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Justizskandal Psychiatrie. Rezension des Buches „Unrecht im Namen des Volkes“ (2006) von Sabine Rückert

Titel: Justizskandal Psychiatrie. Rezension des  Buches „Unrecht im Namen des Volkes“ (2006) von Sabine Rückert

Rezension / Literaturbericht , 2007 , 11 Seiten

Autor:in: Dr. Wilma Ruth Albrecht (Autor:in)

Psychologie - Forensische Psychologie und Strafvollzug

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In diesem Beitrag, einer ausführlichen Besprechung (Rezension) des neuen Buches „Unrecht im Namen des Volkes“ (2006) von Sabine Rückert, geht es an einem Fallbeispiel um praktische – und in Form von lebens- und existenzgefährdenden Fehldiagnosen auch um dramatische – Konsequenzen gerichtlich angewandter „gefährliche Psychiatrie“ (Wilfried Rasch) in Form von forensischer oder Justizpsychiatrie als wesentlicher Teil einer beobachtbaren zunehmenden Psychiatrisierung von Gesellschaft als Moment des „repressiven Staatsapparats“ (Louis Althusser).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Vorwort „Von der Lüge“

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Chronologie der Ereignisse um Amelie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Rezension analysiert das Sachbuch „Unrecht im Namen des Volkes“ von Sabine Rückert und untersucht anhand eines konkreten Fallbeispiels die verhängnisvollen Mechanismen gerichtlicher Fehlurteile in Verbindung mit einer problematischen forensischen Psychiatrie. Die Arbeit geht der Forschungsfrage nach, wie durch unkritische psychiatrische Gutachterei und institutionelles Versagen Justizskandale entstehen, bei denen Betroffene durch den „repressiven Staatsapparat“ und eine psychiatrisierende Gesellschaft schwerwiegend geschädigt werden.

  • Analyse von Justizirrtümern am Beispiel zweier rechtskräftiger Fehlurteile.
  • Untersuchung der Rolle forensischer Psychiatrie und psychologischer Gutachten.
  • Kritik am Hospitalisierungssyndrom und der „Helferrolle“ in therapeutischen Kontexten.
  • Diskussion über die institutionelle Verantwortung und berufsethische Grenzen in helfenden Berufen.
  • Evaluation des Einflusses ideologischer Strömungen auf die Rechtsprechung.

Auszug aus dem Buch

Die Dialektik von Opferrolle und Helferverhalten

Das vermeintliche Opfer erhält Macht, die es mit und gegen das Helferpersonal ausspielen kann. Um sich die Zuwendung des Personals zu versichern, werden scheinsuizidale Handlungen, die mit psychischen und physischen Schäden einhergehen und auch das Psychiatriepersonal überfordern, als „Selbstmord“ inszeniert, so dass das Mädchen immer weiter in den psychiatrischen Strudel gerät und nachhaltig hospitalisiert wird. Das Mädchen wird ins Landeskrankenhaus (Oldenburg) verlegt. Dort eröffnet es der Mutter, der eigene Vater habe es vergewaltigt und erinnert daran, wie oft es die Mutter bedrängte, den Vater zu verlassen. Das Mädchen wird dann wieder in die Kinder- und Jugendpsychiatrie ihrer Heimatstadt verlegt. Da die dialektisch verschränkte Beziehung und Verstärkung zwischen Opfer und Helfer nicht erkannt wird, muss eine andere Ursache für das dissozialhysterische Verhalten des Opfers gefunden werden – die Tat eines bösen Geistes oder bösen Menschen.

Ein „Täter“ außerhalb des psychiatrischen Beziehungsclinches. Er wurde - dem herrschenden Zeitgeist entsprechend – im Vater des Mädchens gefunden. Er soll das Mädchen mehrmals sexuell missbraucht haben. Auf diesen „Täter“ arbeitete das Psychiatriepersonal auch bewusst und suggestiv hin: In Richtung „Vater“ lenkte die Psychologin ihre Therapiegespräche mit den Mädchen; auch wurden Bücher über missbrauchte und vergewaltigte Opfer angeboten und subtil Pseudoerinnerungen aufgebaut. Dann folgten Versuche des Mädchens, selbst den angeblichen sexuellen Missbrauch zu anzusprechen und die Glaubwürdigkeit dieser Behauptung zunächst gegenüber engen Vertrauenspersonen (der Mutter, der jungen Krankenschwester und dem jungen Chefarzt) zu überprüfen. Dies gelang auch (21.9.1994): der Chefarzt nahm sich nun persönlich des „Falls“ an.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort „Von der Lüge“: Einleitende Reflexion über die Diskrepanz zwischen Recht und Gerechtigkeit sowie den Missbrauch psychiatrischer Diagnosen.

