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Das magische Hündchen "Petitcrü" in Gottfried von Straßburgs "Tristan"

Titel: Das magische Hündchen "Petitcrü" in Gottfried von Straßburgs "Tristan"

Seminararbeit , 2007 , 19 Seiten , Note: 2+

Autor:in: Elisabeth Peirhofer (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Gottfried erzählt in seinem 25. Kapitel über 637 Verse von Petitcrü. Der Name ist gänzlich unbekannt, man erfährt alles wichtige erst im Laufe des Kapitels. Die Episode rund um das Wunderhündchen aus Avalon wirkt nicht vollständig in die übrige Handlung integriert, sie steht für sich und die Geschehnisse aus diesem Kapitel werden auch im weiteren Verlauf der Handlung nicht mehr weiter aufgegriffen.
Warum widmet Gottfried einem magischen Hündchen ein ganzes Kapitel, das er selbst als eigentlich unbeschreibbar bezeichnet, um es und dessen Wirkung dann doch zu demonstrieren?
Auch in der Forschungsliteratur erfährt Petitcrü nur selten Aufmerksamkeit, oftmals wird er nur am Rande erwähnt.
Er ist ein kein kaum fassbares Rätsel, eine Mischung aus Tier, göttlichem Wesen, funktionalem Spielzeug und Kunstwerk. Weder sein Äußeres noch seine Funktionen können tatsächlich begriffen werden.
Dennoch ist Petitcrü einen weiteren Blick wert: Gilan würde lieber sein halbes Reich und seine Schwester opfern als das Hündchen aufzugeben, Tristan begibt sich in große Gefahr, um das Hündchen zu erwerben und Isolde schließlich belügt ihren Ehemann und präsentiert das Hündchen wie ein Kunstwerk.
Warum ist Petitcrü so gestaltet, wie er auftritt? Was ist der Sinn seines Aussehens und seiner Wirkungen?
Auf diese Fragen möchte ich versuchen, in meiner Arbeit Antworten zu finden und dabei das Rätsel Petitcrü etwas zu ergründen

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Handlung der Petitcrü- Episode

2 Zur Gestalt des Hundes Petitcrü

2.1 Der Hund in der mittelalterlichen Literatur

2.2 Name

2.3 Herkunft

2.4 Aussehen

2.5 Außergewöhnliches Verhalten

3 Wirkung

3.1 Unterschiedliche Wirkung bei Gilan, Tristan und Isolde

3.1.1 Welche Wirkung erzielt Petitcrü bei Tristan?

3.1.2 Welche Wirkung erzielt Petitcrü bei Isolde?

4 Petitcrü als Vorausdeutung auf die Minnegrotte?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Funktion des Hündchens Petitcrü in Gottfrieds „Tristan“. Im Zentrum steht die Analyse des rätselhaften Charakters des Tieres, seiner magischen Wirkung auf die Protagonisten sowie seine Funktion als symbolische Vorausdeutung auf das spätere Minnegrottenerlebnis.

  • Die symbolische und magische Gestalt von Petitcrü
  • Unterschiedliche Rezeption durch Tristan und Isolde
  • Das Verhältnis von Erinnerung und Vergessen durch den Zauber des Hundes
  • Die Verbindung zwischen Petitcrü und der Minnegrotte

Auszug aus dem Buch

2.4 Aussehen

Gottfried von Straßburg wendet zunächst bei der Beschreibung das Unfähigkeitstopos an, weil er sich nicht in der Lage sieht, Petitcrü angemessen darzustellen. Bei seinem anschließenden Versuch kapituliert er vor einer ausreichenden Farbbeschreibung. Da die Farben ineinanderfließen, verwendet Gottfried dann diverse Superlative, die später noch besprochen werden sollen. Die rationale Unfassbarkeit scheint auch das zu sein, was Petitcrü unter anderem zum Wundertier macht.

