Welche Ansätze laufen in der tiergestützten Therapie bei Patienten mit Demenz zusammen und wie tragen Tiere zur Behandlung dieser Erkrankung bei? Diese Fragestellung lässt weiters die Frage zu, ob gegebenenfalls sogenannte Robotertiere förderlich zur Behandlung einer demenziellen Erkrankung beitragen.
Auf Grundlage dessen, dass sich bei Demenzkranken vor allem auch die psychosoziale Persönlichkeit verändert und gerade Angehörige mitunter schwer zu kämpfen haben und an ihre Grenzen gelangen, stellt sich die Frage, ob möglicherweise bzw. mit welcher Wirkung Tiere den Zugang und den Umgang mit Demenzkranken verbessern können und welche Ansätze in dieser tiergestützten Intervention zusammenlaufen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Demenz und ihre Definition
3 Tiergestützte Therapie (AAT)
4 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial der tiergestützten Therapie als ergänzende Interventionsmöglichkeit zur Verbesserung der Lebensqualität und des Wohlbefindens bei demenziell erkrankten Menschen, wobei insbesondere die Fragestellung im Fokus steht, wie Tiere den Zugang zu Betroffenen erleichtern und welche Rolle dabei ergänzende Ansätze wie der Einsatz von Robotertieren spielen können.
- Grundlagen der Demenz und klinische Definitionen
- Wirkungsmechanismen der tiergestützten Therapie (AAT) bei Demenzpatienten
- Psychosoziale Auswirkungen und Stressreduktion durch Mensch-Tier-Interaktion
- Vergleich zwischen lebendigen Tieren und dem Einsatz von Robotertieren (PARO)
- Ethische Aspekte und Tierschutz im Kontext der Therapie
Auszug aus dem Buch
3.1. Wirkweise tiergestützter Therapie bei Demenzpatienten
Ausgangssituation ist die Zusammenführung des Demenzpatienten und des Tieres, durch den personenzentrierten Ansatz der individuellen Förderung von bestimmten Verhaltensweisen sowie tiefenpsychologisch und kommunikativ Effekte wie auch Reaktionen auszulösen. Durch nonverbale affektive Kontaktaufnahme und positiver Effekte des Tieres auf den Menschen, Aktivierung vorhandener Ressourcen und sozialer Interaktion wirkt tiergestützte Therapie beruhigend, sensibilisierend, aktivierend, begleitend und kommunikativ auf den Demenzpatienten (Hegedusch & Hegedusch, 2007, S. 69, Cherniack & Cherniack, 2014, o.S.).
Motomura und Kollegen (2004, S. 40 ff.) untersuchten in einem örtlichen Pflegeheim acht weibliche Patienten hinsichtlich der Auswirkungen von tiergestützter Therapie auf deren apathischen Zustand. Untersucht wurde der Zustand sowohl vor als auch nach der Interaktion mit dem Hund, die Beobachtung bestand aus drei verschiedenen Aktivitäten – erst die Kommunikation mit dem Hund, dann die Aktivität des Hundes zu beobachten und die dritte, die Interaktion mit dem Menschen. Alle Patientinnen mochten die Interaktion mit dem Hund und es zeigte sich ein signifikanter Unterschied hinsichtlich Apathie nach der Therapie (Abb. 1).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Demenzerkrankung ein, thematisiert die Belastung für Angehörige und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach der Wirksamkeit tiergestützter Interventionen.
2 Demenz und ihre Definition: Es werden die medizinischen Grundlagen, verschiedene Demenzformen sowie aktuelle Therapiemöglichkeiten und die spezifische psychologische Belastungssituation pflegender Angehöriger beleuchtet.
3 Tiergestützte Therapie (AAT): Dieser Abschnitt analysiert die wissenschaftlichen Wirkweisen von Tieren in der Therapie, untersucht den Einsatz von Robotertieren als Alternative und diskutiert aktuelle Forschungsergebnisse kritisch.
4 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der tiergestützten Therapie als sinnvolle Ergänzung in der Demenzbetreuung, betont jedoch die Notwendigkeit weiterer Forschung und ethischer Sorgfalt bei der Anwendung.
Schlüsselwörter
Demenz, Tiergestützte Therapie, AAT, Demenzpatienten, Mensch-Tier-Interaktion, Robotertiere, PARO, Lebensqualität, Psychosoziale Betreuung, Stressreduktion, Altenpflege, Angehörige, Demenzforschung, Nonverbale Kommunikation, Salutogenese.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung und Wirksamkeit tiergestützter Therapieansätze bei Patienten mit einer Demenzerkrankung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten zählen die Definition von Demenz, die therapeutische Interaktion zwischen Mensch und Tier, der Nutzen für das psychosoziale Wohlbefinden sowie der alternative Einsatz von Robotertieren.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu ergründen, welche Ansätze in der tiergestützten Therapie zusammenlaufen und wie Tiere konkret zur Unterstützung der Behandlung und der sozialen Interaktion von Demenzkranken beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse und dem Vergleich klinischer Studien, um den aktuellen Forschungsstand zur tiergestützten Intervention bei Demenz zusammenzufassen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Demenz die spezifischen Wirkweisen von Tieren auf Patienten, die Herausforderungen für Angehörige sowie die Ergebnisse verschiedener Studien zu physischen Tieren und Robotertieren diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Demenz, tiergestützte Therapie, Mensch-Tier-Interaktion und Lebensqualität charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Wirkung von Robotertieren im Vergleich zu echten Tieren bei Demenzpatienten?
Studien deuten darauf hin, dass Robotertiere wie PARO zwar stressreduzierend wirken können, jedoch lebendige Tiere eine stärkere prosoziale Interaktion fördern können, wobei die Wahl des Mediums auch von individuellen Faktoren wie Tierhaarallergien abhängt.
Warum ist die Einbindung von Tieren für Demenzkranke besonders vorteilhaft?
Tiere können eine nicht-verbale Brücke bauen, die Hemmschwellen abbaut, Geborgenheit vermittelt und durch die Übernahme von Verantwortung für ein Tier ein Gefühl des Gebrauchtwerdens sowie eine kognitive Aktivierung fördert.
Welche Rolle spielt das Wohlbefinden des Tieres in der Therapie?
Das Tierwohl ist essenziell; die Arbeit unterstreicht, dass Forschungsprotokolle ethische Richtlinien wie die IACUC-Zulassung berücksichtigen müssen, um eine humane Behandlung des Tieres während der therapeutischen Intervention sicherzustellen.
- Arbeit zitieren
- Christina Yüksel (Autor:in), 2021, Tiergestützte Therapie bei Patienten mit Demenz. Ansätze und Behandlung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1146644