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Inwiefern ist Kleists Novelle "Die Verlobung in St. Domingo" eine rassistische Erzählung?

Title: Inwiefern ist Kleists Novelle "Die Verlobung in St. Domingo" eine rassistische Erzählung?

Term Paper , 2008 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Daniel Voigt (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Rassismus ist ein Thema, mit dem wir uns aufgrund unserer Geschichte hier in Deutschland verstärkt auseinandersetzen müssen. Besonders nach dem deutschen Nationalsozialismus Mitte des 20.Jahrhunderts und dem daraus hervorgehenden Holocaust müssen wir uns fragen: Wie wollen wir in einer multikulturellen Welt leben? Sollen nicht alle „Rassen“, Kulturen, Nationen oder Gemeinschaften die gleichen Rechte besitzen? Trotz einer intensiven Beschäftigung mit dieser Frage kommt man in unserer Gesellschaft immer wieder Rassismus-Vorgängen auf die Spur. Ob auf dem Fußballplatz, im Büro oder einfach auch nur auf der Straße, Rassismus kann dabei überall in verschiedenen Formen vorkommen. Meine Hausarbeit soll sich mit der Novelle „Die Verlobung in St. Domingo“ auseinandersetzen und dabei die Frage stellen: Ist Kleists Erzählung „Die Verlobung in St. Domingo“ eine rassistische Erzählung? Dabei möchte ich zuerst klären, wie sich der Begriff Rassismus definiert. Welche Erklärungen geben Lexika, wie definieren Theoretiker oder erläutern Institutionen (wie z.B. die UNO) diesen Begriff? Darauffolgend möchte ich einen Überblick über die Erzählung geben und dabei einerseits auf den geschichtlichen Hintergrund des haitianischen Unabhängigkeitskriegs, und anderseits auf Reaktionen der Zeitgenossen zu diesem Aufstand eingehen, die die Denkweise der damaligen Zeit zur Sklaverei und der Positionierung von Schwarz und Weiß andeuten. Hier hat mir besonders Barbara Gribnitz Monographie „Schwarzes Mädchen, weißer Fremder“ weitergeholfen. Im nächsten Schritt möchte ich dann auf meine eigentliche Fragestellung eingehen und durch die Analyse der Protagonisten und ihren Einstellungen sowie der Schreibstruktur der Novelle klären, ob man diesen Text als rassistische Erzählung betrachten kann. Oder kommen vielleicht gewisse Widerstände auf, die dieses Gefühl dekonstruieren? Geholfen haben mir dabei besonders die Ausätze „Als die Schwarzen die Weißen ermordeten“ von Hansjörg Bay, „Der weiße Blick“ von Remy Charbon, Bernd Fischers Aufsatz „Ironische Metaphysik“ und Gabrielle Göncys Untersuchung „Der Weg der Schwarzen in die weiße Welt“. Am Schluss möchte ich dann noch kurz auf Kleists Position eingehen, wo mir vor allem Herbert Uerlings mit seinem Aufsatz „Preußen in Haiti?“ geholfen hat, bevor ich am Ende in meinem Fazit meine Ergebnisse zusammenfassen werde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Definition Rassismus

3. Hintergründe um 1800

3.1. Geschichtlicher Hintergrund

3.2. Rassistischer Hintergrund

4. Inwiefern ist Kleists Novelle „Die Verlobung in St. Domingo“ eine rassistische Erzählung?

5. Kleists Position

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Heinrich von Kleists Novelle „Die Verlobung in St. Domingo“ im Hinblick auf rassistische Tendenzen und kolonialistisches Denken. Ziel ist es zu analysieren, ob der Text aufgrund seiner Perspektivwahl und Charakterzeichnung als rassistisch einzustufen ist oder ob die Erzählstruktur Raum für dekonstruktive Lesarten bietet.

  • Analyse kolonialer Machtstrukturen und rassistischer Diskurse um 1800
  • Untersuchung der Perspektive des Erzählers und der Protagonisten
  • Reflexion über die Darstellung von Gewalt und Schuld in der Novelle
  • Diskussion der Bedeutung von Hautfarbe als Identitätsmerkmal
  • Einordnung des Werkes in den zeitgenössischen Kontext und Kleists eigene politische Haltung

Auszug aus dem Buch

4. Inwiefern ist Kleists Novelle „Die Verlobung in St. Domingo“ eine rassistische Erzählung?

In Kleists Erzählung wird der komplexe geschichtliche Konflikt zwischen den verschiedenen Gruppen der Insel und ihren Verstrickungen untereinander und gegeneinander sowie die Diskussion um die Unterstützung der Schwarzen durch die britische Armee, auf die beiden Extremstandpunkte der Auseinandersetzung zwischen den Rassen „Schwarz“ und „Weiß“ reduziert. Dabei wird schon zu Beginn der Novelle die haitianische Revolution als ein Akt bezeichnet, indem die „Schwarzen die Weißen ermordeten“ Damit wird schon hier eine Umkehrung der allgemein auf Kolonialherrschaft begründeten Rassenverhältnisse deutlich gemacht und ein unterschwelliger Rassismus angedeutet, den Hansjörg Bay als eine „Rassisierung der Kämpfe, einen holzschnittartigen Entwurf der Rassenverhältnisse und [als] ein eindeutiges Täter-Opfer-Verhältnis“ bezeichnet. Nach dieser Formulierung stehen also die Weißen als Opfer und die Schwarzen als Täter da.

