Das Target Costing stammt ursprünglich aus Japan, jedoch wird das Interesse in Deutschland für dieses Thema immer größer, denn die Veröffentlichung deutscher Buchausgaben ist in den letzten Jahren ge-stiegen.
Der Wettbewerb innerhalb der Gesetzlichen Krankenversicherung (im Weiteren GKV genannt) ist in den letzten Jahren stärker geworden. Um diesen Wettbewerb erfolgreich stand zu halten, sind Krankenkassen sowohl verpflichtet als auch bemüht, ihre Kosten in verschiedenen Be-reichen besser zu ermitteln, kontrollieren und zu senken. Es gilt, die vom Markt gestellten Anforderungen mit dem vom Markt gegebenen Preis zu kalkulieren und das Kostenniveau einzuhalten. Um also den Konkurrenzdruck in der GKV und den Marktveränderungen zu beste-hen, ist eine preisorientierte Kostenpolitik zu betreiben. Eine kostenori-entierte Preispolitik ist für die Wettbewerbsfähigkeit nicht förderlich.
Die Aufgabe des Controllings besteht in der Unterstützung der Unter-nehmensführung bei der Planung, Steuerung und Kontrolle durch eine koordinierende Informationsversorgung. Es verfolgt dabei folgende Ziele:
a) Gewinnsteuerung
b) Umsatzsteuerung
c) Rentabilitätssteuerung
d) Gewährleistung der dauerhaften Existenz des Unternehmens
Zur Erreichung dieser Ziele, sind verschiedene Instrumente vorhanden. Das Target Costing ist eine von diesen Instrumenten.
Mit dieser Arbeit sollen folgende Fragen beantwortet werden:
- Was ist das Target Costing?
- Wie funktioniert das Target Costing?
- Welche Vorteile bzw. Nachteile hat das System?
- Inwieweit kann es nützlich für ein Unternehmen, v.a. im Bereich der GKV, sein?
Die Arbeit besteht aus vier Kapiteln.
Das erste Kapitel beinhaltet die Einleitung.
Im zweiten Kapitel wird dann das Target Costing charakterisiert. Außer-dem findet eine kurze Bewertung des Target Costing statt.
Im dritten Kapitel wird die Situation der GKV dargestellt. Dabei werden die Veränderungen zum 01.04.2007 (Gesundheitsreform tritt in Kraft) genauer betrachtet. Anhand dieser Neuerungen soll auch dargestellt werden, wie das Target Costing in der GKV angewandt bzw. integriert werden kann.
Im vierten Kapitel folgt dann das Fazit, wo die Ergebnisse zusammen-gefasst sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Target Costing als Instrument des Controllings
2.1 Historie und Grundkonzept des Target Costing
2.2 Ziele des Target Costing
2.3 Anwendungsgebiete des Target Costing
2.4 Phasen des Target Costing
2.4.1 Die vier Stufen im Target Costing Prozess
2.4.2 Ansätze zur Zielkostenfindung
2.4.3 Zielkostenspaltung
2.4.4 Zielkostenkontrolle
2.4.5 Zielkostenerreichung
2.5 Beurteilung des Target Costing
3 Der Einsatz des Target Costing in der GKV
3.1 Historie und Struktur der GKV
3.2 Der AOK Bonustarif
3.3 Die Selbstbehaltstarife
3.4 Beurteilung der Wahltarife unter Betrachtung des Target Costing
4 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Studienarbeit untersucht, ob und wie das Controlling-Instrument "Target Costing" – ursprünglich aus der japanischen Automobilindustrie stammend – erfolgreich in der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) eingesetzt werden kann. Im Fokus steht dabei die Analyse der GKV-Wahltarife am Beispiel der AOK Niedersachsen, um Potenziale zur Kostensteuerung und Wettbewerbsfähigkeit zu identifizieren.
- Grundlagen und Definitionen des Target Costing
- Phasen des Target-Costing-Prozesses
- Struktur und Wettbewerbssituation der GKV
- Analyse der Wahltarife der AOK Niedersachsen
- Übertragbarkeit marktorientierter Kostensteuerung auf Krankenkassen
Auszug aus dem Buch
2.4 Phasen des Target Costing
Das Target Costing beinhaltet vier Phasen: 1. Zielkostenfestlegung/ -findung, 2. Zielkostenspaltung, 3. Zielkostenerreichung, 4. Zielkostenkontrolle. Der erste Schritt des Target Costing ist die Zielkostenfindung. Hierbei stehen drei Methoden zur Auswahl: Der marktorientierte Ansatz stammt von Hiromoto. Ziel dieser Methode ist es, dass sich das Kostenmanagement eines Unternehmens nicht an den vorhandenen Kostenmaßstäben orientiert, sondern an der Realisierung wettbewerbsfähiger Marktpreise.
