Diese Hausarbeit besteht im ersten Teil aus dem Bericht über ein Praktikum in einer Tagesstätte für Menschen mit psychischer Erkrankung und beschäftigt sich im zweiten Teil mit der Frage, welche psychosozialen Folgen eine schizophrene Störung nach sich zieht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Beschreibung der Einrichtung
2.1 Trägerschaft und Finanzierung
2.2 Konzeption und pädagogische Ansätze
2.3 Zielgruppe
3. Beschreibung des Praktikums
4. Schizophrenie und psychosoziale Folgen
4.1 Beschreibung der schizophrenen Störungen
4.2 Psychosoziale Folgen
4.3 Theorie-Praxis-Transfer
4.4 Fazit
5. Reflexion
Zielsetzung und Themen
Der vorliegende Praxisbericht hat zum Ziel, die psychosozialen Auswirkungen einer Schizophrenie zu beleuchten und diese theoretischen Erkenntnisse mit der praktischen Arbeit in einer Tagesstätte für psychisch kranke Menschen zu verknüpfen, um die Relevanz rehabilitativer Ansätze in der Sozialen Arbeit zu verdeutlichen.
- Struktur und Konzeption einer Tagesstätte für psychisch kranke Menschen
- Klinisches Krankheitsbild der Schizophrenie
- Psychosoziale Folgen einer schizophrenen Erkrankung
- Theoretische Modelle (Vulnerabilitäts-Stress-Modell) und deren Transfer in die Praxis
- Reflexion der Rolle und Grenzziehung in der professionellen Sozialarbeit
Auszug aus dem Buch
4.1 Beschreibung der schizophrenen Störungen
Schizophrenie ist die häufigste und wichtigste Störung der in der 10. Revision der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) genannten Gruppe der „Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen“. Weltweit erkranken etwa 1% der Bevölkerung mindestens einmal im Leben an Schizophrenie. Entgegen häufiger Annahmen in der Bevölkerung geht eine Erkrankung an Schizophrenie nicht mit einer gespaltenen oder multiplen Persönlichkeit einher.
Es gibt neun Unterformen der schizophrenen Störungen, von denen die paranoide Schizophrenie die häufigste Form ist. Bei dieser stehen paranoide Wahnvorstellungen z.B. als Verfolgungswahn, begleitet von meist akustischen Halluzinationen im Vordergrund. Auf die verschiedenen Unterformen mit ihren teilweise sehr spezifischen Symptomen werde ich allerdings nicht genauer eingehen und mich auf jene Symptome beschränken, die laut ICD-10 das generelle Krankheitsbild der Schizophrenie ausmachen.
Zu den wichtigsten Positivsymptomen gehören Wahn, Ich-Störungen, Halluzinationen und formale Denkstörungen. Bei Ich-Störungen haben Betroffene das Gefühl, ihnen werden Gedanken eingegeben, entzogen oder ihre Gedanken sind für andere laut hörbar. Auch akustische Halluzinationen im Sinne von Stimmen, die kommentierend oder dialogisch über den Betroffenen sprechen, kommen häufig vor. Unter Wahn fällt beispielsweise die Überzeugung „[...] eine religiöse oder politische Persönlichkeit zu sein (oder) übermenschliche Kräfte und Fähigkeiten zu besitzen [...]“. Formale Denkstörungen, also Störungen des Denkablaufs, äußern sich beispielsweise durch Gedankenabreißen oder Einschiebungen in den Gedankenfluss.
Negativsymptome sind jene, die durch eine Minderung oder Verlust von Funktionen gekennzeichnet sind. Zu ihnen gehören „[...] Apathie, Sprachverarmung, verflachte oder inadäquate Affekte, zumeist mit sozialem Rückzug und verminderter sozialen Leistungsfähigkeit.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin beschreibt ihre Motivation für das Praktikum in der Tagesstätte und formuliert ihre Erwartungen an den Lerneffekt in diesem für sie neuen Arbeitsfeld.
