Indem die Schüler*innen die Fabel „Der Fuchs und der Storch“ weiterentwickeln, erweitern sie ihre Fähigkeit, gestaltend phantasievoll und anschaulich formulieren zu können und übertragen die Lehre der Fabel, dass man andere so behandeln soll, wie man selbst behandelt werden möchte, auf Situationen in ihrem eigenen Leben.
Inhaltsverzeichnis
1. Methodische Entscheidungen
2. Didaktische Entscheidungen
Zielsetzung & Themen der Unterrichtseinheit
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit besteht darin, die Schüler*innen durch die kreative Weiterentwicklung der Fabel „Der Fuchs und der Storch“ dazu zu befähigen, gestaltend, phantasievoll und anschaulich zu formulieren. Zudem sollen sie die moralische Lehre der Fabel auf ihre eigene Lebenswelt übertragen und ihre Kompetenzen in der Zeichensetzung bei der wörtlichen Rede festigen.
- Gestaltendes Schreiben innerhalb der Textsorte Fabel
- Entwicklung und Überarbeitung von Texten mit wörtlicher Rede
- Analyse und Transfer moralischer Fragestellungen aus Fabeln
- Kooperatives Arbeiten durch Schreibkonferenzen und Feedbackprozesse
- Kriterienorientierte Textüberarbeitung mittels Textlupe
Auszug aus dem Buch
1. Methodische Entscheidungen
Aufgrund ihres geringen Umfangs und ihres dialogischen Charakters eignen sich Fabeln besonders für handlungs- und produktionsorientierte Aufgabenstellungen wie das Ergänzen oder Verändern von Textteilen oder die Umsetzung als szenische Darstellung oder Bildergeschichte. Ich habe mich für die Weiterentwicklung der Fabel entschieden, von der die Schüler*innen zunächst nur die erste Hälfte zum Lesen bekommen, sodass sie dazu angeregt sind, gestaltend zu schreiben. Diese Aufgabenstellung bereitet sie darauf vor, am Ende der Einheit ganze eigene Fabeln zu schreiben, erleichtert ihnen aber trotzdem deutlich den Zugang, da sie an einen vorhandenen Konflikt anknüpfen können. Um ihnen den Weg zum eigenen Text zu erleichtern, wähle ich ein kleinschrittiges Vorgehen mit einer Übung zur wörtlichen Rede vorweg.
Als Stundeneinstieg projiziere ich ein Bild der beiden Fabeltiere an die Wand. Da die Schüler*innen bereits einige Stunden Übung im Umgang mit Fabeln haben, wird das Bild sie dazu anregen, Vermutungen über einen möglichen Konflikt anzustellen, der sich zwischen dem Fuchs und dem Storch entwickeln könnte. Auf dem Bild ist zu sehen, wie der Fuchs dem Storch einen Brief überreicht, was den Schüler*innen bereits einen weiteren Anknüpfungspunkt für ihre Spekulationen bietet. Die Charaktere einiger Fabeltiere inklusive des Fuchses sind den Schüler*innen bereits bekannt, so dass auf eine erklärende Einleitung verzichtet werden kann. Mit dem Lesen der Fabel wird ein Bezug zum Einstiegsbild hergestellt. Die Schüler*innen können nun das Bild in eine konkrete Geschichte einbetten und die Situation einordnen. In dieser Phase kann außerdem der Inhalt der Fabel mündlich gesichert werden und auf die nicht vorhandene Kommunikation zwischen Storch und Fuchs hingewiesen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Methodische Entscheidungen: Dieses Kapitel erläutert die Auswahl der Fabel als Lerngegenstand und beschreibt den kleinschrittigen didaktischen Aufbau der Unterrichtsstunde, der von der Bildimpuls-gestützten Hinführung bis zur produktiven Schreibphase reicht.
2. Didaktische Entscheidungen: Hier wird die fachliche Legitimation im Rahmen der Lehrpläne dargelegt sowie die Wahl der speziellen Fabelversion begründet, um sowohl die Schreibkompetenz als auch das moralische Urteilsvermögen der Schüler*innen gezielt zu fördern.
Schlüsselwörter
Fabeln, Deutschunterricht, gestaltendes Schreiben, wörtliche Rede, Textlupe, didaktische Analyse, Schreibkonferenz, Kompetenzförderung, moralische Erziehung, Lernweg, methodische Entscheidungen, Unterrichtsvorbereitung, Schülerzentrierung, Produktorientierung, Transfer.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtsvorbereitung?
Die Arbeit stellt den Entwurf für eine Deutschunterrichtsstunde in der 6. Klasse vor, in der die Schüler*innen die Fabel „Der Fuchs und der Storch“ kreativ weiterentwickeln.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Mittelpunkt stehen die Textsorte Fabel, die Anwendung korrekter Zeichensetzung bei wörtlicher Rede sowie das gestaltende Schreiben.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Das Ziel ist, dass die Schüler*innen phantasievoll formulieren lernen und die moralische Lehre der Fabel auf Alltagssituationen und zwischenmenschliche Konflikte übertragen.
Welche methodischen Ansätze kommen zum Einsatz?
Es wird handlungs- und produktionsorientiert gearbeitet, wobei methodische Elemente wie die „Textlupe“ zur kriterienorientierten Überarbeitung von Texten genutzt werden.
Welche Schwerpunkte hat der Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in methodische und didaktische Überlegungen, die den Prozess vom Einstiegsbild über das kreative Weiterschreiben bis hin zur Reflexion der eigenen moralischen Wertung beschreiben.
Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind unter anderem gestaltendes Schreiben, Fabel-Didaktik, wörtliche Rede, Schüleraktivierung und Kompetenzorientierung.
Warum wurde die Fabel „Der Fuchs und der Storch“ gewählt?
Die Fabel eignet sich besonders gut, da ihr Konflikt in zwei Teile gegliedert ist, Leerstellen für wörtliche Rede bietet und eine ethische Dimension aufweist, die für Kinder gut nachvollziehbar ist.
Wie wird mit leistungsschwächeren Schüler*innen umgegangen?
Für diese Schüler*innen stehen „Tipps zum Schreiben einer Fabel“ bereit, die inhaltliche Ideen und Merkmale der Textsorte enthalten, um den Schreibprozess zu stützen.
Welche Rolle spielt die „Textlupe“?
Die Textlupe dient als strukturiertes Feedback-Instrument, mit dem sich die Schüler*innen ihre Texte gegenseitig korrigieren und planvoll überarbeiten können.
- Quote paper
- Valerie Till (Author), 2021, Unterrichtsentwurf Deutsch 5.Klasse. Die Fabel "Der Fuchs und der Storch", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1152964