Die vorliegende Seminararbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen der Facette Ängstlichkeit des BFI-2 und dem Grad der Aktivierung einer Person durch einen Angstappell im Versicherungsmarketing. Angstappelle werden von Versicherungsunternehmen eingesetzt, um Werbebotschaften zu emotionalisieren. Für Versicherungsunternehmen können Erkenntnisse zur Effektivität von Angstappellen für die Differenzierung der Marketingaktivitäten in Zeiten von Big-Data und Digitalisierung hilfreich sein, um gezielte Marketingstrategien zu entwickeln. Die Stichprobe besteht aus 108 Probanden. Im Rahmen der Analyse konnten zwölf Antwortbögen aufgrund von Unvollständigkeit nicht verwendet werden, sodass es sich um 96 vollständige Antwortbögen handelt. Der Fragebogen besteht aus einem Teil zur Erhebung der Stammdaten, einem zweiten Teil mit Likert-Skalen zur Dimension Negative Emotionalität und einem dritten Teil, in dem ein Angstappell zur Zahnversicherung sowie anschließende Zustimmungs-Likert-Skalen für die Probanden dargestellt sind. Die Erhebung wurde als Online-Befragung durchgeführt und die Probanden über Social-Media sowie das Netzwerk des Autors geworben. Zur Auswertung wurde der Korrelationskoeffizient auf die Score-Werte der oben genannten Parameter angewendet. Es konnte in der vorliegenden Stichprobe kein signifikanter Zusammenhang festgestellt werden. Auch die anschließende Analyse von Negative Emotionalität sowie der Stammdaten der Probanden im Verhältnis zum Grad der Aktivierung konnte keine Zusammenhänge feststellen. Vordergründig aufgrund der geringen Probandenanzahl und der vom Autor eigenständig konstruierten Items zum Parameter Grad der Aktivierung verliert dieses Ergebnis an Aussagekraft. Weiterführende Forschungen auf diesem Gebiet können sinnvoll sein, um genauere Ergebnisse und explizite Zusammenhänge festzustellen. Diese Seminararbeit ist als Vorlage und Einstieg für zukünftige Forschungen zu verstehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Differenzierung der Werbebotschaft für Versicherungen anhand von Persönlichkeitsmerkmalen
2. Theoretischer Hintergrund
2.1. Grundlagen des Persönlichkeitstests BFI-2 und der Dimension Negative Emotionalität
2.2. Grundlagen des Versicherungsmarketings und Angstappellen
2.3. Verknüpfung und Hypothesenentwicklung
3. Methode
3.1. Stichprobe
3.2. Design und Durchführung
3.3. Erhebungsinstrumente
3.4. Datenaufbereitung und Statistische Verfahren
4. Ergebnisse
4.1. Deskriptive Analyse
4.2. Hypothesentest
5. Diskussion und Interpretation der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Persönlichkeitsfacette „Ängstlichkeit“ und der Aktivierung durch angstbasierte Werbebotschaften (Angstappellen) im Bereich der Zahnzusatzversicherung, um Erkenntnisse für eine zielgruppenspezifische Marketingsteuerung zu gewinnen.
- Persönlichkeitspsychologie und der BFI-2 Test
- Einsatz von Angstappellen im Versicherungsmarketing
- Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen auf die Werbewirkung
- Empirische Untersuchung der Korrelation zwischen Ängstlichkeit und Werbeaktivierung
- Analyse von Zielgruppenansprache und Marketingeffizienz
Auszug aus dem Buch
2.3. Verknüpfung und Hypothesenentwicklung
Der wissenschaftliche Ansatz zur Differenzierung verschiedener Persönlichkeitseigenschaften durch den oben dargestellten BFI-2 Test lässt Rückschlüsse auf Eigenschaften, Werte und Verhaltensweise von Personen zu (Danner et al., 2016). Personen mit unterschiedlich hohen Ausprägungen der Dimensionen des BFI-2 besitzen daher auch unterschiedliche Herangehensweise an alltägliche Fragestellungen und Problemlösungsprozesse. Diese Unterschiede sind auf Basis des BFI-2 unter anderem auf differenzierte Ausprägung von Emotionen einzelner Personen zurückzuführen (Mai, 2017). Emotionen entstehen maßgeblich nicht durch externe Faktoren, sondern durch die individuelle Bewertung und Interpretation dieser. Ein Ereignis kann also bei unterschiedlichen Individuen zu anderen Bewertungen und Interpretationen führen. Hierdurch entstehen im ersten Schritt unterschiedliche Emotionen und nachgelagert auch verschiedene Reaktionen auf ein Ereignis (Bosch, Schiel, & Winder, 2006).
