In dieser Fallstudie geht es um die Erarbeitung eines Plans für die Neugründung einer Franchise-Filiale. Die fiktive Person Lisa möchte sich als Franchisenehmerin einer kleinen Café-Kette in die Selbstständigkeit begeben. Da dies mit viel Ungewissheit verbunden ist, wird durch die Vorstellung der wichtigsten Methoden und Analyse-Tools zur Unternehmensgründung die Unsicherheit von Lisa gemindert. Die planerischen Ansätze, für die eine gute Informationslage Voraussetzung ist, erzeugen unterschiedliche Ergebnisse in Bezug auf die Erfolgswirkung von planerischen Methoden in unsicheren Situationen. Die detaillierte Betrachtung und Planung der eigenen Geschäftsidee macht den Unternehmer auf mögliche Problemstellungen aufmerksam und hilft ihm, sein Vorhaben zu strukturieren und kritisch zu hinterfragen.
Um Lisa den Weg zur Selbstständigkeit zu vereinfachen, werden Erfolgsaussichten der Geschäftsidee bewertet. Dazu werden das klassische Geschäftsmodell und das Geschäftsmodell nach Amit und Zott vorgestellt. Zudem wird ein Business Model Canvas nach Osterwalder und Pigneur angefertigt, sodass eine bessere Visualisierung und damit ein besseres Verständnis des gesamten Geschäftsmodells für Lisa möglich wird. Es entstehen Gründungskosten von ungefähr 20.000€, die Lisa nicht selbst aufbringen kann. Um die jeweiligen Kosten zu decken, müssen sinnvolle Finanzierungsarten für ihr Vorhaben vorgestellt und realisiert werden. Diese werden bei der Finanzplanung berücksichtigt und beinhalten den Kapitalbedarfsplan, den Finanzierungsplan sowie den Liquiditätsplan. Dabei soll hier das nächste Dreivierteljahr anhand von Berechnungen prognostiziert werden.
Ziel von Lisa als Entrepreneur ist es, die unternehmerischen Gelegenheiten zu erkennen und zu bewerten, ob das Geschäftsmodell lukrativ genug ist, um das mit der Opportunity verbundene unternehmerische Risiko zu tragen. Durch diese Analysen wird abschließend bewertet, ob Lisa den Schritt zur Selbstständigkeit wagen soll oder nicht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschäftsmodell
2.1 Das klassische Geschäftsmodell
2.2 Geschäftsmodell nach Amit und Zott
2.3 Business Model Canvas
3. Finanzplanung
3.1 Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan
3.2 Liquiditätsplan
4. Konklusion
4.1 Fazit
4.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Fallstudie befasst sich mit der Planung einer Existenzgründung als Franchisenehmerin einer Café-Kette. Ziel der Arbeit ist es, durch die Anwendung wissenschaftlicher Methoden zur Geschäftsmodellentwicklung und Finanzplanung die unternehmerische Machbarkeit zu prüfen und eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die angehende Gründerin zu schaffen.
- Analyse und Strukturierung von Geschäftsmodellen im Franchising
- Visualisierung des Geschäftsmodells mittels Business Model Canvas
- Erstellung eines detaillierten Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplans
- Prognose der Zahlungsfähigkeit durch einen Liquiditätsplan
- Bewertung des unternehmerischen Risikos vor dem Hintergrund externer Einflüsse
Auszug aus dem Buch
2.3 Business Model Canvas
Kundensegmente: Zu den Kunden, die Lisa bedienen möchte, gehören Studenten, Freelancer und Kaffeeliebhaber. Dieses Geschäftsmodell konzentriert sich auf Massenmärkte und differenziert deshalb nicht zwischen unterschiedlichen Kundensegmenten. Die Wertangebote, Kanäle, sowie Kundenbeziehungen zielen alle auf eine große Gruppe von Kunden mit überwiegend ähnlichen Bedürfnissen (Osterwalder & Pigneur, 2011, S. 25).