2. Beschreibung der Einrichtung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die strukturellen Rahmenbedingungen, die Trägerschaft, das multiprofessionelle Team sowie die pädagogischen Angebote und Ziele der Tagesstätte.
3. Beschreibung des Praktikums: Hier werden die praktischen Tätigkeiten der Autorin, wie die Begleitung von Gruppenangeboten und die Durchführung des metakognitiven Trainings, detailliert dargelegt.
4. Schizophrenie und psychosoziale Folgen: Dieses Kapitel verbindet das theoretische Wissen über schizophrene Symptome und deren Ursachen (Vulnerabilitäts-Stress-Modell) mit der praktischen Arbeit der Rehabilitation in der Einrichtung.
5. Reflexion: Die Autorin reflektiert ihre persönliche Entwicklung während des Praktikums, insbesondere im Hinblick auf die professionelle Balance zwischen Nähe und Distanz zu den Klienten.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Schizophrenie, Tagesstätte, Psychosoziale Folgen, Rehabilitation, Vulnerabilitäts-Stress-Modell, Eingliederungshilfe, Metakognitives Training, Tagesstrukturierung, Psychische Erkrankung, Symptomatik, Positivsymptome, Negativsymptome, Soziale Teilhabe, Berufliche Integration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist ein Praxisbericht über ein absolviertes Praktikum in einer Tagesstätte für psychisch kranke Menschen und setzt sich wissenschaftlich mit dem Krankheitsbild der Schizophrenie auseinander.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die soziale Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen, die Symptomatik der Schizophrenie, die psychosozialen Folgen dieser Diagnose sowie Konzepte der psychiatrischen Rehabilitation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die psychosozialen Folgen von Schizophrenie zu definieren und aufzuzeigen, wie sozialpädagogische Angebote in der Tagesstätte dazu beitragen können, diesen Folgen entgegenzuwirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturarbeit zur theoretischen Fundierung des Krankheitsbildes sowie eine reflektierte Praxisbeschreibung im Sinne eines Praxisberichts.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Einrichtung strukturell vorgestellt, das Krankheitsbild der Schizophrenie theoretisch definiert, psychosoziale Folgen analysiert und ein Transfer zwischen Theorie und der praktischen Arbeit vor Ort hergestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Soziale Arbeit, Schizophrenie, psychosoziale Folgen, Rehabilitation und Tagesstrukturierung charakterisiert.
Welche Rolle spielt das Vulnerabilitäts-Stress-Modell in dieser Arbeit?
Es dient als theoretische Grundlage, um zu verstehen, wie chronischer oder akuter Stress den Ausbruch oder Rückfälle einer Schizophrenie begünstigen und wie die Tagesstätte durch Stressreduktion unterstützend wirken kann.
Warum befasst sich die Arbeit explizit mit dem Metakognitiven Training (MKT)?
Das MKT wird als konkretes Gruppenangebot der Einrichtung angeführt, da es Klienten hilft, kognitive Verzerrungen zu bearbeiten und Situationen rationaler zu bewerten.
Welche Herausforderung in der professionellen Rolle thematisiert die Autorin in der Reflexion?
Sie thematisiert die Schwierigkeit, eine professionelle Balance zwischen Nähe und Distanz zu wahren, insbesondere bei sehr persönlichen Fragen der Klienten.
Inwiefern beeinflusst das Stigma der Schizophrenie laut der Arbeit das Leben der Betroffenen?
Die Autorin stellt fest, dass falsche Vorstellungen und gesellschaftliche Stigmatisierung zu einer ablehnenden Haltung der Umwelt führen, was soziale Interaktionen und Beziehungen für die Betroffenen erschwert.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Psychosoziale Folgen einer schizophrenen Störung. Praktikum in einer Tagesstätte für Menschen mit einer psychischen Erkrankung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1044767