Die vorliegende Arbeit thematisiert Aggression und prosoziales Verhalten im Internet. Es wird ein Überblick über die Aggressionsformen im Internet gegeben. Auf zwei Aggressionsformen wird dabei näher eingegangen und in diesem Zusammenhang der aktuelle Forschungsstand sowie mögliche Präventionsmaßnahmen vorgestellt. Anschließend wird die Thematik kritisch diskutiert und dem Phänomen prosozialen Verhaltens im Internet gegenübergestellt. Die Hausarbeit schließt mit einem Fazit.
Es liegt bereits eine Vielzahl von Befunden von aggressionsbegünstigenden Kognitionen, Affekten sowie aggressiver Handlungen im Internet vor. Gemäß des Bundesamtes für Statistik ist die Internetnutzung in den vergangenen 15 Jahren kontinuierlich angestiegen. Dabei ist bei der Beurteilung der regelmäßigen Internetnutzung das Alter ein entscheidendes Unterscheidungskriterium. So sind die regelmäßigen Internetnutzer, d.h. diejenigen, die das Internet mehrmals in der Woche nutzen, in der Gruppe der 14- bis 39-Jährigen übervertreten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Allgemeine themenbasierte Begriffsklärungen
1.1 Begriffsklärung Aggression
1.2 Aggression und die Kommunikation im Internet
2 Formen von Aggression im Internet
2.1 Cybermobbing
2.1.1 Definition
2.1.2 Aktuelle Forschungsergebnisse
2.1.3 Auswirkungen
2.1.4 Prävention von Cybermobbing
2.2 Hate Speech
2.2.1 Definition
2.2.2 Aktuelle Forschungsergebnisse
2.2.3 Auswirkungen
2.2.4 Prävention von Hate Speech
3 Diskussion
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen aggressiven Verhaltens im Internet, insbesondere in den Ausprägungen Cybermobbing und Hate Speech, und stellt diese dem prosozialen Verhalten gegenüber, um Möglichkeiten der Prävention und Intervention kritisch zu beleuchten.
- Begriffsbestimmung von Aggression und Aggressivität im digitalen Raum
- Analyse von Cybermobbing als verbreitete Form der digitalen Aggression
- Untersuchung von Hate Speech als gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
- Diskussion von Präventionsstrategien auf gesellschaftlicher und schulischer Ebene
- Psychologische Betrachtung prosozialen Handelns als Gegenmodell zur Aggression
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Definition
Cybermobbing, auch Cyberbullying2, genannt ist ein noch recht junges Phänomen. Bisher gibt es nur wenige wissenschaftliche Studien, die sich mit diesem Problem beschäftigen. In der angloamerikanischen Forschung wird Cybermobbing seit ungefähr 1999 untersucht, in Deutschland hingegen wird es erst seit 2007 genauer betrachtet (Fawzi, 2009).
Bis heute besteht keine allgemein akzeptierte Definition des Begriffs Cybermobbing. Viele der in der einschlägigen Literatur zu findenden Definitionen basieren auf anerkannten Definitionen des Phänomens des klassischen Mobbings, welche von Olweus (1994) eingeführt wurden und sich bis heute nicht wesentlich verändert haben. Die drei konstituierenden Kriterien des klassischen Mobbings setzen sich gemäß Gasser, Cortesi und Gerlach (2012, S. 6) zusammen aus:
• dem Vorliegen einer bewussten aggressiven Handlung,
• dem anhaltenden wiederholten Vorkommen sowie
• dem physischen oder sozialen Machtungleichgewicht zwischen dem Aggressor und dem Opfer.
Cybermobbing hebt zudem einen besonders negativen Auswuchs der Digitalisierung hervor (Stephan, 2010). So wird in den meisten Definitionen für Cyberbullying die Definition des Mobbings ergänzt durch:
• die Vermittlung der Handlung durch elektronische Kommunikationsmittel wie bspw. Instanst Messanger, E-Mail-Handy oder soziale Netzwerkplattformen (Gradinger, 2010, S. 12).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über Formen der Internet-Aggression und stellt das Ziel auf, aktuelle Forschungsergebnisse sowie Präventionsmaßnahmen zu diskutieren.
1 Allgemeine themenbasierte Begriffsklärungen: Dieses Kapitel definiert die Kernbegriffe Aggression, Aggressivität und Gewalt und beleuchtet die Rolle der computervermittelten Kommunikation.
2 Formen von Aggression im Internet: Es werden die zwei zentralen Aggressionsformen Cybermobbing und Hate Speech hinsichtlich Definition, Forschungsergebnissen, Auswirkungen und Prävention detailliert analysiert.
3 Diskussion: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit der Wirksamkeit von Präventionsprogrammen auseinander und kontrastiert aggressives Handeln mit prosozialem Verhalten.
4 Fazit und Ausblick: Die Arbeit resümiert die Notwendigkeit einer klaren Definition und weiterer Forschung, um Präventionsmaßnahmen in einem stetig wandelnden digitalen Umfeld effektiv zu gestalten.
Schlüsselwörter
Aggression, Cybermobbing, Hate Speech, Internet, Prävention, prosoziales Verhalten, digitale Kommunikation, Psychologie, Viktimisierung, Hassrede, Cyberbullying, Medienkompetenz, soziale Identität, Deindividuation, Online-Interaktion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik von Aggression und prosozialem Verhalten im Internet, wobei sie den Fokus insbesondere auf Cybermobbing und Hate Speech legt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Internet-Aggression, die Analyse aktueller empirischer Forschung zur Verbreitung und den Auswirkungen dieser Phänomene sowie die Diskussion präventiver Strategien.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über die Aggressionsformen im Netz zu geben, den Forschungsstand abzubilden und aufzuzeigen, wie durch prosoziales Verhalten und pädagogische Maßnahmen gegengesteuert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Aufarbeitung bestehender empirischer Studien, wie beispielsweise den JIM-Studien oder Untersuchungen des IDZ.
Welche Inhalte werden schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil stehen die zwei spezifischen Aggressionsformen Cybermobbing und Hate Speech im Zentrum, die jeweils nach Definition, Forschungslage, psychologischen Auswirkungen und Möglichkeiten der Prävention beleuchtet werden.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Cyberaggression, Hass im Netz, Präventionsarbeit, digitale Gewalt und mediale Kommunikation.
Welche Rolle spielt die Anonymität im Internet bei diesem Thema?
Die Arbeit diskutiert die Anonymität als einen Faktor, der das Selbstbewusstsein verringern kann, was zu Deindividuation führt und laut dem SIDE-Modell aggressives Verhalten begünstigen kann.
Warum wird prosoziales Verhalten als Gegensatz zu Cybermobbing diskutiert?
Prosoziales Verhalten wird als wichtiges Gegenmodell definiert, da durch die bewusste Entscheidung zur Hilfeleistung in Notfallsituationen im Internet dem Mobbing wirksam begegnet werden kann.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2020, Aggressives Verhalten im Internet. Auswirkungen und Prävention von Cybermobbing und Hate Speech, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1134655