In der folgenden Arbeit wird der Prozess der Entwicklung der Solidarność von einer Gewerkschaft zur Regierungspartei betrachtet. Es soll der Forschungsfrage nachgegangen werden, welche Faktoren die Entwicklung der Gewerkschaft zu einer politischen Organisation und schlussendlich zur Regierungspartei beeinflussten. Am Ende dieser Arbeit wird ein Fazit gezogen.
Wenn man sich mit dem Ende der Volksrepublik Polen, dem Mauerfall in Berlin oder ganz allgemein mit dem Zerfall des kommunistischen Ostblockes befasst, so wird man immer wieder auf die polnische Gewerkschaft der Solidarność treffen. Diese Gewerkschaft wurde zum Gründungsmythos der freien demokratischen Republik Polen. Der amtierende polnische Premierminister Mateusz Morawiecki fasste dies zusammen, indem er sagte, dass das moderne Polen aus der Solidarność gewachsen wäre.
Als erfolgreichste Gewerkschaft Polens und des ganzen Ostblockes wurde die Solidarność zur Opposition des kommunistischen Regimes in Polen. Ausgelöst durch Streiks wurde diese im Sommer 1980 als erste unabhängige Gewerkschaft gegründet bis sie jedoch im Dezember des folgenden Jahres verboten wurde und das Kriegsrecht in Polen ausgerufen wurde. Verfolgungen und Verhaftungen der Solidarność-Anführer und Mietglieder folgten. Doch die polnische Bevölkerung wurde mit dem kommunistischen Regime immer unzufriedener und fordert Reformen – weitere Demonstrationen folgten. Die im Untergrund arbeitende Solidarność sicherte sich weitere Mietglieder und das Vertrauen der Gesellschaft. 1988 leiteten sie die erneute Streikwelle in Polen bis sie schließlich im Jahr 1989 mit am Runden Tisch saßen und über die Zukunft der Volksrepublik diskutierten. Als es zu den ersten halbwegs freien Wahlen in Polen kam, sicherte sich die Solidarność alle freiwählbaren Plätze. Im Dezember 1990 wurde schließlich der ehemalige Solidarnośćführer Lech Wałęsa zum ersten nicht-kommunistischen Präsidenten Polens gewählt. Die Solidarność wurde die Regierungspartei.
Inhaltsverzeichnis
1. STREIKGESCHICHTE POLENS, WIRTSCHAFTLICHE LAGE UND STREIKBEGINN IM JAHR 1980
2. SOLIDARNOŚĆ ALS GEWERKSCHAFT 1980-81
3. DIE ARBEIT DER SOLIDARNOŚĆ IM UNTERGRUND ALS POLITISCHE ORGANISATION VON 1981 BIS 1988
4. DIE SOLIDARNOŚĆ ALS PARTEI UND POLITISCHE ORGANISATION AB DEM JAHR 1988
4.1 ÜBER DIE JAHREN 1988 BIS 1990
4.2 DIE SOLIDARNOŚĆ ALS REGIERUNGSPARTEI AB 1990
4.3 SOLIDARNOŚĆ HEUTE
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den historischen Entwicklungsprozess der polnischen Gewerkschaft Solidarność von ihrer Entstehung im Jahr 1980 bis hin zu ihrer Rolle als Regierungspartei nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems, wobei insbesondere die wirkungsgeschichtlichen Faktoren für diese Transformation untersucht werden.
- Ursprünge der Solidarność als Streikbewegung im Jahr 1980
- Die Untergrundtätigkeit der Gewerkschaft während des Kriegsrechts
- Transformation zur politischen Organisation am Runden Tisch
- Der Aufstieg zur Regierungspartei und die politische Rolle von Lech Wałęsa
- Sozioökonomische Faktoren und gesellschaftliche Umbruchstendenzen
Auszug aus dem Buch
1. Streikgeschichte Polens, wirtschaftliche Lage und Streikbeginn im Jahr 1980
Seit Ende des zweiten Weltkrieges und Beginn des Kalten Krieges war die Volksrepublik Polen Teil des Ostblockes und ein sogenannter „Satellitenstaat“ der Sowjetunion. Die Ideologie des Sozialismus und ein sozialistisches System wurde in Polen etabliert. Die spätere Kranführerin Anna Walentynowicz war anfangs eine Unterstützerin dieses Systems, da es ihr ermöglichte ihre Ausbildung zur Schweißerin und später Kranführerin zu vollziehen und dieses sie bei Fortbildungen unterstütze. Walentynowicz erhielt Auszeichnungen für ihre gute Arbeit und war ein Vorbild für Arbeiter im sozialistischen System. Durch persönliche Erfahrungen der Brutalität und Ungerechtigkeit des von ihr früher gepriesen Systems, fing die Kranführerin an sich für die Rechte der Arbeiter stark zu machen.
