Wie kann der Hort den Grundschulkindern Werte vermitteln bzw. erziehen und dabei die Individualität und den eigenen Willen der Kinder erhalten?
Hierzu wird im ersten Kapitel die Definition des Begriffs Werts und dem Hort erläutert, womit ein einheitliches Sprachverständnis dieser Wörter geschaffen werden soll. Danach erfolgt eine Auseinandersetzung mit den Begriffen Werte und Normen. Das zweite Kapitel dagegen offenbart den Ablauf, wie Werte sich bei einem Menschen entwickeln und welche Faktoren Einfluss auf die Ausübung der Werte nehmen. Im dritten Kapitel erfolgt die Werteerziehung im Hort. Dabei werden die Voraussetzungen für die Vermittlung von Werten angesprochen, wie auch die praktischen Umsetzungsmöglichkeiten dieser in der Bildungseinrichtung Hort. Als Letztes wird im Fazit eine kurze Zusammenfassung über die Kapitel abgegeben und versucht die Frage bezüglich der Wertevermittlung und Erhaltung des eigenen Willens zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
1 Werte – werden sie den Kindern aufgedrängt?
2 Begriffsdefinition
2.1 Begriffsdefinition Werte
2.2 Begriffsdefinition Hort
2.3 Unterscheidung von Werten und Normen
3 Grundvoraussetzungen zur Erreichung der Werte
3.1 Allgemeine Entwicklung der Werte
3.2 Einflüsse auf die Ausübung der Werte
4 Werteerziehung im Hort
4.1 Voraussetzungen der Werteerziehung im Hort
4.2 Vermittelte Grundwerte im Hort
4.3 Praktische Umsetzungsmöglichkeiten im Hort
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie im Kontext der Horterziehung eine werteorientierte Erziehung stattfinden kann, ohne dabei die Individualität und den persönlichen Willen des Kindes zu beeinträchtigen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie pädagogische Fachkräfte durch gezielte Methoden und eine reflektierte Haltung als Vermittler von Werten agieren können, während sie gleichzeitig dem Kind den nötigen Freiraum zur Identitätsbildung lassen.
- Grundlagen der Wertebildung und Definition wichtiger Begrifflichkeiten.
- Wechselwirkung zwischen individuellen Werten und gesellschaftlichen Normen.
- Rolle des Hortes als ergänzende Institution zum Elternhaus bei der Wertevermittlung.
- Bedeutung der pädagogischen Vorbildfunktion und Selbstreflexion.
- Methodische Ansätze zur praktischen Umsetzung von Werten im Hortalltag.
Auszug aus dem Buch
2.3 Unterscheidung von Werten und Normen
Im alltäglichen Sprachgebrauch finden die Begrifflichkeiten Werte und Normen oft eine identische Verwendung. Allerdings besitzen beide Wörter unterschiedliche Definitionen, wogegen ihr Ziel als gleich angesehen werden kann. Während Werte „kognitiv repräsentiert, oftmals abstrakt“ sind, sind „Normen / Präferenzen […] konkrete Verhaltensmaßregeln, die sich aus Werten ableiten“.
Die Normen werden zur Ausführung der Werte benötigt, die die Verhaltensführung übernehmen und in einer Gruppe angewandt werden. Jede Norm wird abgeleitet von einem Wert und erzielt daraus ihr Tun und Ziel. Genauso wie jede Handlung eine Begründung in einer Norm sieht.
Grob überblickend scheinen beide Begrifflichkeiten viele Gemeinsamkeiten zu haben, die durch ihre Zielführung noch mehr angeglichen werden. Erst bei einer näheren Betrachtung der Wörter, dessen Definition und intensiveren Auseinandersetzung wird deutlich, dass Normen und Werte nur bedingt das gleiche Ausgangsziel zur Folge haben. Beide werden voneinander beeinflusst und können ohneeinander nicht überleben. Immerhin geben die persönlichen Werte die Handlungsweisen in den Situationen vor, während die Normen diese ergänzen und durch die Werte leben können.
Also ist die Unterscheidung, wie Frey auszudrücken versucht, dass Werte als abstraktes Gebilde in einem selbst verankert sind. Dagegen werden die Normen als visuelles Handeln betrachtet, welches durch die eigenen Werte beeinflusst und ausgelebt werden.
