Ziel dieser Hausarbeit ist es, ein typisches Klischee im Bezug zur Mobilität bei Jugendlichen näher zu untersuchen und damit auch diese nach dem Wahrheitswert zu prüfen. Dabei handelt es sich um die These, dass Jugendliche das Autofahren (ob als Begleitperson oder selbst am Steuer spielt dabei keine Rolle) positiver betrachten als die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln (ö. V., d.h. Bus und Bahn).
Zunächst stützt sich die Arbeit auf Aussagen von Texten. So erhält man erste Ergebnisse davon, wie junge Menschen auf bestimmte Verkehrsmittel (Auto, Bus, Bahn) eingestellt sind und diese bewerten. Des Weiteren wird eine Studie, in der eine Umfrage durchgeführt wurde, herangezogen, um konkretere Ergebnisse darüber zu erhalten, wie mobilitätsbezogene Gedanken und Vorstellungen von Jugendlichen aus dem Jahre 2016 in Deutschland waren. Im weiteren Verlauf bezieht sich die Arbeit auf zwei eigenständig durchgeführte Interviews mit Jugendlichen. Zum Schluss wird geprüft, ob Gemeinsamkeiten oder Unterschiede zwischen den Aussagen aus der Studie und den Aussagen aus den Interviews vorliegen. Abschließend wird die Hausarbeit mit einem Fazit abgerundet.
Global betrachtet spielt die Mobilität heutzutage eine wesentliche Rolle in unserer Gesellschaft. Doch nicht für jeden einzelnen von uns ist sie so bedeutsam, wie für manch anderen. Dieser Umstand resultiert daraus, dass jeder etwas Anderes und Individuelles mit der Mobilität verbindet. Sie sind alle unterschiedlich darauf eingestellt und bewerten diese, aber auch alles andere aus dem Bereich der Mobilität, ganz spezifisch.
Häufig kann davon ausgegangen werden, dass bestimmte Altersgruppen ähnliche Gedanken über die Mobilität aufweisen, da sie oftmals grob betrachtet auch die gleichen Interessen haben. So handelt die folgende Hausarbeit davon, wie Jugendliche auf Verkehrsmittel eingestellt sind und wie sie diese bewerten. Da die Anzahl an unterschiedlichen Verkehrsmitteln zu groß ist beschränkt sich diese Arbeit auf Personenkraftwagen, Busse und Züge bzw. die Bahn, da diese die Hauptverkehrsmittel für junge Menschen darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Mobilität, Einstellung und Bewertung
2.1 Mobilität
2.2 Entwicklung der Einstellungen und Bewertungen
2.3 Einstellungen und Bewertungen der Jugendlichen
3. Interview
3.1 Vorgehen
3.2 Befragungsgegenstand
3.3 Ergebnisse
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht das Klischee, dass Jugendliche das Autofahren gegenüber der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel (ö. V.) grundsätzlich bevorzugen. Dabei soll analysiert werden, wie Jugendliche auf verschiedene Verkehrsmittel eingestellt sind und wie sie diese bewerten, wobei ein besonderer Fokus auf dem Einfluss des Wohnortes (Stadt vs. Land) liegt.
- Mobilitätsbedürfnisse und -einstellungen bei Jugendlichen
- Vergleich der Bedeutung von eigenem Pkw und öffentlichen Verkehrsmitteln
- Einflussfaktoren wie Wohnort, Alter und Sozialisation auf das Mobilitätsverhalten
- Analyse und Vergleich bestehender Studien mit selbst durchgeführten Interviews
Auszug aus dem Buch
2.2 Entwicklung der Einstellungen und Bewertungen
Wie Erwachsene auf die Mobilität und dem damit zusammenhängenden Verkehr sowie auch die Verkehrsmittel eingestellt sind und wie ihre Verhaltensweisen auf der Straße erscheinen, hängt davon ab, wie es in der Vergangenheit, das heißt (d.h.) im Kindes- und Jugendalter geformt und geprägt wurde (vgl. Limbourg, Flade, Schönharting 2000, S. 3). Dadurch, dass junge Menschen mehr als Kleinkinder unterwegs sind und diese nicht so häufig von mobilitätsbezogenen Problemen und Schwierigkeiten ferngehalten werden, sammeln sie besonders viele Erfahrungen. Bei diesen handelt es sich nicht zwingend um positive Erfahrungen im Bereich der Mobilität, sondern viel mehr um negative. (vgl. Flade 1994, zit. nach Limbourg, Flade, Schönharting 2000, S. 3). Spätestens beim Radfahren oder Nutzen von ö. V. beispielsweise wird ihnen bewusst, dass man sich vor Autofahrern in Acht nehmen sollte, da sie nicht besonders viel Rücksicht auf Radfahrer nehmen und das beim Nutzen der ö. V. auch sie diejenigen sind, die benachteiligt