Wertangebote: Das attraktive Kaffeeerlebnis in der Innenstadt bietet qualitativ hochwertigen Kaffee mit individueller Anpassung auf Kundenbedürfnisse, Knabbereien, einen Ort zum Treffen von Freunden, sowie einen Arbeitsplatz für Freelancer oder Studenten mit kostenfreiem WLAN. Dabei wird die Nähe zum Kundenbedürfnis, sowie die Bequemlichkeit gefördert. Der qualitativ hochwertige Kaffee, der an allen Standorten gleich gut schmeckt, ist der Grund, weshalb Kunden sich lieber dem Franchise zuwenden als einem anderen Kaffeeanbieter. So lockt diese Kombination von Nutzen den Massenmarkt an. Diese Wertangebote sind in keinster Weise innovativ und ähneln bestehenden Marktangeboten, verfügen jedoch über zusätzliche Merkmale und Eigenschaften, die bereits im Markt positioniert sind und einen Wiedererkennungswert aufweisen (Osterwalder & Pigneur, 2011, S. 26). Außerdem mag für Kunden auch darin ein Wert liegen, diese Franchisemarke als Statussymbol zu nutzen (Osterwalder & Pigneur, 2011, S. 28).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Ausgangssituation der Gründerin und Erläuterung der Relevanz einer methodischen Planung für die Minderung von Unsicherheiten bei der Existenzgründung.
2. Geschäftsmodell: Theoretische Herleitung und Konkretisierung des gewählten Geschäftsmodells mittels klassischer Ansätze, Amit und Zott sowie der Business Model Canvas Methodik.
3. Finanzplanung: Detaillierte Darstellung des Kapitalbedarfs, der Finanzierungsquellen sowie einer liquiditätsbasierten Prognose für das erste Dreivierteljahr.
4. Konklusion: Synthese der Analyseergebnisse mit abschließender Handlungsempfehlung für die Gründerin unter Berücksichtigung der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Schlüsselwörter
Existenzgründung, Franchise, Geschäftsmodell, Business Model Canvas, Finanzplanung, Liquidität, Kapitalbedarf, Investition, Franchisenehmer, Unternehmensführung, Entrepreneurship, Rentabilität, Marketing, Risikomanagement, Selbstständigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Fallstudie grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Gründung einer Franchise-Café-Filiale aus der Sicht einer Gründerin und bewertet die wirtschaftlichen Erfolgsaussichten dieses Vorhabens.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Ausgestaltung eines Franchise-Geschäftsmodells, die notwendige Investitionsrechnung und die monatliche Liquiditätssteuerung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist die Erstellung einer strukturierten Entscheidungsgrundlage, um zu bewerten, ob das geplante Vorhaben unter Berücksichtigung des unternehmerischen Risikos wirtschaftlich sinnvoll ist.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden das klassische Geschäftsmodell-Konzept, das Modell von Amit und Zott sowie die Business Model Canvas Methode nach Osterwalder und Pigneur angewandt.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Herleitung des Geschäftsmodells (inklusive Rechtsformwahl) und eine umfassende Finanz- sowie Liquiditätsplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Franchise, Existenzgründung, Kapitalbedarf, Liquiditätsplanung und Entrepreneurship definiert.
Warum spielt die Rechtsformwahl eine zentrale Rolle?
Die Wahl der Rechtsform (Kleingewerbe) ist entscheidend für das benötigte Startkapital sowie für steuerliche Aspekte wie den Gewerbesteuerfreibetrag.
Welche Empfehlung gibt die Autorin abschließend?
Angesichts der aktuellen Pandemielage empfiehlt die Autorin, das bestehende Angestelltenverhältnis zunächst beizubehalten und den Schritt in die Selbstständigkeit zu verschieben.
Wie wirkt sich das Franchise-System auf das Risiko aus?
Das System senkt das Risiko durch ein bewährtes Konzept und Qualitätsstandards, bringt jedoch Abhängigkeiten vom Franchisegeber mit sich.
- Quote paper
- Gianna Griesbaum (Author), 2021, Unternehmensgründung und Innovationsmanagement. Fallstudie zur Neugründung einer Franchise-Filiale, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1151495