Das Tier wird als bezaubernd beschreibend, ist jedoch kaum zu beschreiben. Der Hauptgrund dafür liegt in seiner Farbe: aus jeder Perspektive scheint es eine andere Farbe zu haben. Der Erzähler beschreibt dies folgendermaßen:

sîn varwe was in ein getragen / mit alsô vremedem liste, / 15820 / daz nieman rehte wiste, / von welher varwe ez waere. / ez was sô missehaere, / als man ez gegen der bruste an sach, / daz nieman anders niht enjach, / 15825 / ezn waere wîzer danne snê, / zen lanken grüener danne clê, / ein sîte rôter danne grân, / diu ander gelwer dan safrân. / unden gelîch lazûre, / 15830 / obene was ein mixtûre / gemischet alsô schône in ein, / daz sich ir aller dekein / ûz vür daz andere dâ bôt. / dane was grüene noch rôt / 15835 / noch wîz noch swarz noch gel noch blâ / und doch ein teil ir aller dâ, / ich meine rehte purperbrûn. / daz vremede werc von Avalûn / sach man ez widerhaeres an, / 15840 / sone wart nie kein sô wîse man, / der sîne varwe erkande. / si was sô maneger hande / und sô gâr irrebaere, / als dâ kein varwe waere.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Handlung der Petitcrü- Episode: Zusammenfassung der Geschehnisse an Gilans Hof sowie der Übergabe des Tieres an Isolde und deren Reaktion darauf.

2 Zur Gestalt des Hundes Petitcrü: Untersuchung der Erscheinung, Herkunft, Namensgebung und der physikalisch-magischen Eigenschaften des Wundertiers.

3 Wirkung: Analyse der differenzierten psychologischen Auswirkungen auf Tristan und Isolde im Kontext von Minne und Leid.

4 Petitcrü als Vorausdeutung auf die Minnegrotte?: Reflexion über das Hündchen als symbolische Vorwegnahme des Minnegrottenerlebnisses und die Bedeutung der Distanzierung von diesem Symbol im weiteren Handlungsverlauf.

Schlüsselwörter

Gottfried von Straßburg, Tristan, Petitcrü, Minne, Literatur des Mittelalters, Symbolik, Minnegrotte, Avalon, Erinnerung, Vergessen, Zauber, Farbsymbolik, höfische Dichtung, Motivik, Isolde

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Episode rund um das magische Hündchen Petitcrü in Gottfrieds „Tristan“ und untersucht dessen vielschichtige Funktion als Symbol und Wundertier.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die symbolische Bedeutung von Tieren in der höfischen Dichtung, die unterschiedliche Wirkung magischer Gegenstände auf die Minnenden sowie die psychologische Verarbeitung von Liebesleid.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, das „Rätsel Petitcrü“ zu ergründen und aufzuzeigen, warum Gottfried dieser Episode eine solche Bedeutung beimisst und wie sie den inneren Zustand der Protagonisten widerspiegelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Textanalyse der entsprechenden Verse Gottfrieds unter Einbeziehung und kritischer Auseinandersetzung mit existierender Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der äußeren Gestalt, die differenzierte Analyse der Wirkung auf Tristan und Isolde sowie eine Deutung des Tieres als Vorausdeutung auf die Minnegrotte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben dem Namen „Petitcrü“ vor allem Tristan, Minne, Symbolik, Erinnerung und Vergessen.

Warum wirkt Petitcrü auf Isolde anders als auf Tristan?

Während Tristan durch den Hund und das Glöckchen vorübergehend Trost und Vergessen findet, erinnert das Hündchen Isolde schmerzlich an die Trennung von ihrem Geliebten, weshalb sie die Glocke zerstört.

Welche Bedeutung hat das Aussehen von Petitcrü?

Die schillernde, unbestimmbare Farbe unterstreicht den übernatürlichen Charakter des Tieres aus Avalon und macht es zu einem funktionslosen, aber hochsymbolischen „Kunstwerk“.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das magische Hündchen "Petitcrü" in Gottfried von Straßburgs "Tristan"
Hochschule
Universität Wien  (Germanistik)
Veranstaltung
Ältere deutsche Literatur: Gottfried von Straßburg; Tristan
Note
2+
Autor
Elisabeth Peirhofer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
19
Katalognummer
V112770
ISBN (eBook)
9783640122561
ISBN (Buch)
9783640123926
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hündchen Petitcrü Gottfried Straßburgs Tristan Literatur Gottfried Straßburg Tristan
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Elisabeth Peirhofer (Autor:in), 2007, Das magische Hündchen "Petitcrü" in Gottfried von Straßburgs "Tristan", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/112770
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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