In dieser Hausarbeit werden zunächst Definitionen, welche zum Verständnis des Themas beitragen, erläutert. Daraufhin wird auf die bereits angesprochenen neuen Arbeitsbeziehungen eingegangen und Konfliktpotentiale werden dargelegt. Dafür mögliche Lösungsvorschläge und Handlungspotentiale werden im Anschluss daran erläutert. Nachdem wird sich die Hausarbeit mit den Geschäftsmodellen der Plattformen auseinandersetzen, woran eine wirtschaftsgeographische Analyse der Plattformunternehmen anschließen wird.
Plattformen sind bereits seit einigen Jahren bekannt. Diese dienen als Vermittler mehrerer Akteursgruppen. Zu diesen zählen unter anderem Reisebüros, Supermärkte oder Messen. Im Zuge der Digitalisierung sind in den letzten Jahren digitale Plattformen entstanden. Digitale Plattformen dienen als Vermittler zwischen zwei Nutzergruppen, welche aus den Anbieter- und den Nachfragergruppen bestehen. Ein Beispiel dafür ist das Unternehmen ,,Airbnb‘‘. Dieses vermittelt Personen, welche ungenutzten Wohnraum vermieten wollen (Anbieter), mit Nachfragern, welche Wohnstätten für eine bestimmte Zeit nutzen möchten. Ein weiteres Unter-nehmen in der Plattformwirtschaft ist ,,Uber‘‘. Mithilfe von diesem können Anbieter der Plattform teilweise ihr eigenes Fahrzeug für den Personentransport der Nachfrager des Modells nutzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Plattformwirtschaft
2.2 Cloudworker
2.2.1 Freiberufler-Marktplätze
2.2.2 Microtasking
2.2.3 Kreativwettbewerbe
2.3 Gigworker
2.3.1 Gastgewerbe
2.3.2 Personenbeförderung und Lieferdienste
2.3.3 Haushalts- und persönliche Dienste
3. Neue Arbeitsbeziehungen durch die Plattformwirtschaft
3.1 Neue Arbeitsstrukturen
3.2 Verdrängung bisheriger Arbeitsstrukturen
3.3 Statistiken zu Plattformbeschäftigten
4. Konflikte auf Arbeitsmärkten der Plattformwirtschaft
5. Lösungsansätze und Handlungspotentiale
6. Geschäftsmodelle der Plattformen
7. Plattformunternehmen
7.1 Geographische Verteilung
7.2 Wirtschaftliche Analyse
8. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der digitalen Plattformwirtschaft auf die internationale Arbeitsverteilung, analysiert die sich wandelnden Arbeitsbeziehungen sowie die damit verbundenen Konfliktfelder und identifiziert wirtschaftsgeographische Muster bei der Verteilung der Plattformunternehmen.
- Strukturelle Analyse der Plattformökonomie und ihrer Akteure.
- Unterscheidung zwischen Cloudworkern und Gigworkern sowie deren Arbeitsbedingungen.
- Kritische Beleuchtung von Arbeitskonflikten, Entlohnung und mangelnder sozialer Absicherung.
- Untersuchung von Geschäftsmodellen und Monetarisierungsstrategien von Plattformbetreibern.
- Wirtschaftsgeographische Untersuchung der globalen Hauptsitzverteilung und Marktwertkonzentration.
Auszug aus dem Buch
3.1 Neue Arbeitsstrukturen
In dem klassischen Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Modell arbeitet der Arbeitnehmer für den Arbeitgeber meistens an oder innerhalb eines bestimmten Ortes, erledigt eine zuvor vertraglich geregelte Leistung für den Arbeitgeber, durch welche dieser Erlöse generiert, von welchen er ein Gehalt an den Arbeitnehmer auszahlt. Dabei hat der Arbeitnehmer im Regelfall nur einen Arbeitgeber für welchen dieser arbeitet (Lenz 2020:40).
Plattformbeschäftigte hingegen, egal ob im Cloudworking- oder im Gigworkingbereich, arbeiten teilweise unter einer oder mehreren Plattformen und für einen oder mehrere Auftraggeber, welche weit entfernt von diesen, teils in anderen Ländern, lokalisiert sein können (Schmidt 2016:14-17, 19-22). Somit können besonders im Cloudworking weltweite Verbindungen zwischen Auftraggeber, Plattform und Auftragnehmer entstehen (Maier et al. 2017:40).