Kapitel 1-6: Dokumentation und kritische Kommentierung der Geschichte um das vermeintliche Opfer Amelie, die Entstehung der Fehlurteile gegen Vater und Onkel sowie die mühsame Aufdeckung durch journalistische Arbeit und neue juristische Beweise.

Chronologie der Ereignisse um Amelie: Detaillierte zeitliche Übersicht der Geschehnisse, die zu den Verurteilungen und späteren Freisprüchen führten.

Schlüsselwörter

Justizirrtum, Psychiatrieskandal, forensische Psychiatrie, Fehlurteil, Gutachterwesen, Glaubwürdigkeitsgutachten, Hospitalisierung, Opferrolle, Machtmissbrauch, Justiz, Sexualdelikt, psychosoziale Dynamik, Rechtsmedizin, Strafrecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit ist eine Rezension des Buches von Sabine Rückert und thematisiert an einem konkreten Fallbeispiel, wie durch fehlerhafte Gutachten und unprofessionelles Verhalten von Behörden und Medizinern Justizskandale entstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Problematik forensischer Gutachten, die Auswirkungen des Psychiatrisierungsprozesses auf Individuen und die Machtdynamiken zwischen vermeintlichen Opfern und helfendem Personal.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Recht und Gerechtigkeit in Gerichtsverfahren auseinanderdriften können, wenn forensische Psychiatrie zur psychologischen "Gutachterei" verkommt, die Verantwortliche schützt und Betroffene stigmatisiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine analytische Rezensionsmethode, indem sie die Dokumentation im Buch von Sabine Rückert (Akten, Interviews, Gutachten) mit eigenen sozialwissenschaftlichen Perspektiven verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit dem konkreten Verlauf des Falles, den fehlerhaften Verurteilungen von Vater und Onkel, der Rolle der Gutachter und der späteren Aufdeckung der Falschbeschuldigungen durch neue Beweise.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Justizirrtum, forensische Psychiatrie, Machtmissbrauch und die Kritik an einer unreflektierten „Gutmenschen“-Mentalität in helfenden Berufen geprägt.

Inwiefern spielt die "Psychiatrisierung" eine Rolle bei den Fehlurteilen?

Die Psychiatrisierung führte dazu, dass ein pubertierendes Mädchen in der stationären Behandlung eine Rolle annahm, die vom Personal durch suggestive Fragen und emotionale Bestärkung in Richtung einer Opferrolle gelenkt wurde, was die Grundlage für falsche Anschuldigungen gegen die Angehörigen bildete.

Warum blieb die Strafanzeige gegen die beteiligten Richter erfolglos?

Obwohl nachgewiesen wurde, dass Akten unrechtmäßig weitergegeben wurden, blieb die strafrechtliche Aufarbeitung der beteiligten Justizakteure aufgrund institutioneller Beharrungskräfte und der Einstellung der Ermittlungsverfahren aus.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Justizskandal Psychiatrie. Rezension des Buches „Unrecht im Namen des Volkes“ (2006) von Sabine Rückert
Autor
Dr. Wilma Ruth Albrecht (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
11
Katalognummer
V110976
ISBN (eBook)
9783640090907
ISBN (Buch)
9783656067924
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Justizskandal Psychiatrie Rezension Buches Namen Volkes“ Sabine Rückert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. Wilma Ruth Albrecht (Autor:in), 2007, Justizskandal Psychiatrie. Rezension des Buches „Unrecht im Namen des Volkes“ (2006) von Sabine Rückert, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/110976
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Leseprobe aus  11  Seiten
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