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Implementierung von Palliative Care in die stationäre Altenhilfe

Kann die Einführung der palliativen Versorgung zu einer nachhaltigen Verbesserung der Sterbesituation in Pflegeheimen führen?

Titel: Implementierung von Palliative Care in die stationäre Altenhilfe

Bachelorarbeit , 2008 , 74 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Franziska Misch (Autor:in)

Pflegewissenschaft - Palliative Care

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Aspekt der Sterbebegleitung im Heim gewinnt vor allem aufgrund veränderter Strukturen, die in der Folge zu einem späteren Heimeinzug führen und gleichzeitig zu einem frühzeitigen Versterben in den Einrichtungen, immer mehr an Bedeutung. Diese Umstände führten in der Vergangenheit zu einem Spagat der Heime zwischen Kostendeckung und sozialem Anspruch und im Weiteren dazu, sich mit dieser Thematik intensiver auseinanderzusetzen (vgl. Bayerische Stiftung Hospiz 2003, S.5). Folglich hat sich die Situation in den Institutionen deutlich verändert und damit auch die Anforderungen an die Mitarbeiter in diesem Bereich. Nun bedarf es der Erneuerung von Versorgungsstrukturen im Bereich der stationären Altenhilfe und der Implementierung eines Versorgungskonzeptes, durch das die umfassende Betreuung und Begleitung von Menschen mit unheilbaren Erkrankungen und Sterbenden ermöglicht wird. Nachfolgend wird Palliative Care als ein solches Konzept vorgestellt und genauer beleuchtet. Die WHO definierte Palliative Care in Anlehnung an die in der Hospizbewegung ent-wickelten Betreuungskonzepte als umfassende Betreuung und Behandlung für Menschen, deren Erkrankungen auf kurative Behandlungsmaßnahmen nicht mehr anspricht. Im Vordergrund steht die Kontrolle von Schmerzen und anderen Symptomen und Problemen. Ziel der Arbeit ist stets die Erreichung der bestmöglichen Lebensqualität für die Patienten und ihre Familien (vgl. WHO 1990, in: Knipping 2006, S.31). Zentral ist der Hinweis, dass Palliative Care ein Angebot für Menschen mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung darstellt. Damit ist es nicht gleichbedeutend mit der letzten Lebensphase. Palliative Care kann und muss grundsätzlich in jeder Phase der unheilbaren Erkrankung möglich sein (vgl. Steffen-Bürgi 2006, in: Knipping 2006, S.35). Konsens dieser Darstellung ist die deutliche Abgrenzung des Palliative Care Konzeptes vom End-of-Life-Care. Beide existieren als mögliche Versorgungs- und Betreuungskonzepte für Sterbende, doch der bedeutende Unterschied liegt darin, dass Palliative Care bereits einsetzt, wenn die todbringende Erkrankung diagnostiziert wird bzw. eine Heilung nicht mehr zu erwarten ist und somit in jeder Lebensphase möglich sein muss. End-of-Life-Care betrachtet ausschließlich die letzte Lebensphase (vgl. Steffen-Bürgi 2006, in: Knipping 2006, S.35).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Relevanz der Thematik

