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Das klinische Störungsbild ADHS in unserer Gesellschaft

Die Theorien von Reimund Reiche und Christoph Türcke

Title: Das klinische Störungsbild ADHS in unserer Gesellschaft

Term Paper (Advanced seminar) , 2020 , 21 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Marika Böwe (Author)

Psychology - Clinical Psychology, Psychopathology, Prevention

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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Hausarbeit möchte versuchen, die klinisch relevante Störung des ADHS-Syndroms kritisch zu hinterfragen. Sie gliedert sich damit in das Themengebiet zu Wechselwirkungen kultureller Phänomene und psychischer Struktur von Subjekten ein.

In der anhaltenden ADHS-Debatte gibt es zwei sich gegenüberstehende Lager. Auf der einen Seite stehen die Verfechter der somatischen Sichtweise. In ihren Augen ist ADHS eine Störung im Neurotransmitter-Stoffwechsel und sollte möglichst mit Medikamenten behandelt werden. Die andere Seite sieht in der Diagnose ADHS ein Spiegelbild unserer „kranken“ Gesellschaft. Die Kinder reagieren nur auf die sozialen, emotionalen und erzieherischen Missstände um sie herum.

An diesem Diskurs möchte sich diese Hausarbeit mithilfe der Gedanken von Reimut Reiche zu Veränderungen „früher Störungen“ im Verlauf der letzten Epoche zu heute und Christoph Türckes gewagten Blick auf unsere Gesellschaft als „Aufmerksamkeitsdefizit-Kultur“ beteiligen. Am Ende soll diskutiert werden, wie der Diagnose ADHS begegnet werden kann – nicht nur klinisch, sondern auch gesellschaftlich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Verortung des Themas im Modul

2. Von der Notwendigkeit sich mit ADHS auseinanderzusetzen

3. ADHS als klinisches Störungsbild

3.1 Entstehungsgeschichte der Diagnose ADHS

3.2 Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung im DSM-V

3.3 Hyperkinetische Störungen im ICD-10

4. ADHS als kulturelles Phänomen

4.1 Reimund Reiche: Störungstyp einer Gesellschaft

4.2 Christoph Türcke: Aufmerksamkeitsdefizit-Kultur

5. Zusammenfassung und Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das klinische Störungsbild ADHS einer kritischen gesellschaftstheoretischen Hinterfragung zu unterziehen. Dabei wird untersucht, inwiefern die Diagnose nicht als rein somatisches, sondern als kulturelles Phänomen zu verstehen ist, das in Wechselwirkung mit gesellschaftlichen Strukturen und technologischen Entwicklungen steht.

  • Kritische Analyse der klinischen Diagnosekriterien (DSM-V und ICD-10).
  • Untersuchung der Entstehungsgeschichte des "auffälligen Kindes".
  • Diskussion der Thesen von Reimund Reiche zum gesellschaftlichen Strukturwandel der Psyche.
  • Auseinandersetzung mit Christoph Türckes Konzept der "Aufmerksamkeitsdefizit-Kultur".
  • Plädoyer für eine erweiterte, psychosoziale Diagnostik.

Auszug aus dem Buch

4.2 Christoph Türcke: Aufmerksamkeitsdefizit-Kultur

Der Autor spurt in seinem Aufsatz „Konzentrierte Zerstreuung: Zur mikroelektronischen Aufmerksamkeitsdefizit-Kultur“ (2011) den Wiederholungszwang von uns Menschen und die Auswirkungen des technischen Fortschreitens der Menschheit, der sich aus diesem ergibt, nach. Ausgehend von der Entwicklung von Ritualen und Sitten aus der Steinzeit bis heute, zeichnet Türcke nach, wie wir Menschen uns kulturell „Ordnung“ und „Struktur“ schaffen (müssen). Am Beispiel des Opferrituals verdeutlicht er die psychische Notwendigkeit des Wiederholungszwangs, um Gefühlen wie Schuld und Angst Herr zu werden. Wir Menschen brauchen nach Türcke´s Ansicht die „Kontrolle“ über die Dinge der Außenwelt, um unsere Innenwelt zu beruhigen:

„Man macht sich durchaus keiner monokausalen Herleitung schuldig, wenn man sagt: Alle Rituale, Sitten, Grammatiken, Gesetzte, Institutionen, zu denen menschliche Kultur geführt hat, sind Niederschläge des traumatischen Wiederholungszwangs. Denn seine Niederschläge sind ebenso Resultate seines Wirkens wie seines tendenziellen Aufhörens. Er hat sich in ihnen beruhigt.“ (ebd. S. 15)