Insbesondere setzte sie sich für das Einführen verbindlicher Lohntarife, das Recht zur Einklagung des Arbeitslohns und gegen Repression gegen Familien von Westflüchtlingen ein. Dies endete in ihrer Entlassung als Kranführerin in der Leninwerft in Danzig am 09. August 1980. Ihr Kollege Lech Wałęsa forderte daraufhin eine Gruppe der Werftarbeiten am 14. August zu streiken auf. Das sollte ein Lauffeuer von Streiks und Demonstrationen in ganz Polen auslösen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. STREIKGESCHICHTE POLENS, WIRTSCHAFTLICHE LAGE UND STREIKBEGINN IM JAHR 1980: Das Kapitel beleuchtet die ökonomischen Krisenfaktoren und die soziopolitischen Ursprünge der Streikbewegung, die im August 1980 in der Danziger Leninwerft ihren Ausgang nahm.
2. SOLIDARNOŚĆ ALS GEWERKSCHAFT 1980-81: Hier wird die Etablierung der Solidarność als unabhängige Gewerkschaft sowie die zunehmende gesellschaftliche Politisierung und die wachsende Konfrontation mit der PZPR-Regierung beschrieben.
3. DIE ARBEIT DER SOLIDARNOŚĆ IM UNTERGRUND ALS POLITISCHE ORGANISATION VON 1981 BIS 1988: Dieses Kapitel thematisiert die Zeit nach der Verhängung des Kriegsrechts, den Überlebenskampf der Bewegung im Untergrund und ihre Rolle als zivilgesellschaftlicher Akteur.
4. DIE SOLIDARNOŚĆ ALS PARTEI UND POLITISCHE ORGANISATION AB DEM JAHR 1988: Der Fokus liegt hier auf dem Systemwechsel durch den Runden Tisch, der Transformation in eine politische Organisation und der Regierungsverantwortung ab 1990.
Schlüsselwörter
Solidarność, Polen, Gewerkschaft, Lech Wałęsa, Volksrepublik Polen, Kriegsrecht, Runder Tisch, Opposition, Sozialismus, Transformation, Systemwechsel, Regierungspartei, Streik, PZPR, Arbeiterbewegung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Entwicklung der polnischen Gewerkschaft Solidarność von ihren Anfängen als Streikbewegung im Jahr 1980 bis hin zu ihrer Rolle als tragende Regierungspartei nach der politischen Wende.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die wirtschaftliche Krise Polens, die Rolle der katholischen Kirche im Widerstand, die Untergrundarbeit unter dem Kriegsrecht und der Übergang zur parlamentarischen Demokratie.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die wesentlichen Faktoren zu identifizieren, welche die Transformation der Gewerkschaft zu einer politischen Organisation und schließlich zur Regierungspartei maßgeblich beeinflusst haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Quellen und zeithistorischen Berichten basiert, um den Transformationsprozess zu rekonstruieren.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die chronologische Aufarbeitung der Streikgeschichte, der Phase der Gewerkschaftsbildung, der Untergrundtätigkeit und der politischen Phase ab 1988.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe wie Solidarność, Transformation, Systemwechsel, Lech Wałęsa und polnischer Umbruch beschreiben den Kern der Untersuchung.
Welche Bedeutung hatte Lech Wałęsa für die Entwicklung?
Er fungierte als charismatische Integrationsfigur, die sowohl die unterschiedlichen Lager innerhalb der Solidarność einte als auch als Gesicht der Opposition im In- und Ausland wahrgenommen wurde.
Wie endete der politische Einfluss der Solidarność?
Nach ihrer Regierungszeit ab 1990 sah sich die Solidarność mit inneren Spaltungen und wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert, was 1993 zum Verlust der Regierungsbeteiligung und langfristig zur Rückkehr zur reinen Gewerkschaftsrolle führte.
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- Anonym (Autor:in), 2021, Solidarność. Von einer Gewerkschaft zur Regierungspartei, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1148252