Der erste Teil der Einsendeaufgabe widmet sich der Konzeption eines qualitativen Interviewleitfadens im Hinblick auf das Konstrukt Unternehmensreputation. Reputationsforschung geht bis in die 1980er Jahre zurück. Das Konstrukt hat seit der Zeit sehr an wissenschaftlicher Bedeutung gewonnen. Grund dafür ist der immer stärker werdende Einfluss der öffentlichen Meinung, der auf die Unternehmen wirkt.
Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem gruppenbasierten Interviewverfahren. Dabei wird sowohl auf Merkmale und Anwendungsfelder als auch auf Vor- und Nachteile dieses Verfahrens eingegangen. Zudem wird das Thema Fokusgruppe aufgegriffen.
Im dritten Teil werden Gütekriterien in der qualitativen Forschung beschrieben. Um qualitative Forschung objektiv nachvollziehbar zu gestalten, muss eine Einigung auf Grundlage einer Bewertung stattfinden. Neben vier Kriterien der Glaubwürdigkeit von Lincoln und Guba (1985) werden Anwendungsmöglichkeiten der Gütekriterien auf die qualitative Inhaltsanalyse beschrieben.
Inhaltsverzeichnis
1 Konzeption eines qualitativen Interviewleitfadens am Konstrukt Unternehmensreputation
1.1 „Unternehmensreputation“ nach dem Modell von Eisenegger 2005
1.2 Unternehmens- und Stakeholder Auswahl
1.3 Erstellung des Interviewleitfadens
1.4 Vorgehen einer empirischen Untersuchung
2 Gruppenbasiertes Interviewverfahren
2.1 Merkmale gruppenbasierter Interviewverfahren
2.2 Anwendungsfelder gruppenbasierter Interviewverfahren
2.3 Vor- und Nachteile gruppenbasierter Interviewverfahren
2.4 Fokusgruppe als gruppenbasiertes Interviewverfahren
3 Gütekriterien in der qualitativen Forschung
3.1 Vier Kriterien der Glaubwürdigkeit von Lincoln und Guba (1985)
3.2 Anwendung der Gütekriterien auf die qualitative Inhaltsanalyse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Konzeption eines qualitativen Interviewleitfadens, um die Unternehmensreputation eines privatisierten Krankenhauses systematisch zu erfassen und zu bewerten. Im Fokus steht dabei die methodische Fundierung durch verschiedene Interviewverfahren und deren qualitative Gütesicherung.
- Grundlagen der Unternehmensreputation nach Eisenegger
- Strukturierung und Durchführung von Experten- und Patienteninterviews
- Methodik des gruppenbasierten Interviewverfahrens
- Einsatz von Fokusgruppen zur Meinungsanalyse
- Gütesicherung in der qualitativen Forschung nach Lincoln und Guba
Auszug aus dem Buch
1 Konzeption eines qualitativen Interviewleitfadens am Konstrukt Unternehmensreputation
Allgemein versteht man unter dem Begriff Reputation das Ansehen einer Person, einer Gruppe oder einer Organisation. Unternehmensreputation ist die Meinung der Gesellschaft über ein bestimmtes Unternehmen (Eberl, 2006, S.10). Das Konstrukt scheint kein Ergebnis objektiver Beurteilungsprozesse zu sein, sondern wird durch subjektive Erwartungshaltung und Wahrnehmung des Individuums gezeichnet (Gehring, 2016, S. 24). Reputationsforschung geht bis in die 1980er Jahre zurück. Das Konstrukt hat seit der Zeit sehr an wissenschaftlicher Bedeutung gewonnen (Gehring, 2016, S. 20). Grund dafür ist der immer stärker werdende Einfluss der öffentlichen Meinung, der auf die Unternehmen wirkt.
Nach Barnett et al. erfüllt dies verschiedene Definitionsansätze. Unter anderem gilt Reputation als Bewusstseinsstatus, Beurteilungsobjekt und als Vermögenswert (Gehring, 2016, S.24). Das Konstrukt erfüllt somit mehrere Funktionen, die für den Erfolg des Unternehmens essenziell sind (Gehring, 2016, S. 48). Dies erlaubt eine Selektion derjenigen Organisationen, Institutionen oder Personen, mit denen Individuen ihre Handlungspläne realisieren wollen. Positive Reputationen fördern bzw. steigern die Auffälligkeit und Besonderheit der Akteure und bieten somit Punkte für zielgerichtete Interaktionen (Eisenegger, 2005, S. 35).