Ein Beispiel hierzu wäre: Der Wert Akzeptanz wird im Hort gelebt. Dies wird durch die Norm als Methode ausgeführt, dass jedes Kind und jeder Erwachsener seine Ansichtsweisen mitteilen soll und diese angenommen werden vom Gegenüber. Bei Abstimmungen, z.B. werden die Kinder nach ihrer Zustimmung gefragt. Ein Kind verweigert seine Zustimmung, weil es eine andere Meinung hat. In diesem Fall wird diese Aussage angenommen und akzeptiert. Das Kind muss bei dem Projekt nicht teilnehmen, sondern kann sich selbst etwas überlegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Werte – werden sie den Kindern aufgedrängt?: Das Kapitel führt in die Thematik ein und beleuchtet die Notwendigkeit von Werten als Rahmen für Struktur sowie die Herausforderung, diese im Hort ohne Zwang zu vermitteln.
2 Begriffsdefinition: Hier werden die zentralen Begriffe „Werte“, „Hort“ sowie die Unterscheidung zwischen Werten und Normen präzisiert, um eine einheitliche Grundlage für die Arbeit zu schaffen.
3 Grundvoraussetzungen zur Erreichung der Werte: Dieses Kapitel erläutert die Lerntheorien und die verschiedenen Ebenen (Lebenswelten), die Einfluss auf die Entwicklung eines individuellen Wertegerüsts beim Kind nehmen.
4 Werteerziehung im Hort: Es werden die Voraussetzungen für Pädagogen, wie Authentizität und Bindung, sowie konkrete praktische Methoden zur Umsetzung einer gelebten Werteerziehung im Hortalltag diskutiert.
5 Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass durch ein Zusammenspiel von pädagogischer Haltung und reflektiertem Handeln ein Rahmen geschaffen werden kann, der Wertevermittlung und individuelle Freiheit vereint.
Schlüsselwörter
Werteerziehung, Horterziehung, Grundschulkind, Werte, Normen, pädagogische Fachkraft, Vorbildfunktion, Selbstreflexion, Identitätsbildung, Wertegerüst, Erziehungspartnerschaft, Lerntheorien, Wertekonflikte, Lebenswelt, werteorientierte Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die komplexe Thematik der Werteerziehung innerhalb der Institution Hort und analysiert, wie diese erfolgreich durchgeführt werden kann, ohne die individuelle Entfaltung des Kindes zu einschränken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Begriffsklärung von Werten und Normen, Lerntheorien zur Werteaneignung, die Rolle des Erziehers als Vorbild sowie die praktischen Umsetzungsmöglichkeiten im Hortalltag.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Balanceakt zwischen einer notwendigen Wertevermittlung für das gesellschaftliche Zusammenleben und dem Erhalt des individuellen Willens sowie der Persönlichkeit des Grundschulkindes aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit fachwissenschaftlicher Literatur zu Pädagogik, Ethik und Psychologie, um ein strukturiertes Modell der Werteerziehung herzuleiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Begriffsdefinitionen, Lerntheorien) und die praktische Anwendung (Voraussetzungen für Fachkräfte, Umsetzung im Hort, Einbezug von Eltern).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Werteerziehung, Horterziehung, Vorbildfunktion, Selbstreflexion, pädagogische Haltung und die Förderung der kindlichen Individualität.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Werten und Normen im Hort wichtig?
Die Unterscheidung ist entscheidend, da Werte als abstrakte innere Haltungen dienen, während Normen konkrete Verhaltensregeln darstellen, die der Gruppe Orientierung geben, aber nicht die innere Identität des Kindes dominieren sollten.
Wie kann eine pädagogische Fachkraft authentisch Werte vorleben?
Dies gelingt durch eine wertschätzende und ehrliche Haltung, bei der die Fachkraft Fehler offen zugibt, empathisch agiert und eigene Handlungen sowie Wertkonflikte regelmäßig selbst reflektiert.
- Quote paper
- Jasmin Hirschmann (Author), 2021, Wertevermittlung in der Horterziehung. Wie können die Individualität und der eigene Willen der Kinder erhalten bleiben?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1130585