In dieser Arbeit wird die Frage beantwortet, wie Darstellungsweisen von Musik aussehen können und in welchem Maße sie auch authentisch sind.
Vor allem Musikerbiographien zeigen ein Potential für eine Darstellung von Musik im Comic an, da sie das Thema direkt ansprechen. Reinhardt Kleist hat neben seiner Graphic Novel über Johnny Cash auch eine illustrierte Biographie über Elvis Presley geschrieben, in der er dessen Lebensgeschichte von der Kindheit bis zum Tod erzählt. Durch die Besonderheit, dass insgesamt zehn Künstler an dem Comic beteiligt sind, bietet sich dieser perfekt dafür an, an ihm Darstellungsmöglichkeiten von Musik zu zeigen.
Um diese Frage zu beantworten, wird sich nach einer Vorstellung Presleys und des Comics von Kleist mit dem Begriff der Biographie auseinandergesetzt, um dann Möglichkeiten der Musikdarstellung im Comic aus der Fachliteratur zu sammeln. Dabei werden die Funktion der Musik, mögliche Betrachtungsperspektiven und zusätzlich Onomatopoesie und Panelrhythmus beschrieben. Nach dieser Sammlung sollen die Erkenntnisse am Comic überprüft werden, in dem zuerst auf die Funktion und dann auf die Darstellungsmöglichkeiten eingegangen wird. Die zu beantwortende Forschungsfrage lautet: Inwiefern wird symbolisch und konkret mit Musik in Reinhard Kleists Comic „Elvis. Die illustrierte Biographie“ umgegangen?
Musik ist schon seit jeher ein Ausdrucksmedium welches es schafft, verschiedenste Inhalte zu transportieren: „Sie vermag emotional zu berühren, zugleich ist es je nach Hintergrundwissen der/ des Hörerin/ Hörers möglich, auch bei sehr kurzen Musikbeispielen weitere Informationen, etwas im Hinblick auf eine stilistische/ historische Einordnung … herauszuhören.“
Die Klänge erreichen den Hörer dabei auf einer auditiven, fast schon immateriellen Ebene , was automatisch die Frage aufkommen lässt, ob es auch eine Möglichkeit gibt, Musik auf anderen Ebenen zu verdeutlichen. Die Offensichtlichste ist dabei das Notieren in einer Partitur – diese hat allerdings nur wenig Platz für das Ausleben künstlerischen Ausdrucks.
Neben Darstellungen von Musik auf einzelnen Bildern oder Gemälden, bietet der relativ junge Comic neue Illustrierungsmöglichkeiten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Elvis Presley
3 Der Comic „Elvis. Die illustrierte Biographie“
4 Begriff Biographie
5 Allgemeine Möglichkeiten der Musikdarstellung im Comic
5.1 Panelrhythmus als Musik?
5.2 Elemente der Klangdarstellung
5.3 Onomatopöien
6 Funktion der Musik in der Erzählung
7 Darstellung von Musik im Comic „Elvis“
8 Ausblick: Neue Medien
9 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie das visuelle Medium Comic genutzt wird, um auditive Musik und deren emotionale oder symbolische Funktionen für den Rezipienten darzustellen. Im Zentrum steht die Analyse von Reinhard Kleists „Elvis. Die illustrierte Biographie“ hinsichtlich seiner spezifischen künstlerischen Techniken zur Vermittlung musikalischer Inhalte.
- Untersuchung der Darstellungsmöglichkeiten von Musik im Comic
- Analyse der symbolischen Funktion von Musik innerhalb von Biographien
- Evaluierung gestalterischer Mittel wie Schall-Linien, Notation und Onomatopöien
- Diskussion der Bedeutung von Panelrhythmus als musikalisches Gestaltungselement
Auszug aus dem Buch
5 Allgemeine Möglichkeiten der Musikdarstellung im Comic
Die Musikdarstellung findet in Comics, Bildern oder auch Illustrationen schon früh statt, doch gerade Musikerbiographien lassen Comic und Musik gut in Verbindung treten. Dabei haben sich bestimmte Darstellungsmittel herausentwickelt, die auch in „Elvis“ genutzt werden. Zuallererst sollte aber geklärt werden, welche Ebenen der Darstellung von Musik vorhanden sind, da es um weitaus mehr als die bloße Verbildlichung musikalischer Strukturen geht.
