marktrisikoprämie
4.3. Kritische Würdigung des CAPM bezüglich der Anwendbarkeit bei Unternehmensbewertungen
4.4. Exkurs – Betafaktoren vergleichbarer Unternehmen
5. Spezielle Aspekte bei der Eigenkapitalkostenermittlung in Emerging Markets
5.1. Definitorische Abgrenzung „Emerging Markets“
5.2. Einfluss spezieller Risiken bei der Unternehmensbewertung in Emerging Markets
5.2.1. Typisierung von Länderrisiken
5.2.2. Berücksichtigung von Länderrisiken
5.3. Einfluss des Integrationsgrads auf die Eigenkapital-kosten
6. Lösungsansätze zur Bestimmung der Eigenkapitalkosten in Emerging Markets
6.1. Lösungsansätze auf Basis des CAPM
6.1.1. Local CAPM
6.1.2. Global CAPM
6.1.3. Modified Global CAPM
6.2. Alternative Lösungsansätze
6.2.1. Downside Risk-Model
6.2.2. Country Credit Rating-Model
7. Anwendungsempfehlung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die in Theorie und Praxis diskutierten Verfahren zur Bestimmung von Eigenkapitalkosten in Emerging Markets zu geben. Dabei soll anhand ausgewählter Modelle deren Anwendbarkeit in Schwellenländern kritisch geprüft werden, um eine fundierte Handlungsempfehlung für die Bewertungspraxis abzuleiten.
- Unternehmensbewertung in Schwellenländern
- Ermittlung der Eigenkapitalkosten
- Diskounted Cashflow-Verfahren (DCF)
- Capital Asset Pricing Model (CAPM) und seine Modifikationen
- Berücksichtigung von Länder- und spezifischen Risiken
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Bestimmung der bewertungsrelevanten Cashflows
Als bewertungsrelevante Überschüsse werden bei den Varianten der DCF-Verfahren, welche auf dem Prinzip der Bruttokapitalisierung beruhen, die Cashflows des zu bewertenden Unternehmens an seine Eigentümer und Fremdkapitalgeber diskontiert. Die zu diskontierenden Cashflows stellen hierbei Erwartungswerte der in künftigen Perioden erwarteten Zahlungsüberschüsse dar. Das Ausmaß dieser Zahlungen hängt wiederum von der Fähigkeit des Unternehmens ab, Einzahlungsüberschüsse zu erwirtschaften.
Aus diesem Grund ist der Ausgangspunkt aller hier vorgestellten Varianten des DCF-Verfahrens die vom bewerteten Unternehmen erwirtschafteten operativen Einzahlungsüberschüsse. Diese operativen Einzahlungsüberschüsse lassen sich sowohl direkt als auch indirekt ermitteln. Bei Anwendung der direkten Methode wird der Cashflow als Differenz der zahlungswirksamen Erträge und der zahlungswirksamen Aufwendungen bestimmt.
Ausgangspunkt der indirekten Methode ist dagegen das in der Plan-GuV ausgewiesene Jahresergebnis. Das Jahresergebnis ist hier anschließend um alle nicht zahlungswirksamen Aufwendungen (die den Jahreserfolg vermindert haben) zu erhöhen bzw. um alle nicht zahlungswirksamen Erträge (die den Jahreserfolg erhöht haben) zu vermindern. Dieses Vorgehen wird als indirekte Methode bezeichnet, da der Cashflow über die zahlungsunwirksamen Vorgänge und nicht, wie bei der direkten Methode, über die zahlungswirksamen Vorgänge ermittelt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung und Aufbau der Arbeit: Einführung in die wachsende Bedeutung von Schwellenländern für Investoren und Darstellung des Ziels der Arbeit, geeignete Verfahren zur Eigenkapitalkostenermittlung zu identifizieren.
2. Grundlagen der Unternehmensbewertung: Überblick über die historische Entwicklung der Bewertungstheorie und die Systematisierung von Bewertungsanlässen und -zwecken.
3. DCF-Verfahren zur Ermittlung zukunftsorientierter Unternehmenswerte: Detaillierte Erläuterung der verschiedenen DCF-Ansätze (WACC, TCF, APV, Equity-Ansatz) und deren Komponenten.
4. CAPM als Modell zur Ermittlung der Eigenkapitalkosten: Darstellung der theoretischen Grundlagen und der praktischen Anwendung des CAPM sowie kritische Würdigung dessen Anwendbarkeit.
5. Spezielle Aspekte bei der Eigenkapitalkostenermittlung in Emerging Markets: Untersuchung der Besonderheiten von Emerging Markets, insbesondere hinsichtlich der Länderrisiken und der Marktintegration.
6. Lösungsansätze zur Bestimmung der Eigenkapitalkosten in Emerging Markets: Vorstellung und Diskussion verschiedener CAPM-basierter sowie alternativer Lösungsansätze für die Bewertung in Schwellenländern.
7. Anwendungsempfehlung und Fazit: Zusammenfassende Gegenüberstellung der untersuchten Modelle und Handlungsempfehlung für den Bewertungsalltag.
Schlüsselwörter
Unternehmensbewertung, Emerging Markets, Eigenkapitalkosten, DCF-Verfahren, CAPM, Länderrisiko, Marktintegration, Betafaktor, Diskontierungssatz, Country Risk Premium, Downside Risk, Schwellenländer, Unternehmensfinanzierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Herausforderung, Unternehmenswerte in Schwellenländern (Emerging Markets) zu bestimmen, wobei der Fokus insbesondere auf der schwierigen Ermittlung der Eigenkapitalkosten liegt.
Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?
Zentrale Themen sind die klassischen Bewertungsmethoden wie das DCF-Verfahren, das CAPM als Standardmodell sowie spezifische Anpassungsmöglichkeiten für die besonderen Risiken in Entwicklungsländern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die in Theorie und Praxis diskutierten Verfahren zur Bestimmung von Eigenkapitalkosten in Emerging Markets zu geben und deren Eignung für den konkreten Bewertungsfall kritisch zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Verfasser?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender finanztheoretischer Ansätze und deren kritischer Prüfung hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit auf die speziellen Gegebenheiten von Emerging Markets.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Unternehmensbewertung insbesondere verschiedene CAPM-Varianten (Local, Global, Modified) sowie alternative Lösungsansätze wie das Downside Risk-Model oder das Country Credit Rating-Model im Detail untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Unternehmensbewertung, Emerging Markets, Eigenkapitalkosten, DCF-Verfahren, CAPM, Länderrisiko und Marktintegration.
Was unterscheidet das "Downside Risk-Model" von klassischen CAPM-Ansätzen?
Im Gegensatz zum klassischen CAPM, das alle Schwankungen um den Erwartungswert als Risiko betrachtet, konzentriert sich das Downside Risk-Model nur auf negative (nachteilige) Abweichungen, was der Risikoaversion der Investoren in Schwellenländern besser gerecht wird.
Welchen Stellenwert nimmt das Country Credit Rating-Model bei der Bewertung ein?
Es bietet eine Alternative, wenn kein effizienter Kapitalmarkt vorliegt, indem es auf das Länderrating spezialisierter Institutionen zurückgreift, anstatt historische Börsendaten zu verwenden.
- Quote paper
- Dipl-Betriebswirt (FH) Matthias Motz (Author), 2007, Unternehmensbewertung in Emerging Markets, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/115511