Es ist also eine Art Überlegenheit, die uns diese Kontrolle gibt. Dem Autor zufolge geht aber eben diese uns modernen, technologisch hochentwickelten Menschen immer mehr verloren. Man kann sagen, dass Computer und Maschinen uns mittlerweile überlegen sind und wir uns dadurch unbewusst und/oder bewusst minderwertig empfinden (ebd.; S. 17). Nicht nur das, sondern wir haben uns laut Türcke an einen ständigen „Schock“ gewöhnt, indem wir immerzu Bildschirmen und ihren Wechseln von Schauplätzen und Einstellungen ausgesetzt sind. Wir bekommen somit am laufenden Band einen winzigen Adrenalinstoß nach dem anderen und können uns dem nicht entziehen, da unsere Sinne auf bewegte Bilder anspringen müssen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Verortung des Themas im Modul: Das Kapitel führt in die Fragestellung ein, wie sich gesellschaftliche Einflüsse auf die psychische Struktur des Individuums auswirken und hinterfragt ADHS kritisch.

2. Von der Notwendigkeit sich mit ADHS auseinanderzusetzen: Hier wird die Belastung durch die Diagnose thematisiert und der Zusammenhang zwischen gesellschaftlichem Leistungsdruck und der Prävalenz von ADHS erörtert.

3. ADHS als klinisches Störungsbild: Dieser Abschnitt beleuchtet die historische Entwicklung vom "Zappelphilipp" zur heutigen Diagnose und fasst die Kriterien von DSM-V und ICD-10 zusammen.

4. ADHS als kulturelles Phänomen: Die Arbeit diskutiert hier die Ansätze von Reimund Reiche und Christoph Türcke, die ADHS als Ausdruck gesellschaftlicher Veränderungen interpretieren.

5. Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine ganzheitliche Diagnostik, die psychosoziale Faktoren stärker berücksichtigt.

Schlüsselwörter

ADHS, Gesellschaftskritik, Psychische Struktur, Diagnose, DSM-V, ICD-10, Aufmerksamkeitsdefizit, Medienkonsum, Psychosoziale Diagnostik, Leistungsgesellschaft, Sozialcharakter, Wiederholungszwang, Entpathologisierung, Kindesentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht ADHS nicht nur als klinische Störung, sondern als potenzielles Spiegelbild gesellschaftlicher und kultureller Entwicklungen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten gehören die klinische Definition der Störung, die geschichtliche Einordnung und die soziokulturelle Kritik, insbesondere im Kontext von Medien und moderner Lebensweise.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit möchte die Frage beantworten, ob ADHS als Störungstyp unserer Gesellschaft verstanden werden kann und wie eine kritische Sichtweise die klinische Diagnostik bereichern könnte.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis von Literaturstudien, wobei psychoanalytische Konzepte und gesellschaftskritische Theorien zur Anwendung kommen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine klinische Bestandsaufnahme nach DSM-V/ICD-10 und eine theoretische Analyse der Ansätze von Autoren wie Reimund Reiche und Christoph Türcke.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "gesellschaftlicher Strukturwandel", "Aufmerksamkeitsdefizit-Kultur", "psychosoziale Faktoren" und "Entpathologisierung" geprägt.

Wie bewertet die Autorin die gängige Pharmakotherapie bei ADHS?

Die Autorin äußert Skepsis gegenüber einer rein medikamentösen Behandlung und vergleicht diese kritisch mit einer bloßen "Fiebersenkung", bei der die eigentlichen Ursachen unberücksichtigt bleiben.

Warum spielt der Medienbegriff eine so zentrale Rolle bei Christoph Türcke?

Türcke argumentiert, dass die ständige Reizüberflutung durch Medien zu "manifesten Aufmerksamkeitsdefizitsymptomen" führt und Kinder Schwierigkeiten haben, eine stabile Repräsentationsfähigkeit zu entwickeln.

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Details

Title
Das klinische Störungsbild ADHS in unserer Gesellschaft
Subtitle
Die Theorien von Reimund Reiche und Christoph Türcke
College
International Psychoanalytic University
Grade
2,0
Author
Marika Böwe (Author)
Publication Year
2020
Pages
21
Catalog Number
V1151609
ISBN (eBook)
9783346548337
ISBN (Book)
9783346548344
Language
German
Tags
Türcke Freud Reiche ADHS Gesllschaftskritik Psychoanalyse Psychodynamik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marika Böwe (Author), 2020, Das klinische Störungsbild ADHS in unserer Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1151609
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