In dieser Hausarbeit werden die beiden Fabel Versionen des Äsops von Martin Luther und Steinhöwel miteinander verglichen. Hierzu wird vor allem die Vorrede der beiden sowie die Fabel vom Wolf und dem Lamm hinsichtlich des Aufbaus sowie des Inhalts genauer betrachtet. Diesbezüglich soll vor allem auf den äußeren Stil, die inhaltlichen Differenzen, die Intentionen des Autors sowie auf die jeweiligen Rezipienten eingegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung – die Literaturgattung Fabel
2. Steinhöwels Äsop
2.1 Die Vorrede Steinhöwels
2.2 Die Fabel: Die ander fabel von dem wolff und dem lamp
3. Luthers Äsop
3.1 Die Vorrede Luthers
3.2 Die Fabel: Vom Wolf und Lemlin
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Fabelbearbeitungen von Heinrich Steinhöwel und Martin Luther, um deren inhaltliche Ausgestaltung, Intentionen sowie die Rolle der Fabel in den jeweiligen Epochen des Humanismus und der Reformation zu ergründen.
- Analyse der Vorreden von Steinhöwels und Luthers Äsop-Bearbeitungen.
- Untersuchung der Fabel „Vom Wolf und dem Lamm“ als zentrales Fallbeispiel.
- Gegenüberstellung humanistischer Erziehungsideale und reformatorischer Gesellschaftskritik.
- Interpretation der Fabel als rhetorisches und didaktisches Instrument.
- Betrachtung der Bedeutung historischer Kontexte für die Deutung der Fabel.
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Vorrede Steinhöwels
Die Vorrede Steinhöwels steht ganz zu Beginn in der Vita Esopi Fabulatoris clarissimi e greco. Zunächst benennt Steinhöwel seine Quellen:
…uß krichischer zungen im latin durch Rimicium gemacht an den hochwirdigen vatter, herren Anthonium des titels sancti Chrysogoni priestern cadinaln; und fürbas das selb leben Esopi mit synen fabeln, die etwan Domulus von Athenis synem sun Thiberino uß kriechischer zungen in latin gebracht, hatt gesendet, und mer ettlich der fabel Aviani, auch Doligami, Aldefonsii und schimpfreden Poggii und anderer
Er bezieht sich in seinem gesamten Werk also auf Rimicius, „die Sammlungen von Romulus, Avianus und Aldephonus, die Doligami des Adolf von Wien und die Facetiae Poggios“. Anschließend beschreibt er seine Übersetzungen, welche „nit wort uß wort, sunder sin uß sin“, also sinnesgemäß, aber nicht Wort für Wort niedergeschrieben wurden. Auch später macht er nochmals darauf aufmerksam, dass es ihm „um eine möglichst getreue Wiedergabe der antiken Originaltexte geht“:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung – die Literaturgattung Fabel: Dieses Kapitel führt in die historische Entwicklung und die Definition der Fabel als Instrument der Argumentation ein und erläutert die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2. Steinhöwels Äsop: Hier wird das Werk des Humanisten Heinrich Steinhöwel analysiert, wobei insbesondere seine Vorrede und die didaktische Absicht hinter der Fabelrezeption im Vordergrund stehen.
3. Luthers Äsop: Dieses Kapitel befasst sich mit Martin Luthers Bearbeitung der Fabeln während der Zeit der Reformation und kontrastiert dessen Ansätze mit denen Steinhöwels.
4. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse des Vergleichs zusammen und betont, dass die unterschiedlichen Deutungen der Fabeln maßgeblich durch den jeweiligen zeithistorischen Kontext geprägt sind.
Schlüsselwörter
Fabel, Äsop, Steinhöwel, Luther, Humanismus, Reformation, Didaktik, Fabelrezeption, Literaturvergleich, Prosa, Anthropomorphisierung, Gesellschaftskritik, Moral, Epimythion, Rhetorik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert und vergleicht die Fabelsammlungen von Heinrich Steinhöwel und Martin Luther hinsichtlich ihrer Struktur, Intention und Interpretation.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Entwicklung der Fabel vom Humanismus zur Reformation, die Rolle der Fabel als Lehrmittel und die historische Einbettung der jeweiligen Autoren.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die stilistischen und inhaltlichen Differenzen der Fabelbearbeitungen herauszuarbeiten und zu zeigen, wie unterschiedliche Epochen dieselben Stoffe für ihre jeweiligen Ziele nutzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine vergleichende Literaturanalyse, basierend auf den Vorreden und dem Text der Fabel „Vom Wolf und dem Lamm“ in den Werken beider Autoren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Steinhöwels Vorrede und Fabeln sowie Luthers Bearbeitungen, wobei jeweils auf Stil, Quellen und didaktische Ziele eingegangen wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Fabel, Humanismus, Reformation, Didaktik, Steinhöwel, Luther und die Funktion der Fabel als Mittel der Aufklärung.
Warum spielt das Gleichnis der „Biene und der Blume“ bei Steinhöwel eine zentrale Rolle?
Es dient Steinhöwel als Leseanleitung, um zu verdeutlichen, dass der Leser hinter die unterhaltende Hülle der Fabel blicken muss, um den wahren moralischen Kern und Nutzen zu erfassen.
Welche spezifische Kritik übt Luther an Steinhöwels Fabelsammlung?
Luther empört sich über unzüchtige und anstößige Passagen in Steinhöwels Werk, die er für nicht geeignet hält, um Jugendliche oder fromme Christen zur Tugend zu erziehen.
Wie unterscheidet sich die Deutung der „Wolf und Lamm“-Fabel zwischen den Autoren?
Während Steinhöwel primär eine allgemeine moralische Lehre verfolgt, nutzt Luther die Fabel als scharfe Metapher für die Machtverhältnisse seiner Zeit, insbesondere gegen den katholischen Klerus.
Welche Rolle spielt die Bildung für die Interpretation in dieser Arbeit?
Bildung wird sowohl als Ziel der Fabeln als auch als Voraussetzung für den Leser gesehen, um die politischen und sozialen Dimensionen der Erzählungen zu durchschauen.
- Arbeit zitieren
- Melinda Neumaier (Autor:in), 2021, Die äsopischen Fabeln Steinhöwels und Luthers im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1147709