Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem gesellschaftlichen Phänomen der Ausländerfeindlichkeit.
Nach einem kurzen Abriss über den Erwerb sozialer Vorurteile wird zunächst nach den möglichen Ursachen für die ablehnende Einstellung gefragt, wobei vor allem Schlagworte wie Arbeitslosigkeit,
Konkurrenzdenken und Fremdheit aufgegriffen und in den entsprechenden Kontext gesetzt werden. Im Folgenden werden dann „wissenschaftliche“ Erklärungs- und Rechtfertigungsversuche von Ausländerfeindlichkeit aufgeführt und anhand von vier vorherrschenden Theorien wiedergegeben. Die Hypothese, dass Ausländer als personifizierte Sündenböcke genutzt werden, wird ebenfalls erörtert,
ehe die Arbeit sich intensiv mit den Täterprofilen und den Tathergängen auseinander setzt. Es stellt sich hier die Frage nach der Person und den Lebensumständen der Täter wie auch nach den typischen
Tatverläufen. Die vorliegende Ausarbeitung schließt - ausgehend von den Täterprofilen - mit der Frage, ob ausländerfeindliches Gedankengut und daraus resultierende Gewalttaten wirklich als ein alleiniges Problem der Jugend zu betrachten sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen relevanter Schlagwörter
3. Erwerb sozialer Vorurteile
4. Ursachen für Ausländerfeindlichkeit
5. Ausländerfeindlichkeit – „wissenschaftliche“ Erklärungs- und Rechtfertigungsversuche
6. Die Sündenbock-Hypothese
7. Diskriminierung von Ausländern
8. Die Täter
9. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Phänomen der Ausländerfeindlichkeit mit einem Fokus auf Ursachen, wissenschaftliche Erklärungsmodelle und die Profile der Täter, um zu klären, inwiefern gewalttätige Übergriffe tatsächlich als ein spezifisches Jugendproblem einzustufen sind.
- Sozialisationsprozesse und der Erwerb von Vorurteilen
- Wissenschaftliche Theorien zur Erklärung ausländerfeindlicher Einstellungen
- Die Rolle der Sündenbock-Hypothese bei der Aggressionsentladung
- Strukturen und Merkmale fremdenfeindlicher Gewalt und Täterprofile
Auszug aus dem Buch
8. Die Täter
Statistisch gesehen sind die meisten fremdenfeindlichen Gewalttäter Jugendliche. Untersuchungen zeigen jedoch ebenso, dass der Unterschied der rechten und fremdenfeindlichen Potenziale zwischen der Jugend und den Erwachsenen nicht so beträchtlich ist. Jugendliche äußern lediglich ihre Gefühle drastischer und emotionaler als Erwachsene (oft auch bedingt durch die Cliquensituation oder übermäßigen Alkoholkonsum).14
Häufig (in 9 von 10 Fällen) handelt es sich bei fremdenfeindlichen Gewalttaten um spontane Gruppentaten. Jugendliche finden in Gruppen Solidarität, Identität und Schutz – die Gruppe macht mutiger, selbstbewusster, stärker und unverantwortlicher. Besonders gefährlich ist diese Gruppendynamik in Verbindung mit übermäßigem Alkoholkonsum, der dann meist den absoluten Kontrollverlust zur Folge hat.
So lesen sich auch viele Fallberichte: Man trifft sich mit Freunden, trinkt Alkohol und fährt/geht ziellos umher, bis zufällig (oder auch geplant) ein potenzielles Opfer in den Wirkungskreis der Gruppe gerät. Dabei ist das Opfer der Gruppe in den seltensten Fällen persönlich bekannt – die Taten erfolgen vielmehr meist ungeplant, spontan, wahllos und zufällig.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das gesellschaftliche Phänomen der Ausländerfeindlichkeit ein und umreißt die methodische Herangehensweise sowie die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2. Definitionen relevanter Schlagwörter: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus, um ein einheitliches Verständnis der Thematik zu gewährleisten.
3. Erwerb sozialer Vorurteile: Hier wird analysiert, wie soziale Vorurteile im Sozialisationsprozess von Kindern und Jugendlichen durch familiäre, soziale und mediale Einflüsse entstehen.
4. Ursachen für Ausländerfeindlichkeit: Das Kapitel beleuchtet Faktoren wie Konkurrenzängste um Ressourcen sowie das psychologische Konzept der Fremdheit als Auslöser für Ablehnung.
5. Ausländerfeindlichkeit – „wissenschaftliche“ Erklärungs- und Rechtfertigungsversuche: Es werden vier zentrale Theorien vorgestellt, die versuchen, Ausländerfeindlichkeit zu erklären oder zu legitimieren, darunter anthropologische und ideologische Ansätze.
6. Die Sündenbock-Hypothese: Dieses Kapitel erläutert, wie aufgestaute Frustrationen in der Bevölkerung auf Sündenböcke abgelenkt werden, um die Frustrations-Aggressions-Hypothese zu veranschaulichen.
7. Diskriminierung von Ausländern: Hier wird die organisierte Ausländerfeindlichkeit durch politische Gruppierungen sowie pseudowissenschaftliche Argumentationsmuster thematisiert.
8. Die Täter: Diese Sektion analysiert die Profile und Verhaltensmuster fremdenfeindlicher Gewalttäter sowie die Gruppendynamiken, die zu Gewalttaten führen.
9. Bibliographie: Das Verzeichnis listet die verwendete Literatur zur wissenschaftlichen Fundierung der Arbeit auf.
Schlüsselwörter
Ausländerfeindlichkeit, Jugend, Gewalt, Vorurteile, Rechtsextremismus, Sündenbock-Hypothese, Gruppendynamik, Täterprofile, Sozialisation, Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit, Konkurrenzdenken, Aggression, Ideologie, Migration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das gesellschaftliche Problem der Ausländerfeindlichkeit, insbesondere mit Blick auf die Ursachen und die Ausführung von Gewalt durch Jugendliche.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen zählen die Entstehung von Vorurteilen bei Jugendlichen, wissenschaftliche Erklärungsmodelle für Fremdenhass sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Täterbiografien und Tatverläufen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es zu klären, ob ausländerfeindliches Gedankengut und daraus resultierende Gewalttaten primär als ein Problem der Jugend betrachtet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene soziologische, psychologische und politikwissenschaftliche Studien sowie Interviews und Fallberichte integriert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Begriffen, der Entwicklung von Vorurteilen in Kindheit und Jugend, verschiedenen Theorien (wie der Sündenbock-Hypothese) und der Analyse von Tätertypen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Ausländerfeindlichkeit, Rechtsextremismus, soziale Vorurteile, Gruppendynamik, Frustrations-Aggressions-Hypothese und Tätertypen.
Welche vier Tätertypen unterscheidet Helmut Willems?
Helmut Willems unterteilt die Täter in den Mitläufer, den kriminellen Schlägertyp, den Ausländerfeind und den politisch rechtsextremistischen Täter.
Inwiefern unterscheiden sich Jugendliche und Erwachsene bei ausländerfeindlicher Gewalt?
Während bei Erwachsenen fremdenfeindliche Ansichten oft verbreiteter sind, zeigt sich bei Jugendlichen eine drastischere und physisch aggressivere Auslebung dieser Einstellungen, häufig begünstigt durch Gruppendruck und Alkoholkonsum.
- Arbeit zitieren
- Nina Kolmorgen (Autor:in), 2006, Ausländerfeindlichkeit - Ein Problem der Jugend?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/113056