Zusätzlich verschafft das Konstrukt Unternehmen Definitions- und Überzeugungsmacht (Eisenegger, 2005, S.35). Diese Macht definiert sich meist an Einflussvermögen, wodurch gesellschaftliche Anerkennungskriterien festgelegt werden und zu bestimmen ist, wer Reputation erhält (Eisenegger, 2005, S.35). Reputation setzt Handlungskapazitäten frei, sodass kein Zwang besteht, die Handlungen der Reputationsträger kontrollieren und überprüfen zu müssen. Dies schafft Vertrauen in funktionsgerechtes, normatives und moralisch korrektes Handeln, vergrößert Handlungsspielräume und schafft Möglichkeiten, sich zu positionieren und legitimiert Machtpositionen zu erreichen (Eisenegger,2005, S.34). Aus diesem Grund besteht heutzutage ein großes Interesse daran, die eigene Reputation des Unternehmens zu kennen und diese positiv zu beeinflussen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Konzeption eines qualitativen Interviewleitfadens am Konstrukt Unternehmensreputation: Dieses Kapitel definiert Unternehmensreputation und legt die theoretische Basis für die Erhebung durch ein halbstrukturiertes Interview im Kontext eines Krankenhauses.
2 Gruppenbasiertes Interviewverfahren: Das Kapitel erläutert die Besonderheiten, Anwendungsfelder und methodischen Vor- und Nachteile von Gruppenverfahren sowie die spezifische Rolle der Fokusgruppe.
3 Gütekriterien in der qualitativen Forschung: Hier werden wissenschaftliche Qualitätsstandards diskutiert und die Kriterien von Lincoln und Guba auf die praktische qualitative Inhaltsanalyse übertragen.
Schlüsselwörter
Unternehmensreputation, Qualitative Forschung, Interviewleitfaden, Fokusgruppe, Stakeholder, Gütekriterien, Glaubwürdigkeit, Inhaltsanalyse, Krankenhausmanagement, empirische Untersuchung, Patientenbefragung, soziale Verantwortung, Experteninterview, methodische Strenge, Datenanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die methodische Konzeption zur Erfassung der Unternehmensreputation eines Krankenhauses mithilfe qualitativer Interviewtechniken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung der Reputation, die Gestaltung von Interviewleitfäden, die Durchführung von Gruppeninterviews und die Sicherung der Forschungsqualität.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein valides Instrument zu entwickeln, das es ermöglicht, die Reputation eines Krankenhauses aus der Sicht verschiedener Stakeholder wie Patienten, Mitarbeiter und Eigentümer zu erheben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden Methoden der qualitativen Sozialforschung angewendet, insbesondere leitfadengestützte Interviews und Fokusgruppen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Konstruktion der Reputation, die methodische Einordnung von Gruppeninterviews und die Übertragung von Gütekriterien auf die qualitative Inhaltsanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Unternehmensreputation, qualitative Methodik, Stakeholder-Analyse und Gütesicherung in der Sozialforschung definiert.
Wie unterscheidet sich eine Fokusgruppe von einem Standard-Interview?
Eine Fokusgruppe nutzt die Gruppeninteraktion und einen Stimulus, um Meinungen und Einstellungen kollektiv zu erheben, während Standard-Interviews meist auf den individuellen Austausch fokussieren.
Warum sind Gütekriterien für diese Untersuchung so wichtig?
Da qualitative Forschung oft subjektiv geprägt ist, dienen Gütekriterien dazu, den Forschungsprozess nachvollziehbar, objektiv und wissenschaftlich fundiert zu gestalten.
Welche Rolle spielen die Stakeholder für das Krankenhaus XY?
Die Stakeholder (Patienten, Mitarbeiter, Shareholder) liefern die notwendigen Informationen, um die Unternehmensreputation aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu bewerten und Handlungsempfehlungen abzuleiten.
- Arbeit zitieren
- Lara Sophie Fischer (Autor:in), 2021, Konzeption eines qualitativen Interviewleitfadens. Reputationsforschung, gruppenbasiertes Interviewverfahren und Gütekriterien der qualitativen Forschung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1127576