Die Hausarbeit behandelt die Frage, wie mit der Niederlage am Trasumenischen See gegen Hannibal umgegangen wurde. Auf der Basis der Theorie von exogenen und endogenen Erklärungsmustern werden im ersten Teil Erklärungsmuster im gesamten Punischen Krieg analysiert und anschließend beispielhaft die Schlacht am Trasumenischen See behandelt. Dies geschieht anhand 3 verschiedener Primärquellen von Polybios, Appian und Titus Livius.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Hauptteil
1. endogene und exogene Erklärungsmuster
2. Erklärungsmuster im Zweiten Punischen Krieg – die Makroebene
a. äußere Faktoren
b. der Feldherr als Sündenbock – „dux ferox“
c. die gottesfürchtige Komponente
d. militärische Begründungen
3. die Schlacht am Trasumenischen See – die Mikroebene
a. die Quellenlage
b. der zweite Punische Krieg
d. Appian
e. Polybios
f. Titus Livius
g. Zusammenfassung
h. Einordnung
III. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie in der antiken Historiographie römische Niederlagen im Zweiten Punischen Krieg, speziell anhand der Schlacht am Trasumenischen See, gedeutet und kategorisiert wurden. Ziel ist es zu prüfen, ob die antiken Berichte selbstkritische (endogene) oder exkulpative (exogene) Erklärungsmuster aufweisen, um den Erkenntnisgewinn aus militärischen Misserfolgen zu bewerten.
- Analyse antiker Erklärungsmuster für militärische Niederlagen
- Kategorisierung in endogene und exogene Erklärungsansätze
- Vergleichende Untersuchung der Quellen von Appian, Polybios und Titus Livius
- Rolle des Feldherrn als Sündenbock („dux ferox“)
- Einfluss von Vorzeichen und göttlichem Wirken auf die Geschichtsschreibung
Auszug aus dem Buch
3. die Schlacht am Trasumenischen See – die Mikroebene
An dieser Stelle soll nun anhand dreier verschiedener Autoren ein Ereignis untersucht und die jeweiligen Erklärungsmuster identifiziert und eingeordnet werden.31 In einer anschließenden Zusammenführung, soll das Augenmerk auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Erklärungsweisen liegen. Darauf folgend, sollen Gründe für Abweichungen ebenso wie Übereinstimmungen dargelegt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Niederlagenforschung ein und stellt die theoretische Grundlage von R. Koselleck sowie die Hypothese der Kategorisierung in endogene und exogene Erklärungsmuster vor.
II. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert zunächst theoretisch die Unterscheidung zwischen endogenen und exogenen Mustern, untersucht dann die Makroebene der Erklärungsansätze im Zweiten Punischen Krieg und wendet diese schließlich auf die Mikroebene der Schlacht am Trasumenischen See an.
III. Schluss: Das Fazit bestätigt, dass die Autoren fast ausschließlich exogene Muster nutzten, um die Niederlage zu erklären und dabei den Feldherrn als Sündenbock darstellten, wodurch ein selbstkritischer Lerneffekt in der Überlieferung ausbleibt.
Schlüsselwörter
Zweiter Punischer Krieg, Trasumenischer See, Niederlagenforschung, Historiographie, endogene Erklärungsmuster, exogene Erklärungsmuster, Gaius Flaminius, Hannibal, Polybios, Titus Livius, Appian, dux ferox, antike Kriegführung, römische Republik, Vorzeichen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie römische Historiker Niederlagen der Römischen Republik erklärt haben und ob diese Erklärungen dazu dienten, eigene Fehler kritisch aufzuarbeiten oder die Verantwortung von den beteiligten Akteuren abzuwälzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die antike Geschichtsschreibung, der Umgang mit militärischen Misserfolgen, das Bild des Feldherrn in der Erinnerungskultur sowie der Einfluss von Religion und Politik auf die Darstellung von Schlachten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, eine Kategorisierung von Niederlagenerklärungen zu finden und anhand der Schlacht am Trasumenischen See zu prüfen, ob die antiken Berichte eher endogene (selbstkritische) oder exogene (exkulpative) Muster verwenden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine quellenkritische Analyse literarischer Motive und Versatzstücke vorgenommen, wobei das Modell der endogenen und exogenen Erklärungsmuster nach Martin Clauss als Analyseraster dient.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert zunächst die Theorie der Erklärungsmuster, identifiziert wiederkehrende Motive wie den Feldherrn als Sündenbock oder die gottesfürchtige Komponente und analysiert im Anschluss spezifisch die Berichte von Appian, Polybios und Livius zur Schlacht am Trasumenischen See.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind u.a. Zweiter Punischer Krieg, Trasumenischer See, Niederlagenforschung, endogene/exogene Muster, Gaius Flaminius, Hannibal, Quellenanalyse und Historiographie.
Warum wird Gaius Flaminius in den Quellen so negativ dargestellt?
Die Quellen zeichnen ihn als unfähigen oder unerfahrenen Konsul, um ihn als Sündenbock für die Niederlage aufzubauen und somit entweder die soldatische Ehre zu retten oder die Diskreditierung durch den Senat zu legitimieren.
Welchen Einfluss hat das Gelände auf die Darstellung der Schlacht?
Alle drei analysierten Autoren beschreiben das Gelände am Trasumenischen See als ideal für den von Hannibal initiierten Hinterhalt, was zur Verstärkung des exogenen Erklärungscharakters beiträgt, da die Niederlage so als militärisch "zwingend" durch äußere Umstände dargestellt wird.
- Quote paper
- Patrick Frehner (Author), 2020, Analyse und Kategorisierung von Erklärungsmustern bezüglich römischer Niederlagen im Zweiten Punischen Krieg. Anhand der Schlacht am Trasumenischen See 218 v. Chr., Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1118908