Diese lakonische Bemerkung unterschlägt, Bernd Fischer zufolge, allerdings die „institutionalisierten Massenmorde der Weißen an den Schwarzen“ während der langen Geschichte des Kolonialismus und der damit verbundenden Sklaverei, die erst zu dieser Situation führte. Weiter beschreibt der Erzähler, als Musterbeispiel für einen mordenden Schwarzen, den „fürchterlichen, alten Neger, namens Congo Hoango“, der sich von einem Sklaven, wo er sich als Lebensretter seines Herrn auszeichnete und dafür die Freiheit geschenkt bekam, zum gewalttätigen Revolutionär verwandelte. Der Grund für die daraus entstehende Revolution und seine persönliche Veränderung werden dabei allerdings nicht thematisiert, sondern der Erzähler macht ausschließlich die „unbesonnen Schritte des National-Konvents“ mit seiner Ausrufung der Freiheit aller Sklaven für diese Geschehnisse verantwortlich. Charbon glaubt, dass der Erzähler die Reife der Sklaven für die Freiheit, in zeittypischer Weise, in Frage stellt und ihnen gleichermaßen unterstellt, dass diese Freiheit eher zu Gewalttaten führen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Einführung in die Thematik des Rassismus im historischen Kontext und Darstellung der Zielsetzung sowie der verwendeten Literatur für die Analyse der Novelle.

2. Definition Rassismus: Theoretische Herleitung des Rassismusbegriffs unter Einbeziehung von Lexika, Institutionen wie der UNO und wissenschaftlicher Perspektiven zur Rechtfertigung von Diskriminierung.

3. Hintergründe um 1800: Überblick über den historischen Haitianischen Unabhängigkeitskrieg und die zeitgenössischen rassistischen Diskurse, die die Bewertung der Sklaverei prägten.

3.1. Geschichtlicher Hintergrund: Detaillierte Schilderung der historischen Ereignisse auf Haiti zwischen 1791 und 1804 sowie der Rolle der verschiedenen Bevölkerungsgruppen.

3.2. Rassistischer Hintergrund: Analyse der zeitgenössischen Debatten über die Befähigung zur Freiheit und die diskriminierende Sichtweise europäischer Zeitgenossen.

4. Inwiefern ist Kleists Novelle „Die Verlobung in St. Domingo“ eine rassistische Erzählung?: Hauptteil der Untersuchung, der die einseitige Erzählweise und die Reduktion auf ein Täter-Opfer-Schema kritisch hinterfragt.

5. Kleists Position: Untersuchung, inwieweit der Autor persönliche Sympathien oder politische Ansichten in die Darstellung einfließen ließ, insbesondere im Vergleich zum preußischen Befreiungskampf.

6. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass die Novelle zwar koloniale Denkweisen reproduziert, aber durch erzählerische Widersprüche nicht zwangsläufig als rassistisch klassifiziert werden muss.

Schlüsselwörter

Heinrich von Kleist, Die Verlobung in St. Domingo, Rassismus, Kolonialismus, Haiti, Sklaverei, Täter-Opfer-Verhältnis, Literaturanalyse, Schwarz-Weiß-Malerei, Toni, Gustav, Erzählperspektive, Freiheit, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob Heinrich von Kleists Novelle „Die Verlobung in St. Domingo“ rassistische Züge aufweist oder ob der Text eine kritische Distanz zum kolonialistischen Diskurs seiner Zeit einnimmt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Darstellung des Haitianischen Unabhängigkeitskrieges, die Definition von Rassismus, die Analyse von Machtverhältnissen zwischen „Schwarz“ und „Weiß“ sowie die Untersuchung der Erzählstruktur.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, durch eine detaillierte Textanalyse und Einbeziehung wissenschaftlicher Sekundärliteratur zu prüfen, ob die Novelle als rassistische Erzählung betrachtet werden muss oder ob sie ambivalente Interpretationsmöglichkeiten bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die durch den Einbezug historischer Hintergründe und die Auswertung von Sekundärliteratur (Monographien und Aufsätze) ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die rassistischen Aspekte der Erzählung, die Rollen der Protagonisten – insbesondere Toni, Gustav und Congo Hoango – sowie die einseitige, europäisch geprägte Perspektive des Erzählers.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Kleists Novelle, Rassismus-Definition, Haiti, Kolonialismus, Schwarz-Weiß-Metaphorik und die Infragestellung europäischer Überlegenheit.

Welche Rolle spielt die Figur Toni in der Argumentation?

Toni wird als ambivalente Figur analysiert, die durch ihren „Wechsel“ zwischen den Welten die starren Grenzen zwischen „Schwarz“ und „Weiß“ aufbricht und somit eine einfache rassistische Lesart des Textes infrage stellt.

Wie bewertet die Arbeit die Intention von Heinrich von Kleist?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Kleist zwar koloniale Denkweisen der damaligen Zeit widerspiegelt, man ihm aber nicht direkt eine bewusst rassistische Intention unterstellen kann, da der Text auch Widersprüche und kritische Ansätze enthält.

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Details

Title
Inwiefern ist Kleists Novelle "Die Verlobung in St. Domingo" eine rassistische Erzählung?
College
Free University of Berlin  (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie)
Course
Einführung in die Textanalyse
Grade
1,3
Author
Daniel Voigt (Author)
Publication Year
2008
Pages
16
Catalog Number
V113695
ISBN (eBook)
9783640142675
ISBN (Book)
9783640143238
Language
German
Tags
Inwiefern Kleists Novelle Verlobung Domingo Erzählung Einführung Textanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Voigt (Author), 2008, Inwiefern ist Kleists Novelle "Die Verlobung in St. Domingo" eine rassistische Erzählung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/113695
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