Die individuelle Reaktion auf Ereignisse spielt in Werbebotschaften mit emotionalen Appellen eine zentrale Rolle (Wiersch, 2013). In dem Bewusstsein, dass jedes Individuum eine emotionale Botschaft individuell verarbeitet und differenzierte Interpretationen möglich sind, ist es für Werbetreibende wichtig, zu wissen, wie emotionale Appelle richtig einzusetzen sind. Um sicherzustellen, dass die Werbebotschaft wahrgenommen, zielführend verarbeitet wird und anschließend die gewünschte Handlung beim Konsumenten bewirkt, ist eine individuelle Gestaltung der Werbebotschaft für spezifische Zielgruppen im digitalen Zeitalter zu fokussieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Differenzierung der Werbebotschaft für Versicherungen anhand von Persönlichkeitsmerkmalen: Einführung in die Relevanz von datengestütztem Marketing und die Notwendigkeit der zielgruppengenauen Ansprache mittels Persönlichkeitsmerkmalen.
2. Theoretischer Hintergrund: Theoretische Fundierung des BFI-2 Modells zur Persönlichkeitsmessung sowie Erläuterung der Wirkungsweise von Angstappellen im Marketingkontext.
3. Methode: Detaillierte Beschreibung des Studiendesigns, der Stichprobenzusammensetzung von 96 Probanden sowie der eingesetzten Erhebungsinstrumente und statistischen Analysemethoden.
4. Ergebnisse: Darstellung der deskriptiven Datenanalyse sowie der Prüfung der aufgestellten Hypothesen mittels Korrelationsanalysen.
5. Diskussion und Interpretation der Ergebnisse: Kritische Reflexion der Untersuchungsergebnisse unter Berücksichtigung methodischer Limitationen und Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Persönlichkeitspsychologie, BFI-2, Negative Emotionalität, Ängstlichkeit, Versicherungsmarketing, Angstappellen, Werbewirkung, Konsumentenpsychologie, Big Data, Korrelationsanalyse, Zielgruppenorientierung, Online-Befragung, Zahnzusatzversicherung, Aktivierung, Marketingstrategie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob Personen, die in ihrer Persönlichkeit ein höheres Maß an Ängstlichkeit aufweisen, stärker auf Werbeanzeigen reagieren, die mit angstbesetzten Inhalten für Zahnzusatzversicherungen arbeiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen in der Konsumentenpsychologie, der Persönlichkeitsmessung mit dem BFI-2 Modell und der Wirksamkeit von emotionalen Appellen in der Versicherungsbranche.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu prüfen, ob ein positiver Zusammenhang zwischen der Facette „Ängstlichkeit“ und dem Grad der Aktivierung durch einen Angstappell in einer Werbebotschaft besteht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine quantitative Studie mittels einer Online-Befragung bei 96 Probanden, deren Daten anschließend durch Korrelationsanalysen ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Hypothesen, die Beschreibung der methodischen Durchführung, die Präsentation der statistischen Ergebnisse und deren kritische Diskussion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Angstappellen, BFI-2, Ängstlichkeit, Versicherungsmarketing, Werbewirkung und Konsumentenpsychologie.
Warum konnte die Nullhypothese nicht widerlegt werden?
In der vorliegenden Stichprobe zeigten sich keine statistisch signifikanten Korrelationen zwischen den gemessenen Persönlichkeitsmerkmalen und der Aktivierung durch die gezeigte Werbebotschaft.
Welche Rolle spielt die Stichprobengröße für das Ergebnis?
Der Autor führt die fehlende Signifikanz unter anderem auf die relativ kleine Stichprobe zurück, die eine Verallgemeinerung auf die Grundgesamtheit nicht zulässt.
Wie wurde die „Ängstlichkeit“ operationalisiert?
Die Messung erfolgte durch die Items der Facette „Ängstlichkeit“ innerhalb der Dimension „Negative Emotionalität“ des BFI-2 Tests unter Verwendung einer 5-stufigen Likert-Skala.
- Arbeit zitieren
- M. Sc. Alexander Mint (Autor:in), 2019, Angstapelle und Zahnzusatzversicherungen. Versicherungsmarketing, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1118250