Beispielsweise ermöglicht das Cloudworking, genauer Freiberufler-Marktplätze, Plattformarbeitern, welche sich auf den IT-Bereich spezialisiert haben, Aufträge aus Industrienationen anzunehmen, gleichzeitig in ihrem Heimatland zu bleiben und somit die lokale Wirtschaft durch Steuerabgaben vor Ort zu unterstützen. Folglich wird dem ,,brain drain‘‘ Problem entgegengewirkt, bei welchem hochqualifizierte Arbeitskräfte in das Ausland ziehen, um dort bei besseren Bedingungen zu arbeiten (Maier et al. 2017:40, Sauerborn 2019:246).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema Plattformökonomie und deren wachsende Bedeutung durch die Digitalisierung und aktuelle Ereignisse.
2. Definitionen: Erläuterung der zentralen Begriffe, einschließlich der Unterteilung in Cloudworker und Gigworker.
3. Neue Arbeitsbeziehungen durch die Plattformwirtschaft: Analyse des Wandels von klassischen Arbeitsstrukturen hin zu flexiblen, ortsunabhängigen Arbeitsmodellen.
4. Konflikte auf Arbeitsmärkten der Plattformwirtschaft: Darstellung der Probleme bezüglich Entlohnung, sozialer Absicherung und fehlender Arbeitnehmerrechte.
5. Lösungsansätze und Handlungspotentiale: Diskussion von Initiativen zur Verbesserung der Rechte von Plattformarbeitern und der Rolle von Gewerkschaften.
6. Geschäftsmodelle der Plattformen: Untersuchung der ökonomischen Funktionsweise und der Wertschöpfung durch Umsatzbeteiligung und Datenmonetarisierung.
7. Plattformunternehmen: Analyse der geographischen Verteilung der Firmensitze und des globalen Marktwerts von Plattformunternehmen.
8. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der revolutionären Veränderungen des Arbeitsmarktes durch die Plattformökonomie.
Schlüsselwörter
Plattformökonomie, Cloudworking, Gigworking, Arbeitsteilung, Digitalisierung, Plattformunternehmen, Arbeitskonflikte, soziale Absicherung, Marktstruktur, Netzwerkeffekte, Umsatzbeteiligung, Wirtschaftsgeographie, Arbeitsmodelle, Brain Drain, Internet der Dinge.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation des Arbeitsmarktes durch die digitale Plattformwirtschaft, den damit verbundenen neuen Arbeitsstrukturen und den globalen wirtschaftsgeographischen Verteilungen von Plattformunternehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit thematisiert Definitionen der Plattformökonomie, die Abgrenzung von Arbeitsformen, die Konfliktanalyse sowie die Geschäftsmodelle und die geographische Standortverteilung der Plattformbetreiber.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Auswirkungen der Plattformwirtschaft auf die internationale Arbeitsverteilung aufzuzeigen und die Herausforderungen für Arbeitnehmer sowie die unternehmerischen Strategien transparent zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung aktueller Studien und Fachliteratur zur Plattformökonomie, ergänzt durch die Analyse von statistischen Daten zu Plattformunternehmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Definition, die Darstellung neuer Arbeitsbeziehungen, eine Konfliktanalyse, Ansätze zur Regulierung sowie eine detaillierte Untersuchung der Geschäftsmodelle und Unternehmensstandorte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Plattformökonomie, Cloudworking, Gigworking, Arbeitsbedingungen, internationale Arbeitsteilung und Marktwertkonzentration.
Was unterscheidet Cloudworker von Gigworkern laut der Arbeit?
Der Hauptunterschied liegt im Arbeitsort: Cloudworker erledigen ihre Aufgaben ortsunabhängig über das Internet, während Gigworker für ihre Arbeitsaufträge physisch vor Ort präsent sein müssen.
Welche Rolle spielen Netzwerkeffekte für den Erfolg von Plattformen?
Netzwerkeffekte sorgen dafür, dass der Nutzen für alle Akteursgruppen mit der Anzahl der Nutzer steigt, was zu einem beschleunigten Wachstum der Plattformen führt, sobald eine kritische Masse erreicht ist.
- Arbeit zitieren
- Dominik Ginal (Autor:in), 2020, Plattformwirtschaft - neue internationale Verteilung von Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1130367