Die Sprachwissenschaft beschäftigt sich mit der Erforschung der Sprache, etwas, das bereits lange existiert. Dennoch besitzen Forschungen dieser Art stets einen besonderen Aktualitätsanspruch. Dabei handelt es sich um das Erforschen nicht nur der Sprachgeschichte und ihrer Entwicklung, sondern vor allem um das Sprachlernen. Es wird sich darum bemüht, die überaus individuellen Prozesse zu erfassen, zu analysieren und zu definieren. Ihre Relevanz erhalten solche Forschungsfragen in einer globalisierten Welt wie nie zuvor. Das Beherrschen von mindestens zwei Sprachen wird heutzutage in vielen Ländern vorausgesetzt und durch die Schulbildung und –politik, oft mit englischsprachigem Unterricht, verwirklicht. Durch die Anpassung an ein multilinguales Zeitalter und die Bedeutung der Sprache als Medium, werden Termini wie Sprachpolitik und -bildung nicht nur notwendig, sondern nehmen mittlerweile eine beinahe alltägliche Position ein.
Basierend auf diesem Forschungsfeld tut sich nun die Frage auf, wie man die Entwicklung der Herkunftssprache am sinnvollsten erforschen und beschreiben kann. Da die Entwicklung der Herkunftssprache ein sehr breites Thema ist, wird es in dieser Arbeit das Hauptthema sein, den Sprachstand der L1 zu überprüfen und dabei zu definieren, ob und inwieweit dieser durch den Erwerb der L2 beeinflusst wird. Es sei angemerkt, dass es sich hierbei lediglich um eine grobe Überprüfung handelt und es für ein aussagekräftiges Ergebnis ein breiteres Probandenspektrum benötigt.
Besondere Beachtung wird dem Faktor „Einreisealter" zuteil, da aus bereits existierender Forschung hervorgeht, dass dieser Faktor ein ausschlaggebender sein kann. Nebst diesem wird auch die (Sprach-) Bildung der Probanden aufgeführt und, sofern möglich, in die Analyse aufgenommen. Das Ergebnis soll verdeutlichen, inwiefern diesen Faktoren eine tragende Rolle zuteil wird, oder ob sie eventuell als nebensächlich betrachtet werden können.
Zu diesem Zwecke wird nicht nur das Probandenalter während der Testdurchführung aufgenommen, sondern auch das „Einreisealter“, „Erwerbsalter“, „kritisches Alter“ sowie der Input der L1 als auch der L2. Da die der Arbeit zu Grunde liegende Forschung als nicht ausreichend wissenschaftlich erachtet werden kann, soll es sich lediglich um einen Einblick sowie ein Beispiel handeln, wie eine solche Überprüfung stattfinden könnte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bisherige Forschung & -methoden
3. Eigenen Forschung
3.1 Design
3.1.1 Material & Ziel
3.1.2 Probanden
3.2 Ergebnis der Teildisziplinen
3.3 Auswertung Gesamtergebnis
4. Conclusio
5. Literaturverzeichnis
6. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der L2 beziehungsweise der Umgebungssprache auf die Erstsprache (L1) bei bilingualen Kindern. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, inwieweit Sprachstand und Sprachaneignung der L1 durch den Kontakt mit der L2 modifiziert werden und ob dabei altersspezifische Faktoren oder der sprachliche Input eine entscheidende Rolle spielen.
- Analyse von Prozessen der Sprachaneignung bei bilingualen Kindern
- Untersuchung des Einflusses von Sprachkontakt und Alter auf die L1
- Evaluierung der Bedeutung von qualitativem und quantitativem Input
- Methodische Bestimmung des Sprachstands durch verschiedene Testdisziplinen
- Vergleich unterschiedlicher Altersgruppen hinsichtlich ihrer Sprachkompetenz
Auszug aus dem Buch
Bisherige Forschung & -methoden
Die angewandte Methode besteht aus einer eigenen Forschung und wird im weiteren Verlauf der Arbeit näher beschrieben. Um den Versuchsaufbau jedoch zu erarbeiten, ist es notwendig, sich mit der bestehenden Forschung auseinander zu setzen. In diesem Abschnitt sollen einige Beispiele genannt und erörtert werden, um ein elementares Verständnis für Methoden der Sprachstands- sowie Erwerbsforschung zu schaffen. Ebenso sollen einige relevante Ergebnisse zusammengefasst und erläutern werden, sodass ein differenziertes und fundiertes Fazit ermöglicht wird.
