Die Leitfragen der vorliegenden Arbeit lauten wie folgt: Die Bündelhand: ist sie nur eine italienische Geste? Kann Gestikulieren zur Sprache gleichgestellt werden?
Zu Beginn erfolgt eine allgemeine Definition von Kommunikation, darauffolgend widmet sich die Arbeit der nonverbalen Kommunikation und anhand der Bündelhandgeste wird die semantische Autonomie der nonverbalen Zeichen gezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Kommunikation, Gestik und Kultur
2.1 Die Kommunikation
2.2 Merkmale von verbaler und nonverbaler Kommunikation
2.3 Zeichen sind kulturbezogen, jedoch auch universell
2.4 Ist lautlose Kommunikation allein ausreichend?
3 Schlussbetrachtungen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wesen und die Funktion von Gestik in der menschlichen Kommunikation, mit besonderem Fokus auf die italienische Bündelhandgeste. Die zentrale Forschungsfrage widmet sich dabei der semantischen Autonomie nonverbaler Zeichen sowie der Klärung, ob Gestikulieren als gleichwertig zur gesprochenen Sprache betrachtet werden kann.
- Grundlagen der Kommunikation und die Rolle von Zeichensystemen
- Differenzierung zwischen verbaler und nonverbaler Kommunikation
- Der Kulturbezug und die Universalität von Gesten
- Die Funktion von Emblemen als autonome Bedeutungsträger
Auszug aus dem Buch
2.3 Zeichen sind kulturbezogen, jedoch auch universell
Die italienische Bündelhand, die mir oft als Wahrzeichen von Italianität im Ausland präsentiert worden ist, wird zur Kommunikation von folgenden Informationen angewendet: „1. Jmd. signalisieren, dass man ihn nicht verstanden hat. 2. Jmd. darauf hinweisen, dass man sich gestört fühlt. 3. Jmd. zeigen wollen, dass man ihm nicht glaubt.“ (Marcantonio, 2018: 31).
Die semantische Kodierung der Bündelhandgeste hat sich im italienischen Pankollektiv durchgesetzt und wird daher in anderen Kollektiven nicht verwendet oder zumindest nicht mit derselben Kodierung. Allerdings ist diese eine bestimmte ausgewählte Form, um universelle Konzepte auszudrucken, anhand einer visuellen Metapher (Geste).
Jeder Mensch empfindet Emotionen, die ihm die Welt offenbaren und sein Überleben absichern. Diese Empfindungen brauchen nicht vermittelt zu werden, dennoch können die Gefühlskategorisierung und dessen Äußerung nach Klaus E. Grossmann von anderen Menschen dem einen beigebracht werden (vgl. Grossmann zit. in Hansen: 2011, 88).
Daraufhin ist die Bündelhand eine Geste, die einerseits universelle Emotionen im italienischen Pankollektiv ausdruckt und andererseits eine Geste, die in anderen Pankollektiven noch unterschiedlich kodiert sein kann. Marcantonio hervorhebt, dass Gesten kulturbezogen sind, jedoch nicht kulturgebunden (vgl. Marcantonio: 2018, 25).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Autorin, die italienische Bündelhandgeste wissenschaftlich zu analysieren, und definiert die Leitfragen zur semantischen Autonomie von Gesten.
2 Kommunikation, Gestik und Kultur: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen der Kommunikation, unterscheidet zwischen verbalen und nonverbalen Zeichen und analysiert den Zusammenhang zwischen Kultur, Universalität und Gestik.
3 Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst zusammen, dass Gesten als autonomes Zeichensystem genauso wichtig wie Sprache sind und die menschliche Kommunikation maßgeblich unterstützen oder ersetzen können.
Schlüsselwörter
Gestik, Kommunikation, Nonverbale Kommunikation, Bündelhandgeste, Semantik, Kulturbezug, Universalität, Embleme, Zeichensystem, Pankollektiv, Sprachwissenschaft, Ausdrucksform, Interkulturelle Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung der italienischen Bündelhandgeste und deren Rolle sowie Funktion innerhalb des Systems der nonverbalen Kommunikation.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Definition von Kommunikation, die Abgrenzung zwischen verbalen und nonverbalen Zeichen sowie die Konzepte von Kulturbezug und Universalität von Gesten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die semantische Autonomie der Bündelhandgeste aufzuzeigen und zu prüfen, inwieweit Gestikulieren als gleichwertiges Kommunikationsmittel zur Sprache fungieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine wissenschaftliche Recherche und Analyse auf Basis kulturwissenschaftlicher und sprachwissenschaftlicher Theorien, angewandt auf die spezifische Geste der Bündelhand.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden allgemeine Kommunikationstheorien dargelegt, die Merkmale verbaler und nonverbaler Kommunikation verglichen und die Geste als autonomes Zeichensystem analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gestik, Kommunikation, Bündelhandgeste, Kulturbezug, Universalität, Zeichensystem und Embleme.
Was macht die Bündelhandgeste aus kultureller Sicht besonders?
Sie gilt als charakteristisches Merkmal italienischer Identität (Italianität), wobei ihre spezifische semantische Kodierung innerhalb des italienischen Pankollektivs einzigartig ist.
Warum wird die Bündelhand als "Emblem" klassifiziert?
Sie wird als Emblem definiert, da sie lautliche Sprache ersetzen kann und selbstständig, ohne verbale Unterstützung, komplexe Informationen wie Zweifel oder Unverständnis vermittelt.
- Arbeit zitieren
- Vittoria Guarino (Autor:in), 2021, Wesenszüge und Funktion von Gestik, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1135248