Zwei Funktionen des Kostenmanagements werden hier hervorgehoben: a) Ausrichtung des Kostenmanagements in den frühen Phasen der Produktentwicklung, b) Ausrichtung über den Produktlebenszyklus. Zwei Verfahren stehen hier zur Auswahl: 1. Market into Company, 2. Out of Competitor. Der ingenieursorientierte Ansatz stammt von Sakurai. Mit diesem Ansatz soll erreicht werden, die Standardkosten zu senken und den Gewinn zu maximieren. Auch hier stehen zwei Methoden zur Auswahl: 1. Out of Company, 2. Into and out of Company.
Der produkt- bzw. funktionsorientierter Ansatz stammt von Tanaka. Hier stehen Marktorientierung und das Kostenmanagement in den frühen Phasen im Vordergrund. Die Marktorientierung wird durch die Umsetzung relevanter Produktmerkmale, die aus der Marktforschung erarbeitet wurden, in konkrete Kostenvorgaben der einzelnen Komponenten eines Produktes beschrieben. Der Unterschied zu den anderen Ansätzen liegt darin, daß in jeder Stufe (Planung von Produkten; Entwurf von Konzepten; Basiskonstruktion; Detailkonstruktion und Fertigung) Zielkomponenten enthalten sind. Auch hier stehen zwei Verfahren zur Auswahl: 1. Market into Company, 2. Out of Competitor.
Bei der Ermittlung der Zielkosten sind zwei Kostengrößen von Bedeutung: 1. Drifting Costs, 2. Allowable Costs. Die Drifting Costs stellen die Kosten eines geplanten Produktes bei gegebenen bzw. geplanten Potential-, Produkt-, Programm- und Prozessstrukturen dar. Hierbei werden die Kosten der vergleichbaren Vorgängerprodukte zur Berechnung herangezogen. Diese Berechnung verläuft daher stets unternehmensintern.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der kostenorientierten Steuerung in der GKV ein und definiert das Target Costing als Instrument zur Bewältigung des wachsenden Konkurrenzdrucks.
2 Target Costing als Instrument des Controllings: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, die Entstehungsgeschichte sowie die vier Kernphasen des Target Costing und bewertet dessen Vor- und Nachteile.
3 Der Einsatz des Target Costing in der GKV: Hier wird die Anwendung der Methode auf das Gesundheitswesen übertragen, wobei insbesondere die Wahltarife der AOK Niedersachsen als praktisches Beispiel analysiert werden.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Target Costing auch in der GKV ein geeignetes Instrument darstellt, um die Versorgung effizienter zu gestalten und die Mitgliederzufriedenheit zu steigern.
Schlüsselwörter
Target Costing, Kostenmanagement, GKV, gesetzliche Krankenversicherung, Controlling, Wahltarife, AOK Niedersachsen, Zielkosten, Wettbewerbsfähigkeit, Gesundheitsreform, Prävention, Produktlebenszyklus, Kostensenkung, Marktorientierung, Wertanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des Target Costing und deren praktische Anwendbarkeit zur Kostensteuerung in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt Themen wie Kostenmanagement, die Struktur der GKV, den Wettbewerb im Gesundheitswesen sowie konkrete Ansätze wie den AOK-Bonustarif und Selbstbehaltstarife.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch marktorientierte Kostensteuerung (Target Costing) innerhalb der GKV Kosten gesenkt und die Wettbewerbsfähigkeit von Krankenkassen gesteigert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung des Target Costing und eine empirische Betrachtung/Analyse der Tarifstrukturen der AOK Niedersachsen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erläuterung des Target-Costing-Konzepts (Phasen, Methoden) und eine darauf aufbauende Analyse der GKV-Strukturen und Wahltarife.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind die Begriffe Target Costing, Zielkostenfindung, GKV, Wahltarife, Kosteneffizienz und Präventionsmaßnahmen.
Warum wird das Target Costing als "marktorientiert" bezeichnet?
Es wird als marktorientiert bezeichnet, da es nicht von internen Kosten ausgeht ("Was kostet das Produkt?"), sondern vom Marktpreis ("Was darf das Produkt kosten?") rückwärts rechnet.
Wie wirkt sich das Target Costing konkret auf die AOK-Wahltarife aus?
Wahltarife wie Bonustarife dienen dazu, den Moral-Hazard-Effekt zu minimieren, Versicherte zur Prävention zu motivieren und so die Gesamtkosten der Krankenkasse durch verhaltenssteuernde Anreize zu senken.
- Arbeit zitieren
- Sadik Altindal (Autor:in), 2007, Das Target Costing in der gesetzlichen Krankenversicherung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/114705