1.1 Problemhintergrund

1.1.1 Demographische Entwicklung

1.1.2 Familiäre Veränderungen und der medizinische Fortschritt

1.2 Methodik

1.2.1 Zentrale Fragestellung

1.2.2 Forschungsfragen

1.2.3 Zielsetzung und Literaturrecherche

2 Palliative Care in Theorie und Praxis

2.1 Das Konzept

2.1.1 Entwicklungskontext

2.1.2 Definitionen

2.1.2.1 Die WHO Definition von Palliative Care

2.1.2.2 Laut European Association of Palliative Care

2.1.2.3 Palliative Care vs. End-of-Life-Care

2.2 Welche Anforderungen stellt die palliative Versorgung?

2.2.1 Anforderungen an die Pflegenden

2.2.2 Anforderungen an die medizinisch-pflegerische Versorgung dementiell veränderter Menschen

2.2.3 Wünsche und Bedürfnisse der Hochbetagten

2.2.4 Exkurs: Schmerzerfassung bei kognitiv eingeschränkten Menschen

2.3 Palliative Care als Teil einer gesellschaftlichen Sterbekultur

2.4 Wie könnte Palliative Care in die stationäre Altenhilfe implementiert werden?

2.4.1 Strukturelle Veränderungen

2.4.2 Schwerpunkte in der Pflege und Begleitung Sterbender

2.4.3 Gesellschaftspolitische Voraussetzungen

2.4.4 Vorgehensweise

3 Diskussion

4 Zusammenfassung

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Ziel der Bachelor-Arbeit ist es, zu untersuchen, ob die Implementierung von Palliative Care in die stationäre Altenhilfe zu einer nachhaltigen Verbesserung der Sterbesituation von hochbetagten Heimbewohnern beitragen kann, unter Berücksichtigung von Ressourcenknappheit und strukturellen Herausforderungen.

  • Palliative Care als Betreuungskonzept in der stationären Altenhilfe
  • Herausforderungen in der Versorgung dementiell veränderter Menschen
  • Bedürfnisorientierte Sterbebegleitung und Schmerzmanagement
  • Implementierungsstrategien und strukturelle Voraussetzungen
  • Integration von Angehörigen und multiprofessionellen Teams

Auszug aus dem Buch

2.4.2 Schwerpunkte in der Pflege und Begleitung Sterbender

Um eine höchstmögliche Lebensqualität im Sterben zu erreichen, ist die unbedingte Orientierung an den individuellen Wünschen der Hochbetagten von entscheidender Bedeutung. Zu den besonders häufig benannten gehörten die Schmerzfreiheit, nicht zur Last fallen zu wollen und dass es schnell geht, um nicht lange leiden zu müssen (vgl. Heimerl et al. 2000, S.50; vgl. Pleschberger 2004, S.45). Nicht auf alle dieser Wünsche kann eingegangen werden, wenn sich die Pflege an den ethischen Grundsätzen der Gesellschaft orientiert, in der z.B. Aktive Sterbehilfe abgelehnt wird. Umso wichtiger ist die Ausrichtung aller medizinisch-pflegerischer Aktivitäten auf eine bestmögliche Symptomkontrolle, mit dem Ziel der Erreichung einer höchstmöglichen Lebensqualität. Besondere Schwerpunkte ließen sich aus der Arbeitshilfe für Pflegende in stationären Senioreneinrichtungen zur Sterbebegleitung in Pflegeheimen herausarbeiten:

I. Die Hilfestellung soll der Situation des Sterbenden individuell angepasst werden (vgl. Bayerische Stiftung Hospiz 2003, S.6).

II. Es ist auf die Wahrung der Intimsphäre zu achten. Der Sterbende soll möglichst allein im Zimmer gepflegt, eine Verlegung aber möglichst vermieden werden (ebd. S.6).

III. Es ist außerdem auf Schmerzen zu achten; Schmerzäußerungen sind jederzeit ernst zu nehmen. Pflegende sollen die Medikation/ Bedarfsmedikation mit dem betreuenden Arzt absprechen und eine möglichst schmerzfreie Lagerung ermöglichen (ebd. S.7). Es sollten standardisierte Verfahren zur Schmerzerfassung in die tägliche Arbeit integriert werden, um eine möglichst objektive Einschätzung gegenüber dem Arzt abgeben zu können. Sind die Hochbetagten kognitiv eingeschränkt oder in ihrem Sterben schon sehr fortgeschritten, empfiehlt sich dringend die Anwendung des oben dargestellten ECPA zur Erfassung von Schmerzzuständen.

IV. Weiterhin wird die Körperpflege mit beruhigenden Ölen empfohlen (vgl. Bayerische Stiftung Hospiz 2003, S.7). Bemühungen zur Biographiearbeit im Vorfeld und eine enge Zusammenarbeit mit den Angehörigen ermöglichen die Auswahl eines Duftes, den der Betroffenen mag.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Relevanz der Thematik: Einführung in die demographischen und strukturellen Veränderungen in Pflegeheimen, die eine neue Herangehensweise an Sterbebegleitung notwendig machen.