Unter drei Perspektiven kann laut Krämer „Musikmalen“ geschehen: Die erste beschreibe den Bezug auf das Objekt, bei dem es um die Verbildlichung musikalischer Strukturen und Verläufe gehe. Die zweite Perspektive sei subjektorientiert, in der Musik als Mittel der Erlebnisintensivierung genutzt werde. Die dritte Perspektive hat für den Comic „Elvis“ besonderen Stellenwert: Die künstlerische Darstellung von Musik „als Suche nach eigenwertigen Entsprechungen zur Musik.“ Während es in der ersten Perspektive tatsächlich nur um das Objekt geht, wenn also ein Musikstück durch Malen „nachgebildet“ wird, beispielsweise durch die Repräsentation von Crescendi in einer tiefen Lage mittels dunkler Farben und kraftvollen Strichen im Vergleich zu leiser Musik in hoher Lage mittels heller Farbtöne und seichter Striche, geht es in der dritten Perspektive um die persönliche Interpretation von Musik der Künstler. Durch die Vielzahl an Mitwirkenden im Comic „Elvis“, bekommt man so unterschiedliche Versionen zu sehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Interesse an der Verbindung von auditiver Musik und visueller Comic-Erzählung und skizziert die Forschungsfrage anhand der Elvis-Biographie.
2 Elvis Presley: Dieses Kapitel gibt einen biographischen Abriss über das Leben und die Bedeutung von Elvis Presley als kulturelle Identifikationsfigur.
3 Der Comic „Elvis. Die illustrierte Biographie“: Es wird die Entstehung und die besondere künstlerische Struktur der Comic-Biographie mit ihren zehn verschiedenen Zeichnern vorgestellt.
4 Begriff Biographie: Dieser Abschnitt beleuchtet den theoretischen Begriff der Biographie im Kontext von Faktizität und Fiktionalität sowie den dramatischen Modus von Comic-Biographien.
5 Allgemeine Möglichkeiten der Musikdarstellung im Comic: Das Kapitel systematisierte theoretische Ansätze zur Verbildlichung von Klang, inklusive Panelrhythmus und Onomatopöien.
5.1 Panelrhythmus als Musik?: Untersuchung, ob die formale Anordnung und Sequenzierung von Panels eine rhythmische oder musikalische Qualität entfalten kann.
5.2 Elemente der Klangdarstellung: Darstellung der konkreten Mittel wie Schall-Linien, Notationen und Liedtextzitate zur musikalischen Illustration.
5.3 Onomatopöien: Erläuterung der Funktion von Lautmalerei als optisches Mittel zur Darstellung von Tönen und Geräuschen im Comic.
6 Funktion der Musik in der Erzählung: Analyse der narrativen Wirkung von Musik, insbesondere zur Charakterisierung von Emotionen oder Stimmungen im Comic „Elvis“.
7 Darstellung von Musik im Comic „Elvis“: Detaillierte Anwendung der zuvor erarbeiteten theoretischen Mittel am konkreten Bildmaterial der Elvis-Biographie.
8 Ausblick: Neue Medien: Reflexion über das Potenzial multimedialer Technologien und Apps für eine dynamischere Verbindung von Bild und Musik.
9 Fazit: Zusammenfassende Erkenntnis, dass Musik im Comic vielfältig als Symbol und Stimmungsträger genutzt wird, wobei die künstlerische Subjektivität im Vordergrund steht.
Schlüsselwörter
Musikdarstellung, Comic-Biographie, Elvis Presley, Reinhard Kleist, Klangdarstellung, Onomatopöie, Schall-Linien, Panelrhythmus, visuelle Narrativik, Musikästhetik, Intermedialität, Musik-Symbolik, Bildsprache, Comic-Forschung, Musikbiographie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie das visuelle Medium Comic genutzt wird, um Musik darzustellen, welche eigentlich eine auditive Erfahrung ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die Theorie der Musikdarstellung in visuellen Medien, die Anwendung dieser Theorie in Comics sowie die spezifische Fallstudie der Comic-Biographie von Elvis Presley.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet: Inwiefern wird in Reinhard Kleists Comic „Elvis. Die illustrierte Biographie“ symbolisch und konkret mit Musik umgegangen?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung der Musikdarstellung, gefolgt von einer detaillierten Analyse der bildnerischen Gestaltungsmittel in der Elvis-Comic-Biographie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil erarbeitet zunächst allgemeine Darstellungsmöglichkeiten für Musik (Notationen, Schall-Linien, Onomatopöien) und überträgt diese anschließend auf die Szenen des Comics, um deren Funktion und Wirkung zu evaluieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Comic-Biographie, Musikdarstellung, Intermedialität, Klangvisualisierung und die spezifischen gestalterischen Mittel wie Schall-Linien und Notation.
Warum wird die Arbeit von zehn verschiedenen Künstlern als Fallbeispiel gewählt?
Die Vielzahl der beteiligten Zeichner bietet eine besondere künstlerische Vielfalt, die unterschiedliche Interpretationsansätze und Darstellungsmethoden für Musik auf engem Raum vergleichbar macht.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Rolle der Musik im Comic?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Musik im Comic weniger als perfekte Wiedergabe eines Klangereignisses, sondern primär als subjektives Gestaltungsmittel zur Symbolisierung und Stimmungsverstärkung dient.
- Quote paper
- Leon Raschen (Author), 2016, Die Musik im Comic bei Kleist/Ackermann: „Elvis. Die illustrierte Biographie“. Darstellungsmöglichkeiten und Funktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1133147