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Kritik Georg Büchners an der "entmenschlichten" Wissenschaftlichkeit

Am Beispiel des "Ernährungsexperiments" im Woyzeck

Titel: Kritik Georg Büchners an der "entmenschlichten" Wissenschaftlichkeit

Hausarbeit , 2021 , 12 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Theodor Rupp (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im "Woyzeck" führt der "Doktor" am psychisch labilen Protagonisten Woyzeck ein fragwürdiges Ernährungsexperiment durch, welches zweifellos zu Woyzecks schlechter geistiger sowie körperlicher Verfassung beiträgt. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat der "Doktor" auf diese Weise auch den tragischen Mord des Protagonisten an seiner Freundin am Ende des Dramas mitzuverantworten. Bereits diese oberflächliche Betrachtung des Inhalts konfrontiert den Leser mit der medizinisch-ethischen Frage, ob ein solches Experiment, wie der "Doktor" es durchführt, moralisch vertretbar ist.

Gegenstand dieser Arbeit ist die Frage nach Büchners Absicht, ein solches Experiment mit dem "Doktor" als Versuchsleiter in sein Drama zu implementieren. Büchner war selbst als Wissenschaftler tätig – vor diesem Hintergrund scheint es kaum denkbar zu sein, dass die Demonstration des Menschenversuchs die gesamte Experimentalpraxis oder gar die Naturwissenschaft an sich verurteilt. Eine plausible Hypothese wäre folgende: Büchners Kritik gilt einer bestimmten Art und Weise der Wissenschaftspraxis; möglicherweise der Durchführung von Menschenversuchen. Dabei steht die Figur des "Doktors" stellvertretend für diejenigen Wissenschaftler, die solche grausamen Versuche praktizieren. Ob diese Hypothese stimmt und Büchner in der Tat eine kalte, entmenschlichte Wissenschaft kritisiert, wird auf den folgenden Seiten überprüft.

Der deutsche Schriftsteller Georg Büchner, geboren am 17. Oktober 1813 und gestorben am 19. Februar 1837, ist vor allem für seine literarischen Werke wie Dantons Tod oder auch Leonce und Lena bekannt. Büchner war allerdings auch Wissenschaftler: Im Jahr 1836 vollendete er seine Dissertation „Über das Nervensystem der Barbe“ in der vergleichenden Anatomie und Philosophie. Welch immensen Einfluss sowohl die Medizin als auch die Philosophie auf seine Arbeit als Autor hatten, zeigt sein lediglich als Fragment hinterbliebenes Drama Woyzeck.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Philosophie und Menschenbild Georg Büchners

3. Der Menschenversuch und die Figuren Woyzeck und Doktor

3.1. Das „Versuchsobjekt“ Woyzeck

3.2. Der Experimentator „Doktor“

3.3. Ablauf und Ziel des Menschenversuchs

4. Büchners Kritik an der Wissenschaft und am Gesellschaftssystem im Woyzeck

4.1. Wissenschaftskritik

4.2. Kritik am vorherrschenden Gesellschaftssystem

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Intention Georg Büchners hinter der Darstellung des „Menschenversuchs“ in seinem Drama Woyzeck. Dabei wird hinterfragt, inwiefern Büchner eine entmenschlichte, teleologisch geprägte Wissenschaftspraxis sowie die sozioökonomischen Machtstrukturen seiner Zeit kritisiert, die eine solche Ausbeutung von Untergebenen ermöglichen.

  • Philosophie und Menschenbild Georg Büchners
  • Analyse der Figuren Woyzeck und Doktor
  • Untersuchung von Ablauf und Zweck des Ernährungsexperiments
  • Kritik an der Wissenschaft und am Gesellschaftssystem

Auszug aus dem Buch

3.2. Der Experimentator „Doktor“

Der Doktor im Woyzeck versteht sich als Wissenschaftler (H 2,6 und H 4,8) und führt ein Ernährungsexperiment am Protagonisten durch. In einer Szene erscheint der Doktor auch als Assistent eines Professors und stellt Studenten sein „Versuchsobjekt“ vor (H 3,1). Sein Auftreten und sein Umgang mit dem Probanden offenbaren allerdings auch Impulsivität und Sadismus: Nachdem Woyzeck beispielsweise vertragsbrüchig „an die Wand gepißt“ hat (eine für den Versuch wichtige Urinprobe ist dadurch verloren gegangen), „tritt [der Doktor] auf ihn los“ (H 2,6 und H 4,9); und wenn Woyzeck von der Untreue seiner Freundin erfährt oder Unwohlsein und Schwindel kundtut, misst der Doktor begeistert seinen Puls – nicht um ihm zu helfen, sondern um die Auswirkung der körperlichen Veränderungen des Probanden für sein Experiment zu dokumentieren (H 2,7 und H 3,1). Für Glück ist diese fehlende Empathie des Doktors „gleichbedeutend mit dem Ausfall der Wahrnehmung“, es sei ein „intellektueller Defekt“, der ihn als „Diagnostiker blind“ mache.