Bei der Sprachstandsermittlung sowie Untersuchung der Faktoren und Entwicklung von Sprache sind i.d.R. gerade Langzeitstudien ausschlaggebend, jedoch können anhand qualitativer oder quantitativer Datenerhebungen sowohl punktuelle als auch längerfristige sprachliche Aneignungen überprüft werden.
Qualifizierte Beobachtungen der Aneignungsprozesse über längere Zeiträume durch entsprechend ausgebildetes Personal ab dem Kindergarten sind demgegenüber im Prinzip besser geeignet, sich auch methodisch auf diese Prozessualität der Sprachaneignung einzulassen. Solche Verfahren können dem einzelnen Kind besser gerecht werden. Sie sind freilich arbeitsaufwendig. Zugleich sind sie ausbildungsaufwendig: Das institutionelle Personal muss entsprechend geschult werden. Die Verfahren erscheinen also aus ökonomischen Gründen als problematisch. (BBF, Ehlich/Bredel/Reich, S. 21-22)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Sprachforschung bei bilingualen Kindern ein und begründet die Notwendigkeit, den Einfluss der Umgebungssprache auf die Herkunftssprache zu untersuchen.
2. Bisherige Forschung & -methoden: Es werden grundlegende Ansätze der Sprachstands- und Erwerbsforschung vorgestellt sowie der aktuelle Forschungsstand zum Zweitspracherwerb diskutiert.
3. Eigenen Forschung: Dieser Abschnitt beschreibt das spezifische Versuchsdesign, die Zusammensetzung der Probandengruppen sowie die angewandten Testmethoden zur Erhebung der lexikalischen und grammatikalischen Kompetenz.
4. Conclusio: Die erzielten Ergebnisse werden im Fazit zusammengeführt und hinsichtlich der Forschungsfrage interpretiert, wobei die Bedeutung von Input und Alter hervorgehoben wird.
5. Literaturverzeichnis: Hier ist die verwendete Fachliteratur zur Untermauerung der theoretischen Ausführungen und der methodischen Herangehensweise aufgelistet.
6. Anhang: Der Anhang enthält ergänzende Daten in Form von Diagrammen und die im Rahmen der Studie verwendeten Aufgabenmaterialien.
Schlüsselwörter
Bilingualismus, Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb, L1-Einfluss, Umgebungssprache, Sprachstand, Sprachaneignung, Sprachkompetenz, Input-Faktor, Herkunftssprache, Code-Switching, Sprachstandsmessung, kindlicher Spracherwerb, Linguistik, Sprachförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung, wie die Umgebungssprache (L2) bei Kindern die Erstsprache (L1) beeinflusst, insbesondere bei bilingual aufwachsenden Personen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind der Prozess der kindlichen Sprachaneignung, der Einfluss des Alters auf den Spracherwerb sowie die Auswirkungen von unterschiedlichem Sprachinput.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Ziel ist es zu ermitteln, ob eine Beeinflussung der L1 durch die L2 stattfindet und welche Faktoren – wie das Alter bei Kontaktbeginn – diesen Prozess steuern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine empirische Untersuchung mit drei Probandengruppen durchgeführt, die verschiedene Aufgaben zur lexikalischen und grammatikalischen Kompetenz sowie zur Sprechgeschwindigkeit bearbeiteten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch bestehende Forschung, die detaillierte Darstellung des Versuchsdesigns sowie die anschließende Auswertung der gewonnenen Testdaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Bilingualismus, Erstspracherwerb, Umgebungssprache, L1-Einfluss und Sprachstandsanalyse.
Wie unterscheidet sich die Sprachkompetenz zwischen den drei Altersgruppen?
Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder, die längerfristig und konstanter russischem Input ausgesetzt waren, tendenziell höhere Kompetenzwerte in der L1 erreichen als Gruppen mit geringerem Sprachkontakt.
Welche Rolle spielt der Faktor „Input“ für die Ergebnisse?
Der Input wird als entscheidender qualitativer und quantitativer Faktor identifiziert; ein reichhaltiges und abwechslungsreiches Sprachangebot korreliert positiv mit der Beherrschung der Herkunftssprache.
- Quote paper
- Alexija Kraft (Author), 2021, Inwiefern wird die Muttersprache durch die Zweitsprache bzw. die Umgebungssprache beeinflusst? Eine Versuchsauswertung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1043545