2 Palliative Care in Theorie und Praxis: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Konzept Palliative Care, Abgrenzung zum End-of-Life-Care sowie Analyse spezifischer Anforderungen und Implementierungsmöglichkeiten.

3 Diskussion: Kritische Reflexion der Einsatzmöglichkeiten von Palliative Care in der Altenpflege unter Berücksichtigung von Ressourcenknappheit und ethischen Aspekten.

4 Zusammenfassung: Rückblick auf die Forschungsfrage und die zentralen Erkenntnisse der Arbeit.

5 Fazit: Abschließende Bewertung der Machbarkeit und Notwendigkeit palliativer Strukturen in der stationären Altenhilfe.

Schlüsselwörter

Palliative Care, stationäre Altenhilfe, Sterbebegleitung, Sterbekultur, Hochbetagte, Demenz, Schmerzmanagement, Lebensqualität, Multiprofessionelles Team, Pflegemanagement, Symptomkontrolle, Pflegestatistik, Sterbephase, Angehörigenarbeit, Pflegeethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelor-Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen, das Konzept Palliative Care in die stationäre Altenhilfe zu implementieren, um die Sterbesituation von hochbetagten Heimbewohnern zu verbessern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die demographische Entwicklung in Pflegeeinrichtungen, die Bedürfnisse sterbender Senioren, das Palliative-Care-Konzept sowie strukturelle und organisatorische Voraussetzungen für dessen Anwendung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, ob die Einführung palliativer Versorgungsstrukturen zu einer nachhaltigen Verbesserung der Lebensqualität und Sterbesituation von hochbetagten Heimbewohnern führen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und kritischen Analyse bestehender Konzepte, Studien und rechtlicher Rahmenbedingungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Theorie von Palliative Care, den besonderen Anforderungen bei dementiell veränderten Menschen, Wünschen der Hochbetagten und der Frage, wie palliative Konzepte praktisch in den Heimalltag integriert werden können.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Palliative Care, Sterbebegleitung, Altenpflege, Hochbetagte, Lebensqualität, Demenz, Schmerzmanagement und Sterbekultur.

Welche Rolle spielt die Schmerzerfassung bei kognitiv eingeschränkten Bewohnern?

Da viele Bewohner ihre Schmerzen nicht mehr verbal äußern können, ist eine strukturierte Fremdbeurteilung mittels Instrumenten wie der ECPA-Skala essentiell für eine bedarfsgerechte palliative Versorgung.

Warum ist eine Abgrenzung zum End-of-Life-Care so wichtig?

Während End-of-Life-Care sich rein auf die terminale Sterbephase konzentriert, ermöglicht Palliative Care eine ganzheitliche Betreuung ab der Diagnose einer lebensbedrohlichen oder unheilbaren fortschreitenden Erkrankung.

Welche Bedeutung haben Angehörige im palliativen Konzept?

Angehörige werden als wichtige Ressource betrachtet; ihre Integration in den Pflegeprozess entlastet die Sterbenden und trägt maßgeblich zur Trauerbewältigung bei.

Ende der Leseprobe aus 74 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Implementierung von Palliative Care in die stationäre Altenhilfe
Untertitel
Kann die Einführung der palliativen Versorgung zu einer nachhaltigen Verbesserung der Sterbesituation in Pflegeheimen führen?
Hochschule
Alice-Salomon Hochschule Berlin
Veranstaltung
Abschlussarbeit zur Erlangung des Titels Bachelor of Science in Gesundheits- und Pflegemanagement
Note
1,3
Autor
Franziska Misch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
74
Katalognummer
V114549
ISBN (eBook)
9783640145461
ISBN (Buch)
9783640146475
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Implementierung Palliative Care Altenhilfe Abschlussarbeit Erlangung Titels Bachelor Science Gesundheits- Pflegemanagement
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Franziska Misch (Autor:in), 2008, Implementierung von Palliative Care in die stationäre Altenhilfe, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/114549
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Leseprobe aus  74  Seiten
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