Glück kritisiert darüber hinaus die Methode des Doktors beim Experiment: Unter dem Deckmantel von wissenschaftlichen Fachbegriffen würde der Doktor eine unwissenschaftliche Experimentalpraxis ausüben – bloßes Klassifizieren von Symptomen (H 2,6 und H 4,8) reduziere Woyzeck auf einen Apparat, der mal mehr, mal weniger ordnungsgemäß funktioniert. Bierbach identifiziert ebendieses Verfahren als eine (überzeichnete) Praxis der teleologischen Schule.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt Georg Büchner als Autor und Wissenschaftler vor und formuliert die Forschungsfrage bezüglich seiner Intention bei der Darstellung des Menschenversuchs im Woyzeck.

2. Philosophie und Menschenbild Georg Büchners: Das Kapitel analysiert Büchners philosophische Schriften und Briefe, um seine antidiskriminierende Haltung und seine Ablehnung einer teleologischen Naturauffassung herauszuarbeiten.

3. Der Menschenversuch und die Figuren Woyzeck und Doktor: Hier werden die Rollen von Woyzeck und Doktor sowie der konkrete Ablauf des Ernährungsexperiments basierend auf den Entwurfsstufen untersucht.

4. Büchners Kritik an der Wissenschaft und am Gesellschaftssystem im Woyzeck: Dieser Abschnitt überprüft die Hypothese der Arbeit und identifiziert Büchners Kritik an der Instrumentalisierung der Wissenschaft sowie an den unterdrückerischen gesellschaftlichen Strukturen.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Büchner sowohl die Entmenschlichung der Wissenschaft als auch die sozioökonomische Ausbeutung der Unterschicht scharf verurteilt.

Schlüsselwörter

Georg Büchner, Woyzeck, Menschenversuch, Wissenschaftskritik, Erbsendiät, Soziale Ungleichheit, Gesellschaftskritik, Teleologie, Naturphilosophie, Machtinstrument, Ausbeutung, Entmenschlichung, Forschungsethik, Literaturanalyse, Historischer Kontext.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Darstellung des Ernährungsexperiments am Protagonisten Woyzeck in Georg Büchners Drama und untersucht, welche Intention der Autor damit verfolgt.

Welche thematischen Schwerpunkte werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf Büchners philosophischem Menschenbild, der Analyse des Arzt-Patienten-Verhältnisses, der historischen Einordnung des Experiments und der Kritik am gesellschaftlichen System der Zeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Büchner den Menschenversuch nutzt, um eine als grausam und entmenschlicht empfundene Wissenschaftspraxis sowie Machtstrukturen zu kritisieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer Textanalyse des Dramas unter Einbeziehung von Entwurfsstufen und einer kontextuellen Betrachtung von Büchners philosophischen sowie naturwissenschaftlichen Schriften.

Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung des Menschenbildes, eine Charakterisierung der Figuren Doktor und Woyzeck, eine detaillierte Betrachtung des Experiments und eine systematische Herleitung der Gesellschafts- und Wissenschaftskritik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Wissenschaftskritik, Gesellschaftskritik, Menschenversuch, Entmenschlichung, Soziale Machtverhältnisse und Teleologie.

Wie steht die „Erbsendiät“ im Zusammenhang mit dem gesellschaftlichen System?

Die Diät wird als Machtinstrument interpretiert, durch welches die Oberschicht (repräsentiert durch den Doktor) die körperliche Not der Unterschicht (Woyzeck) zur Kostenminimierung ausnutzt.

Wird dem Doktor im Stück explizit Vivisektion vorgeworfen?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass ein expliziter Hinweis im Text fehlt und eine solche Interpretation problematisch wäre, da Büchner als Forscher selbst an lebenden Tieren experimentierte.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kritik Georg Büchners an der "entmenschlichten" Wissenschaftlichkeit
Untertitel
Am Beispiel des "Ernährungsexperiments" im Woyzeck
Hochschule
Universität Osnabrück
Note
1,3
Autor
Theodor Rupp (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
12
Katalognummer
V1151275
ISBN (eBook)
9783346538611
ISBN (Buch)
9783346538628
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kritik georg büchners wissenschaftlichkeit beispiel ernährungsexperiments woyzeck
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Theodor Rupp (Autor:in), 2021, Kritik Georg Büchners an der "entmenschlichten" Wissenschaftlichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1151275
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  12  Seiten
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