werden, weil sie oftmals mit Verspätungen oder auch überfüllten Bussen oder Bahnen konfrontiert werden (vgl. ebd.). Auch Verkehrsunfälle sind keine Seltenheit. Somit sterben die meisten Kinder und Jugendlichen in Folge von Verkehrsunfällen (vgl. Statistisches Bundesamt 1997, zit. nach Limbourg, Flade, Schönharting 2000, S. 4). Damit liegt eine große Bedrohung, die die jungen Menschen auch gelegentlich zu spüren bekommen, im Straßenverkehr vor. Autofahrer werden also häufig als „mächtig“ angesehen (Limbourg, Flade, Schönharting 2000, S. 3). Dies könnte ein Grund dafür sein, dass der Wunsch als nicht Volljähriger nach eigenem Autofahren im Erwachsenenalter stetig wächst. Jugendliche erfahren auch früh, dass man im gesellschaftlichen Leben teilhaben kann, wenn man mobil genug ist und dass man auch von der Gesellschaft ausgeschlossen werden kann, falls man nicht mobil ist (vgl. Bastian 2010, S. 22).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Mobilität ein, definiert die Forschungsfrage bezüglich der Einstellung von Jugendlichen gegenüber dem Autofahren im Vergleich zu öffentlichen Verkehrsmitteln und erläutert das methodische Vorgehen.
2. Mobilität, Einstellung und Bewertung: Das Kapitel beleuchtet theoretische Aspekte von Mobilität, die Prägung von Mobilitätseinstellungen im Kindes- und Jugendalter sowie die Ergebnisse der SINUS-Studie 2016 zur Lebenswelt von Jugendlichen.
3. Interview: Hier wird das Vorgehen der eigenständig durchgeführten Interviews erläutert, der Befragungsgegenstand definiert und die Ergebnisse den Erkenntnissen der Fachliteratur gegenübergestellt.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass das untersuchte Klischee nur teilweise zutrifft, da Jugendliche zwar das Autofahren bevorzugen, den öffentlichen Personenverkehr jedoch als notwendige und akzeptierte Alternative nutzen.
Schlüsselwörter
Jugendliche, Mobilität, Öffentliche Verkehrsmittel, ö. V., Autofahren, Führerschein, Einstellungen, Bewertung, SINUS-Studie, Lebensqualität, Unabhängigkeit, Flexibilität, Sozialisation, städtische Mobilität, ländliche Mobilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Einstellungen und Bewertungen von Jugendlichen gegenüber verschiedenen Verkehrsmitteln, insbesondere dem privaten Pkw und dem öffentlichen Personenverkehr.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Einfluss von Alter und Wohnort auf die Mobilität, die Bedeutung des Autofahrens als Statussymbol und Freiheit, sowie die Bewertung der öffentlichen Verkehrsmittel hinsichtlich Zuverlässigkeit und Komfort.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die These zu prüfen, dass Jugendliche das Autofahren deutlich positiver bewerten als die Nutzung von Bus und Bahn.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer empirischen Untersuchung durch zwei leitfadengestützte Interviews mit Jugendlichen unterschiedlicher Wohnorte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Mobilitätsentwicklung, eine Analyse der SINUS-Studie 2016 und die Auswertung der selbst durchgeführten Experteninterviews.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Jugend, Mobilität, ö. V., Auto, Unabhängigkeit, Flexibilität und Verkehrsverhalten.
Welchen Einfluss hat der Wohnort auf die Mobilität der Jugendlichen?
Jugendliche in ländlichen Räumen sind stärker auf ein Auto angewiesen, da sie mit dem öffentlichen Verkehrsangebot unzufriedener sind, während städtische Jugendliche den ö. V. eher als praktische Alternative nutzen.
Betrachten Jugendliche das Auto heute noch als Statussymbol?
Nein, die Untersuchung zeigt, dass das Auto zwar als Mittel zur Flexibilität und Unabhängigkeit geschätzt wird, aber nicht mehr zwingend als das zentrale Symbol für Lebensqualität gilt.
Wie stehen die interviewten Jugendlichen zum Führerschein?
Beide interviewten Jugendlichen äußern den Wunsch nach einem Führerschein, sehen diesen jedoch eher als Option für die Zukunft und weniger als eine absolute Notwendigkeit für den Alltag.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2017, Mobilitätsbezogene Einstellung und Bewertung von Verkehrsmitteln bei Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1130300